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Handelsbilanz: Rekordhoch für 2004 prognostiziert


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Handelsbilanz: Rekordhoch für 2004 prognostiziert

 
07.10.03 09:33
137 Milliarden Euro Überschuss in der deutschen Handelsbilanz 2004 - die DIHK ist optimistisch für die Konjunkturentwicklung. "Eingebettet" in eine weltweite Erholung wird die Konjunktur in Deutschland laut DIHK-Chef Wansleben "aufatmen".

Berlin - Die deutsche Exportwirtschaft wird sich im Jahr 2004 positiv entwickeln. Diese Prognose gibt Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammenertages (DIHK), ab.

Der Überschuss der deutschen Handelsbilanz "dürfte in 2004 auf ein neues Rekordhoch von 137 Milliarden Euro ansteigen", sagte Wansleben, der sich auf eine neue Umfrage der deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) bezog. "Die deutsche Exportwirtschaft kann 2004 wieder aufatmen", so der DIHK-Chef.

Seit Januar 2003 dokumentiert die DIHK eine Stagnation im Exportgeschäft - bei rund 126 Milliarden Euro. Für die Binnenkonjunktur würde 2004 ein positiver Impuls von 0,5 Prozentpunkten des BIP resultieren, nach 0 Prozent in 2003.

Steigende Nachfrage aus Russland

Nach der Schwächephase der letzten beiden Jahre rechnet die DIHK mit einem Anstieg der Ausfuhren von fast fünf Prozent und der Einfuhren von gut vier Prozent. Für das laufende Jahr wird eine Zunahme der Exporte um zwei Prozent und der Importe um 2,4 Prozent erwartet. "Die Export-Performance entwickelt sich damit schwächer als von uns ursprünglich erwartet: Die schlechtere Weltkonjunktur und der stärkere Euro-Wechselkurs zeigen ihre Wirkung", sagte Wansleben.

In den letzten beiden Jahren fragten einzig China und die Länder Mittel- und Osteuropas verstärkt deutsche Exportgüter nach. Im Jahr 2004 aber soll die Zunahme im Export von einer breiten Basis getragen: Impulse gehen laut DIHK zusätzlich insbesondere von den USA, von asiatischen Ländern (auch von Japan), einigen westeuropäischen Ländern sowie von den Staaten des Nahen und Mittleren Ostens aus.

Unsicherheiten im internationalen Wechselkursgefüge

Die Länder Südosteuropas sowie Russland und seine Nachbarstaaten (GUS) treten 2004 verstärkt als Nachfrager deutscher Güter auf. Der anziehende Export soll laut DIHK in einen verhaltenen weltweiten Aufschwung eingebettet sein. Geschätztes Wachstum: 3,2 Prozent, nach 2,2 Prozent in 2003.

Die Hoffnungen richten sich vor allem auf eine Konjunkturerholung in den USA. Achillesferse sei die "nach wie vor labile weltpolitische Situation sowie gravierende Unsicherheiten im internationalen Wechselkursgefüge".

Exporte in die EU sollen um vier Prozent steigen

Die Umfrage über die erwartete Wirtschlaftsentwicklung fußt auf Antworten der AHKs, Delegierter und Repräsentanten der deutschen Wirtschaft in 80 Handelspartnerländern der Bundesrepublik. Zusammen decken die untersuchten Märkte laut DIHK rund 97 Prozent des gesamten deutschen Außenhandels ab.

"Die Exporte in die EU steigen den Einschätzungen der AHKs zufolge im Jahr 2004 um rund vier Prozent (2003: 3 Prozent). Der Anstieg läge damit deutlich unter der durchschnittlichen Wachstumsrate von 7,4 Prozent der vorangegangenen sechs Jahre. Größere Exportdynamik dürfte sich jedoch im Handel mit Spanien, Österreich und Irland entwickeln.

Wie auch in den Jahren zuvor bleibt Frankreich (11 Prozent Anteil am deutschen Export in 2002) der mit Abstand wichtigste Handelspartner innerhalb der EU, gefolgt von Großbritannien (8,6 Prozent), Italien (7,5 Prozent), den Niederlanden (6,3 Prozent) und Österreich (5,3 Prozent). Zusammen nehmen diese fünf Länder rund 40 Prozent der gesamten Exporte auf.

Details des DIHK-Berichts: Osteuropa, USA, China

Besonders dynamische Entwicklungen werden im Beitrittsjahr beim Warenaustausch mit den Ländern Mittel- und Osteuropas erwartet. Über die neuen EU-Beitrittskandidaten (8,6 Pro-zent) hinaus bieten sich auch Unternehmen aus weiteren Ländern Osteuropas (Russland, Ukraine, Kroatien, Bulgarien) als interessante Handelspartner Deutschlands an. Sie treten einerseits als Lieferanten von Rohstoffen und Halbprodukten auf, andererseits sind sie wichtige Nachfrager speziell von Investitionsgütern im Maschinen- und Anlagenbau.

Für die zehn Beitrittsländer der EU sowie die SOE-Staaten und GUS-Länder insgesamt wird der Anstieg der Nachfrage nach deutschen Produkten auf gut sieben Prozent geschätzt. Damit liefern wir in diesen Wirtschaftsraum mit fast zwölf Prozent aller Exporte mehr Waren als in die USA mit rund zehn Prozent.

Nordamerika bleibt der wichtigste Handelspartner

Insgesamt ist der 'Großraum Europa' - also Westeuropa, MOE-Länder, SOE, GUS sowie die Türkei - mit 74 Prozent der Gesamtnachfrage der wichtigste Abnehmer deutscher Exporte.

Außerhalb der EU sind und bleiben die USA wichtigster Handelspartner. Durch umfassende Zinssenkungen und Ausgabenerhöhungen dürften die USA 2004 in die Rolle einer 'gedopten' Konjunkturlokomotive schlüpfen; die mittelfristigen Auswirkungen des Zwillingsdefizits in den Bereichen Staatshaushalt und Außenhandel sind jedoch nicht absehbar und bergen Risiken.

Keine Negativfolgen der Irak-Differenzen

Die AHKs rechnen - wenn alles gut geht - mit einer steigenden Importnachfrage nach deutschen Produkten von acht Prozent, nachdem die Lieferungen in den Jahren 2002 und 2003 rückläufig waren. Das Exportniveau des Jahres 2001 im deutsch-amerikanischen Handel könnte damit wieder erreicht werden.

Die politischen Verstimmungen zwischen Washington und Berlin im Zuge der Irak-Krise scheinen sich nicht nachhaltig negativ auf die Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Staaten ausgewirkt zu haben.

China: wichtigster Markt in Asien

Die durch SARS hervorgerufene Krise in vielen Ländern Asiens hat bei den Exporten in die Region keine gravierenden Spuren hinterlassen. In 2003 werden rund vier Prozent mehr Lie-ferungen aus Deutschland in die asiatisch-pazifische Region erwartet - in 2004 soll dieser Wert auf rund sechs Prozent ansteigen.

Damit erweist sich Asien erneut als wichtiger Wachstumsmotor im internationalen Handel. Besonders dynamisch zeigen sich neben der Volksrepublik China (2,3 Prozent Anteil am deutschen Export in 2002) nunmehr auch Länder wie Vietnam oder Malaysia.

Wirtschaftliche Aufwärtsbewegung in Japan erkennbar

Erstmals nach vielen Jahren macht sich eine wirtschaftliche Aufwärtsbewegung in Japan (1,19 Prozent Anteil) erkennbar: Für 2004 erwartet die AHK in Tokio einen Zuwachs der Importe 'Made in Germany' um gut 3 Prozent.

Wegen höherer Zuwachsraten (fast zehn Prozent) vergrößert sich Chinas relative Bedeutung als Handelspartner Deutschlands gegenüber Japan aber weiter: Im Jahr 2004 werden deutsche Unternehmen nach China mit einem Ausfuhrwert von knapp 19 Milliarden Euro fast doppelt so viel wie nach Japan mit rund 11 Milliarden Euro exportieren. Der Handel mit China übertrifft damit den Handel mit Ländern wie Polen und Tschechien.

Lateinamerika erholt sich langsam

Die Exporte Deutschlands nach Lateinamerika (1,4 Prozent) werden im laufenden Jahr um fast zwölf Prozent einbrechen. Insgesamt zeichnen die AHKs jedoch für 2004 einen verhal-tenen Optimismus, der sich in einer Steigerung des deutschen Exports nach Lateinamerika um gut sechs Prozent ausdrücken dürfte.

Brasilien (0,8 Prozent) rechnet für das nächste Jahr mit einer wirtschaftlichen Belebung und einem Anziehen der Importnachfrage. Chile (0,1 Prozent) erwartet im Gefolge des seit Anfang 2003 geltenden Freihandelsabkommens mit der EU einen deutlichen Anstieg des Außenhandels und prognostiziert für 2004 ein Plus deutscher Importe von neun Prozent. Das Nachbarland Argentinien hofft auf erste Anzeichen für ein Ende der Investitionszurückhaltung seit 2002.

Mittelost-Geschäft zieht an

Nach dem Ende des Irak-Krieges richten sich die Hoffnungen auch wieder auf den Nahen und Mittleren Osten (knapp 2 Prozent Anteil am deutschen Export). Mit einem geschätzten Anstieg von knapp sechs Prozent in diesem und mehr als zehn Prozent im nächsten Jahr verspricht die Region sogar die prozentual höchsten Exportzuwächse für deutsche Unter-nehmen weltweit.

Eine besonders starke Zunahme in Höhe von 24 Prozent erwartet die AHK im Iran (0,4 Prozent). Ein im Jahr 2002 geschlossener Investitionsfördervertrag mit Deutschland, die Ölpreisentwicklung sowie eine von der iranischen Regierung verfolgte Stärkung der Industrieproduktion im Privatsektor werden deutlich höhere deutsche Importe zur Folge haben. Im Handel mit dem Irak setzen wir darauf, dass die internationalen Organisationen vermehrt Wiederaufbauprojekte im Irak ausschreiben und bei der Auftragsvergabe auch deutsche Unternehmen zum Zuge kommen.

Afrika bleibt auf niedrigem Niveau

Die Exporte in die Länder Afrikas werden in diesem Jahr um gut drei Prozent steigen, 2004 hingegen um etwa vier Prozent sinken. Insbesondere die Prognosen für Südafrika (Abwertungsdruck beim Rand) und Nigeria (Importrestriktionen) sind enttäuschend. Demgegenüber stellt sich die Situation in Nordafrika positiv dar: Tunesien und Marokko erwarten Zuwächse von knapp fünf Prozent.

Im- und Exporte Deutschlands stehen in engem Zusammenhang: Vorprodukte und Rohstoffe aus dem Ausland fließen in die inländische Produktion von Exportgütern ein, so dass stei-gende Warenlieferungen an das Ausland auch mit höheren Einfuhren verbunden sind.

Für den Import prognostizieren die AHKs im Jahr 2004 höhere Lieferungen um rund vier Prozent. Die stärkste Dynamik entwickeln hier die Einfuhren aus den EU-Beitrittsländern, mit einem Plus von durchschnittlich elf Prozent, während die Länder der EU-15 Zone knapp drei Prozent mehr Waren nach Deutschland liefern dürften. Die Importe Deutschlands aus den USA steigen der Prognose zufolge im Jahr 2004 um knapp drei Prozent an.

Einfuhren aus Fernost werden kräftig wachsen

Die Einfuhren aus Fernost, insbesondere China, Korea und Australien werden kräftig wachsen. Insgesamt wird eine Zunahme von acht Prozent aus dem asiatisch-pazifischen Raum erwartet. Ähnliches gilt für Lateinamerika. Hier gehen die AHKs von durchschnittlichen Zuwachsraten von rund 7,5 Prozent aus.

Hauptlieferanten Deutschlands sind auch in 2004 Frankreich (9,9 Prozent), Niederlande (8,9 Prozent), USA (7,3 Prozent) Italien (6,7 Prozent, Großbritannien (6,5 Prozent); China liegt mit 4,9 Prozent an sechster Stelle."

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