Goldman Sachs erwartet stark steigende Preise für Industrie-Rohstoffe
Knappes Angebot und eine anspringende Konjunktur könnten auf den Rohstoffmärkten eine unangenehme Allianz bilden.
LONDON. Die internationale Investmentbank Goldman Sachs erwartet eine Preis-Explosion bei internationalen Industrie-Rohstoffen. Gegenwärtig dümpeln die Preise für Metalle und Erdöl zwar noch nahe ihrer langjährigen Tiefstände. So brach der Preis für das Schwarze Gold binnen Jahresfrist um 40 Prozent ein, Metalle verloren im selben Zeitraum 18 Prozent an Wert. Einzige Voraussetzung, die die Goldman Sachs-Experten ihrer Prognose zugrunde legen: Die Konjunktur springt weltweit wieder an.
Tritt dieses Szenario ein, werde sich die "Old Economy" rächen, meint Goldman-Sachs-Analyst Steve Strongin. Was er damit meint, ist, daß im letzten Konjunkturzyklus (1991-2000) die Investitionen in neue Kapazitäten des Rohstoffsektors derart vernachlässigt wurden, daß jetzt bereits eine geringe Nachfragebelebung ausreichen würde, die Preise nach oben zu katapultieren. Insbesondere bei den Metallen. Als Beispiel nennt Strongin Aluminium.
Die globalen Produktions-Kapazitäten sind bei dem Leichtmetall zwischen 1991 und 2000 im Jahresschnitt um lediglich 2,4 Prozent gewachsen. In den vergangenen fünf Konjunkturzyklen seit 1960 stiegen die Kapazitäten noch doppelt so schnell. Wäre die Weltwirtschaft 2001 nicht in eine Rezession gestürzt, so hätte der Aluminiumpreis nach Ansicht der Goldman-Experten bereits kräftig zugelegt. Die Vorräte wären im 3. Quartal 2001 auf das operative Minimum abgesackt, was den Preis auf die 2500 Dollar-Marke je Tonne katapultieren hätte können. Derzeit notiert das Leichtmetall an der Londoner Metallbörse bei knapp 1386 Dollar.
Bei einer Reihe von anderen Metallen verhalte sich die Situation ähnlich. Bei Kupfer ist die Verknappung der Produktionskapazitäten allerdings nicht so drastisch ausgefallen. Doch bei Kupfer dürfte die jährliche Förderleistung in der näheren Zukunft nicht stark wachsen. Schon aufgrund der langen Vorlaufzeiten für die Inbetriebnahme neuer Kapazitäten sei ein eher geringer Anstieg des Angebots für die nächsten Jahre zu erwarten. Steigt also die Nachfrage leicht, wäre der Effekt auf der Preisseite größer.
Auch die Ölförderkapazitäten nahmen seit 1990 nur noch um jährlich 1,4 Prozent zu. Mittelfristig sei jedoch vor allem bei Erdgas eine Verknappung zu erwarten. Die Erschließung neuer Reserven, insbesondere in den USA, halte mit deren Abbau nicht mehr Schritt.
Selbst wenn die Energiepreise kurzfristig noch weiter einbrechen könnten, postuliert Goldman Sachs für die nächsten zwölf Monate eine Wertsteigerung für Anleger von fünf Prozent für Rohstoff-Fonds. Dem hauseigenen Fonds legen die Analysten die Latte ziemlich hoch: Binnen der nächsten zwölf Monate soll die Rendite zumindest bei acht Prozent liegen, weil die Anlagen in Industrie- und Edelmetallen überdurchschnittlich wachsen würden.
Knappes Angebot und eine anspringende Konjunktur könnten auf den Rohstoffmärkten eine unangenehme Allianz bilden.
LONDON. Die internationale Investmentbank Goldman Sachs erwartet eine Preis-Explosion bei internationalen Industrie-Rohstoffen. Gegenwärtig dümpeln die Preise für Metalle und Erdöl zwar noch nahe ihrer langjährigen Tiefstände. So brach der Preis für das Schwarze Gold binnen Jahresfrist um 40 Prozent ein, Metalle verloren im selben Zeitraum 18 Prozent an Wert. Einzige Voraussetzung, die die Goldman Sachs-Experten ihrer Prognose zugrunde legen: Die Konjunktur springt weltweit wieder an.
Tritt dieses Szenario ein, werde sich die "Old Economy" rächen, meint Goldman-Sachs-Analyst Steve Strongin. Was er damit meint, ist, daß im letzten Konjunkturzyklus (1991-2000) die Investitionen in neue Kapazitäten des Rohstoffsektors derart vernachlässigt wurden, daß jetzt bereits eine geringe Nachfragebelebung ausreichen würde, die Preise nach oben zu katapultieren. Insbesondere bei den Metallen. Als Beispiel nennt Strongin Aluminium.
Die globalen Produktions-Kapazitäten sind bei dem Leichtmetall zwischen 1991 und 2000 im Jahresschnitt um lediglich 2,4 Prozent gewachsen. In den vergangenen fünf Konjunkturzyklen seit 1960 stiegen die Kapazitäten noch doppelt so schnell. Wäre die Weltwirtschaft 2001 nicht in eine Rezession gestürzt, so hätte der Aluminiumpreis nach Ansicht der Goldman-Experten bereits kräftig zugelegt. Die Vorräte wären im 3. Quartal 2001 auf das operative Minimum abgesackt, was den Preis auf die 2500 Dollar-Marke je Tonne katapultieren hätte können. Derzeit notiert das Leichtmetall an der Londoner Metallbörse bei knapp 1386 Dollar.
Bei einer Reihe von anderen Metallen verhalte sich die Situation ähnlich. Bei Kupfer ist die Verknappung der Produktionskapazitäten allerdings nicht so drastisch ausgefallen. Doch bei Kupfer dürfte die jährliche Förderleistung in der näheren Zukunft nicht stark wachsen. Schon aufgrund der langen Vorlaufzeiten für die Inbetriebnahme neuer Kapazitäten sei ein eher geringer Anstieg des Angebots für die nächsten Jahre zu erwarten. Steigt also die Nachfrage leicht, wäre der Effekt auf der Preisseite größer.
Auch die Ölförderkapazitäten nahmen seit 1990 nur noch um jährlich 1,4 Prozent zu. Mittelfristig sei jedoch vor allem bei Erdgas eine Verknappung zu erwarten. Die Erschließung neuer Reserven, insbesondere in den USA, halte mit deren Abbau nicht mehr Schritt.
Selbst wenn die Energiepreise kurzfristig noch weiter einbrechen könnten, postuliert Goldman Sachs für die nächsten zwölf Monate eine Wertsteigerung für Anleger von fünf Prozent für Rohstoff-Fonds. Dem hauseigenen Fonds legen die Analysten die Latte ziemlich hoch: Binnen der nächsten zwölf Monate soll die Rendite zumindest bei acht Prozent liegen, weil die Anlagen in Industrie- und Edelmetallen überdurchschnittlich wachsen würden.