akt. Kurs 56
fairer Kurs 86 !!!
Greiffenberger AG: KAUFEN
2006er KGV von deutlich unter 10 – Profiteur der Maschinenbaukonjunktur – Aktie streng limitieren
ISIN:
DE0005897300WKN:
589730Marktsegment: Geregelter Markt
Branche: Maschinenbau Börsenplatz: München
Weitere Informationen:
www.greiffenberger.deProfil:
Die Greiffenberger AG mit Sitz in Marktredwitz und Verwaltung in Augsburg ist eine Holding mit Beteiligungen in verschiedenen Industriezweigen. Wesentliche Tochtergesellschaften sind die ABM Greiffenberger Antriebstechnik GmbH, die J. N. Eberle & Cie. GmbH, die Wiessner GmbH sowie die BKP Berolina Polyester GmbH & Co. KG. Tätigkeitsschwerpunkte sind die Produktion und der Vertrieb von Produkten der Antriebstechnik (Elektromotoren und Getriebe) sowie Präzisionsbandstahl und Sägen. Darüber hinaus ist der Konzern auf den Gebieten Air-Engineering für den Anlagenbau und glasfaserverstärkte Kunststoffe engagiert. Börsennotiert ist Greiffenberger seit 1986. Neben der Familie Greiffenberger, die rund 65% der Aktien hält, ist Karl Schmitt mit 15% der Aktien Großaktionär. Der Streubesitz beträgt knapp 24%. Die Aktie ist einmal pro Tag an der Börse München handelbar.
Fundamentale Daten und Schätzungen
Die Greiffenberger AG fungiert als Holding-Gesellschaft und besteht aus insgesamt vier Teilkonzernen. Im Geschäftsjahr 2005 erzielte die Greiffenberger-Gruppe einen Gesamtumsatz in Höhe von 148,5 Mio. € (Vorjahr: 146,3 Mio. €). Gleichzeitig beschäftigte die Gesellschaft rund 1220 Mitarbeiter. Nach schwierigen Jahren in 2002 und 2003, wo Greiffenberger Jahresfehlbeträge erwirtschaftete, ist die Gesellschaft in 2004 und 2005 wieder in ruhigere Fahrwasser gekommen.
Die Umsätze konnten in 2004 und 2005 oberhalb der 140-Mio.-€-Marke stabilisiert werden, und die hohe Nettoverschuldung wurde in diesen Jahren sukzessive reduziert. Nachdem nun auch die Restrukturierungsmaßnahmen bei den Tochtergesellschaften ABM und Wiessner weitgehend abgeschlossen sind, stehen die Ampeln auf grün.
Entwicklung der einzelnen Töchtergesellschaften:
Den größten Umsatzbeitrag steuerte die ABM mit Sitz in Marktredwitz bei. ABM ist ein Spezialist für Getriebe und Elektromotoren für den Maschinenbau. Im Jahr steigerte die ABM ihren Umsatz von 70,9 Mio. € auf 77,1 Mio. € und erzielte hierbei ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 5,2 Mio. € (Vorjahr 2,5 Mio. €). Wie die gesamte Maschinenbaubranche profitierte ABM von einer starken Auslandsnachfrage und einer wieder anziehenden Binnennachfrage. Der Auftragseingang lag Ende 2005 mit 89,4 Mio. € deutlich über dem Vorjahresniveau von 75,4 Mio. € und deutet auf eine ungebrochen positive Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr hin.
Ebenfalls sehr positiv entwickelte sich die in Augsburg ansässige Eberle. Eberle produziert Hochleistungssägebänder und Präzisionsbandstahl für industrielle Anwendungen. 2005 wurde für Eberle zu einem Rekordjahr in Umsatzentwicklung und Ordereingänge. Der Umsatz konnte um 16% auf 34,1 Mio. € gesteigert werden (Vorjahr 29,5 Mio. €). Die Exportquote der Gesellschaft liegt bei ungefähr 90%, wobei in 2005 vor allem der Export nach China, Osteuropa und den USA sehr stark zugenommen hat. Der Auftragseingang stieg um 18% auf 37,1 Mio. € (Vorjahr 31,4 Mio. €). Das EBIT lag mit 2,9 Mio. € leicht unter dem Vorjahresergebnis in Höhe von 3,2 Mio. €. Das hohe Book-to-bill sollte dafür sorgen, dass auch im laufenden Geschäftsjahr wieder ein sehr gutes Ergebnis erwartet werden kann. Des Weiteren hat Eberle angekündigt, dass in diesem Jahr Investitionen von rund 2 Mio. € für die Kapazitätserweiterung der Sägenproduktion und der Ofenanlage vorgesehen sind.
Hervorragend entwickelte sich auch die BKP. Hier hält Greiffenberger eine Beteiligung von 75%. BKP ist mit ihren Produkten in den Geschäftsfeldern Kanalsanierung, Behälterbau und Rohrummantelung tätig. BKP konnte das Jahr 2005 mit einem kräftigen Umsatzsprung abschließen. Der Umsatz konnte um über 30% auf rund 11 Mio. € gesteigert werden (Vorjahr 8,5 Mio. €). Die BKP ist die kleinste und zugleich margenstärkste Einheit im Greiffenberger Verbund. Das EBIT lag in 2005 bei 1,8 Mio. € (Vorjahr 1,2 Mio. €). Auch bei der BKP wurden die Produktionskapazitäten in 2005 ausgebaut. Für das Jahr 2006 erwarten wir, dass BKP den Umsatz weiter steigern kann und dass sich das operative Ergebnis weiterhin auf einem hohen Niveau bewegen wird.
Das Sorgenkind im Greiffenberger-Konzern war im abgelaufenen Geschäftsjahr die Wiessner GmbH mit Sitz in Bayreuth. Wiessner deckt die gesamte Bandbreite von lufttechnischen Anwendungen ab - von der Klimatisierung über die Prozesslufttechnik bis zur Wärmerückgewinnung. Nach einem Rekordumsatz von 37,4 Mio. € in 2004 brachen die Umsatzerlöse im Jahr 2005 auf 26,2 Mio. € regelrecht ein. Neben schwachen Auftragseingängen zu Beginn des Jahres 2005 war auch die Abrechnung eines Großauftrages in 2004 mit RWE/Stendal in Höhe von 14,7 Mio.€ verantwortlich. Das operative Ergebnis fiel mit -3,1 Mio. € tiefrot aus (Vorjahr 0,5 Mio. €).
In der Zwischenzeit wurden vom Management jedoch Kostensenkungsmaßnahmen eingeleitet, die sich bereits im laufenden Geschäftsjahr sowie in 2007 deutlich in den Kostenstrukturen von Wiessner niederschlagen sollten. Auch die Auftragslage gestaltet sich inzwischen wieder deutlich freundlicher als im Vorjahr. Für 2006 rechnen wir mit einem Umsatzwachstum sowie einer Rückkehr in die schwarzen Zahlen, wobei das operative Ergebnis nur leicht positiv ausfallen dürfte. Einen deutlichen Ergebnissprung bei der Wiessner sehen wir dagegen erst im Jahr 2007.
Erfreuliche Geschäftsentwicklung der Greiffenberger-Gruppe in 2005:
Im Sog der gut laufenden Maschinenbaubranche konnte auch Greiffenberger eine erfreuliche operative Entwicklung vorweisen. Der Konzernumsatz konnte leicht auf 148,5 Mio. € gesteigert werden. Mit Ausnahme der Wiessner GmbH trugen alle Töchter zum Wachstum mit bei. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag mit 12,9 Mio. € leicht unter dem Vorjahr (13,2 Mio. €).
Wie oben beschrieben, ist der Grund in der enttäuschenden Entwicklung von Wiessner zu finden.
Die Abschreibungen lagen mit 6,85 Mio. € knapp unter dem Vorjahreswert. Das EBIT im Konzern belief sich in 2005 folgerichtig auf 6,05 Mio. € (Vorjahr 6,25 Mio. €). Aufgrund der weiter zurückgeführten Nettoverschuldung in 2005 auf nunmehr rund 59 Mio. € verbesserte sich das Finanzergebnis geringfügig auf -4,2 Mio. € (Vorjahr -4,4 Mio. €). Die Nettoverschuldung und damit einhergehend die hohen Zinszahlungen sind nach wie vor das Manko bei Greiffenberger. Nach Abzug der Minderheitenanteile für BKP lag der Jahresüberschuss für das Gesamtjahr 2005 bei rund 1 Mio. € (Vorjahr 1,24 Mio. €).
Bilanzielle Situation von Greiffenberger:
Nach wie vor problematisch gestaltet sich die bilanzielle Situation bei Greiffenberger. Hier ist die Schwäche von Greiffenberger zu sehen. Im Zeitraum 2001 bis 2003 investierte die Gesellschaft insgesamt 37,4 Mio. € in Sachanlagevermögen. Hinzu kam, dass in den Jahren 2002 und 2003 ein Jahresfehlbetrag anfiel und der operative Cashflow zu dürftig ausfiel, um die Investitionen aus eigener Hand finanzieren zu können. Die Verschuldung nahm Ende 2003 eine Größenordnung an, die bei einer andauernden schlechten Unternehmensentwicklung existenzbedrohend gewesen wäre.
Der Vorstand ist dieses Problem jedoch angegangen und die guten operativen Cashflows der letzten beiden Jahre dazu verwendet, die Nettoverschuldung (Zinsbare Verbindlichkeiten abzüglich der liquiden Mittel) deutlich zu reduzieren. So wurde die Nettoverschuldung von 71,7 Mio. € in 2003 um 17,3 Mio. € auf 54,4 Mio. € Ende 2005 zurückgeführt. Neben geringeren Investitionen wurde auch die Dividendenzahlung an die Aktionäre ausgesetzt. Nachstehende Grafik veranschaulicht den Entschuldungsprozess.
Dieser Prozess muss auch in Zukunft weiter durchgeführt werden und besitzt unserer Meinung nach auch Priorität gegenüber einer Dividendenzahlung. Für das laufende Geschäftsjahr gehen wir davon aus, dass die Nettoverschuldung um mindestens 6 bis 7 Mio. € weiter zurückgeführt wird. Eine Nettoverschuldung unterhalb von 50 Mio. € liegt angesichts des Umsatzvolumens in einem Rahmen, der zwar immer noch hoch, jedoch akzeptabel ist.
Das bilanzielle Eigenkapital lag Ende 2005 bei 25,3 Mio. € und damit oberhalb der aktuellen Marktkapitalisierung von 23,1 Mio. €. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass Greiffenberger noch über Verlustvorträge in nennenswerter Größenordnung verfügt (Körperschaftsteuerliche Verlustvorträge von ca. 20 Mio. € und gewerbesteuerliche Verlustvorträge von 14 Mio. €). Der tatsächliche Steueraufwand wird auch in den Folgejahren gering ausfallen, auch wenn nach IFRS eine fiktive Steuerquote von rund 38% in der GuV ausgewiesen wird. Der Steuervorteil kann zur weiteren Tilgung des Fremdkapitals verwendet werden.
Ausblick :
Weiteren Auftrieb bekommt Greiffenberger von der Marktseite. Ende Juli vermeldete der Branchenverband VDMA, dass der Umsatz im Maschinenbau in Deutschland im
1. Halbjahr 2006 um 9% zugelegt hat. Auch für das kommende Jahr 2007 rechnet der VDMA mit neuen Rekorden bei Produktion und Umsatz.
Der Boom in der Branche geht nicht spurlos an Greiffenberger vorbei. Das laufende Jahr wird nach unserer Einschätzung sehr gut ausfallen. Anlässlich der Hauptversammlung Ende Juni 2006 gab der Vorstand einen Bericht über die ersten fünf Monate 2006 und einen konkreten Ausblick für das laufende Jahr. Dies ist umso bemerkenswerter, da konkrete Ergebnisprognosen vom Vorstand in den letzten drei Jahren nicht kommuniziert worden sind. Wir sehen hier einen bedeutenden Schritt hin zu einer transparenteren Kommunikation mit den Aktionären.
Für 2006 erwarten wir einen Umsatzanstieg um knapp 12% auf 166 Mio. € sowie ein EBITDA in Höhe von 17,7 Mio. €. Den Jahresüberschuss schätzen wir auf 4,37 Mio. €, was einem Ergebnis pro Aktie von 9,92 € entspricht. Hauptverantwortlich für den deutlichen Ergebnissprung sollte die Rückkehr von Wiessner in die schwarzen Zahlen sein. Nicht zu vergessen, fiel hier in 2005 ein satter Verlust von 3 Mio. € an. Aber auch die anderen Gesellschaften sollten sich weiterhin sehr gut entwickeln. In 2007 erwarten wir weitere Steigerungsraten bei Umsatz und Ergebnis, nicht zuletzt wegen einer dann profitablen Wiessner.
Fazit:
Mittels unseres Discounted Cashflow Modells errechnen wir für die Aktie von Greiffenberger einen fairen Wert von 86,97 €. Dies entspricht einem Kurspotenzial von 72%. Das aktuelle KGV auf Basis 2006 beträgt sehr günstige 5,3. Greiffenberger profitiert zum einen von der guten Branchenkonjunktur und zum anderen von den eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen. Das Jahr 2006 wird nach unserer Einschätzung das erfolgreichste der Firmengeschichte. Ein großer Nachteil ist die Handelbarkeit der Aktie. Die Aktie ist nur an der Börse München handelbar, und dies nur zur täglichen Mittagsauktion. Daher ist es strengstens geboten, bei Käufen der Aktie ein Limit zu setzen. Eine Umstellung auf den variablen Handel wäre daher sehr zu befürworten.