Hält die Serie der grünen Q3-Zahlen?


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Hält die Serie der grünen Q3-Zahlen?

 
12.10.03 23:00
Nach starken Auftritten von Yahoo, Alcoa und SAP setzten Analysten darauf, dass die US-Berichtssaison weiterhin mit guten Zahlen aufwartet. Dabei gehören HighTech-Konzerne wie Intel und Sun Microsystems zu den Trendsettern. Hemmschuh für den Dax dürfte aber ein weiter steigender Euro sein.

Hamburg/Frankfurt - Quartalszahlen und der Kurs des Euro sind die bestimmenden Faktoren der kommenden Börsenwoche. In welche Richtung sich die Aktienkurse bewegen werden - darüber herrscht unter den Analysten zumindest kurzfristig Uneinigkeit.

Die Experten von M.M. Warburg erwarten Kursgewinne. Sowohl diesseits wie jenseits des Atlantiks gab es positive Überraschungen: Der amerikanische Aluminiumhersteller Alcoa  und der Internetanbieter Yahoo  und das deutsche Softwarehaus SAP  konnten die Erwartungen bei der Präsentation ihrer Zahlen übertreffen.

Nun rechnen die Analysten des Hamburger Bankhauses damit, dass es der Mehrzahl der Unternehmen gelingen wird, die Erwartungen zu erfüllen oder zu übertreffen. Die in den vergangenen Jahren üblichen Gewinnwarnungen seien weitgehend ausgeblieben.

Charttechnik: Indizes an Wendemarken

Die Abstimmungen zu Reformgesetzen im Deutschen Bundestag könnten für Bewegung im deutschen Leitindex sorgen. Stratege Stefan Mitropoulos von der Bankgesellschaft Berlin hält es für möglich, dass das Börsenbarometer bis Jahresende auf 4000 Zähler klettert. Am Freitagmittag wies der Dax  mit rund 3490 Punkten ein Plus von knapp zwei Prozent zum Schlusskurs der Vorwoche auf.

Die Commerzbank schreibt über das Wechselspiel an widersprüchlichen wirtschaftlichen Daten: "Insgesamt neigten die Marktteilnehmer bei leicht steigenden Kursen wieder zu einer zuversichtlicheren Einschätzung, die besonders genährt wurde von den ersten Quartalsdaten".

Der Markt warte nun gespannt auf die nächsten Konjunkturindikatoren und Unternehmensergebnisse. Aus technischer Sicht bewegten sich viele Indizes an einer entscheidenden Marke mit entsprechend großem Auf- oder Abwärtspotenzial. Sollte die Berichtssaison so positiv verlaufen wie sie begonnen hat, seien deutliche Kurserholungen möglich.

Die Commerzbank empfiehlt "ungeachtet der kurzfristig noch unklaren Lage angesichts guter mittel- bis längerfristigen Chancen vor allem Finanz- und Technologiewerte".

Zögerlicher fällt die Wochenprognose der Experten der DZ Bank aus. Sie gehen lediglich mittelfristig von steigenden Aktienmärkten aus. Die Impulse dafür sehen aber auch sie bei der laufenden Berichtssaison zum dritten Quartal in den USA. Da es im Vorfeld kaum Gewinnwarnungen gab, seien positive Ergebnisse zu erwarten. Diese Tendenz sollte sich anschließend bei den europäischen Unternehmen fortsetzen, betont die DZ Bank.

Intel, Ford, Coca-Cola, Nokia und Philips berichten

Dämpfer für den deutsche Aktienmarkt sind allerdings von der anhaltenden Stärke des Euro und der Ungewissheit über die Ölpreisentwicklung zu erwarten. Besonders davon betroffen sind Werte aus den Branchen Automobil, Chemie und Maschinenbau, wie die Analysten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger betonen. Eine Trendwende ist ihrer Meinung nach nicht in Sicht. Sollten in den nächsten Tagen die Quartalszahlen gut ausfallen, rechnet Ellwanger & Geiger jedoch ebenfalls mit einer positiven Stimmung für den Gesamtmarkt.

Aus Sicht von Analyst Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank steckt in den erwarteten Zahlen aber auch eine Gefahrenquelle. "Es ist bereits viel Optimismus in den Kursen. Da ist natürlich Rückschlagspotenzial vorhanden", mahnt Hellmeyer. Er verweist dabei auf die Zahlen des US-Konzerns General Electric , der im Quartal zwar mehr Umsatz, aber weniger Gewinn machte.

Aus den USA ist in der kommenden Woche eine Flut von Unternehmensnachrichten zu erwarten. Knapp 300 Firmen melden ihre Zahlen, darunter Schwergewichte wie Intel und Motorola  am Dienstag, General Motors  am Mittwoch, Sun Microsystems , Ford  und Coca-Cola  am Donnerstag.

In Europa melden unter anderem die Schwergewichte Philips  (Dienstag) und Nokia  (Donnerstag) ihre Zwischenergebnisse. In Deutschland stehen lediglich die Quartalszahlen von SAP am Donnerstag auf der Agenda. Die vorläufigen Umsatzzahlen hat das Unternehmen bereits in dieser Woche bekannt gegeben.

Außerdem wird Infineon  in der kommenden Woche eine Aufsichtsratssitzung abhalten - und bereits im Vorfeld mehren sich Übernahmegerüchte. Das passiert zwar nicht zum ersten Mal (ohne praktische Folgen), die Spekulationen beeinflussten den Infineon-Kurs trotzdem.

Am Dienstag werden die ZEW-Konjunkturerwartungen bekannt gegeben. Das Interesse der Investoren richtete sich auch auf das Beige Book, das die US-Notenbank am Mittwoch veröffentlicht. Am Donnerstag stehen der US-Arbeitsmarkt, die Industrieproduktion und die Kapazitätsauslastung im September an.

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