bei einer Pleite nach Chapter 11 gehen übrigens die Aktionäre in der Regel L E E R aus!
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S&P: Pleite-Gefahr für General Motors
von Detlev Landmesser
An der Börse sollte man sich nie zu sicher fühlen: Nicht nur Politik und Naturereignisse, sondern auch einzelne Unternehmen können den Kursen plötzliche Tiefschläge versetzen. Besonders wenn sie General Motors heißen.
Schon lange ist der weltgrößte Autobauer ein Sorgenkind der Wall Street. Jetzt sind aber ungewohnt deutliche Worte gefallen. Nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) ist die Gefahr eines Bankrotts von GM durchaus real.
Diese Möglichkeit sei "nicht weit hergeholt", sollte der gegenwärtige Trend bei dem angeschlagenen Autogiganten anhalten, erklärte S&P-Analyst Scott Sprinzen am Montagabend auf einer Telefonkonferenz.
Zuvor hatte die Rating-Agentur ihre Bonitätsnote für die Kreditwürdigkeit von GM gleich um zwei weitere Stufen heruntergesetzt, und zwar von "BB-" auf "B". Das sind fünf Stufen weniger als der so genannte "Investment Grade", eine Art Unbedenklichkeitsbescheinigung, in die Anleihen einer Gesellschaft zu investieren. S&P teilte zudem mit, der Ausblick für GM sei negativ. Damit könnte die Bewertung in den kommenden beiden Jahren weiter gesenkt werden (vgl. den Beitrag "Ratings: Viel mehr als bloße Buchstaben"). S&P warnte, dass GM möglicherweise seine Schulden umstrukturieren müsse, falls sich die Lage dort nicht bessere.
Die GM-Aktie gab daraufhin nachbörslich 1,6 Prozent auf 22,67 Dollar nach. Wie gering der Markt die Zahlungsfähigkeit des Autoriesen beurteilt, zeigt sich auch an den Anleihekursen. Die bis 2033 laufende Anleihe mit einem Nominalzins von 8,375 Prozent war an der Wall Street zuletzt zu 71,1 Prozent zu haben.
Eine Pleite derartigen Ausmaßes würde sofort weite Kreise ziehen: Nicht nur die Banken hätten ein Problem mit Milliarden ausgeliehener Dollars, auch eine ganze Heerschar von Zulieferern und anderen Gläubigern würde mit in den Strudel gerissen werden. Das würde ohne Zweifel auch die weltweiten Finanzmärkte in Mitleidenschaft ziehen.
General Motors hat in diesem Jahr einen Verlust von fast vier Milliarden Dollar angehäuft. Der Autokonzern ringt mit hohen Gesundheits- und Rohstoffkosten, gleichzeitig brechen die Absätze der einst gefragten Spritschlucker von GM weg.
Zuletzt kündigte der US-Konzern den Abbau von 30.000 weiteren Arbeitsplätzen an. In Europa hatte der Opel-Mutterkonzern bereits im vergangenen Jahr ein Sanierungsprogramm durchgesetzt, das allein in Deutschland den Abbau von 10.000 Stellen vorsieht.
Größter GM-Anteilseigner ist der Multimilliardär Kirk Kerkorian, der über seine Holding Tracinda 9,9 Prozent der Anteile kontrolliert. Doch auch Kerkorian wurde zuletzt vergrault. Tracinda strebt einen Sitz im GM-Verwaltungsrat an. Beide Seiten konnten sich aber am Montag nicht darüber einigen.
Quelle:
boerse.ard.de
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S&P: Pleite-Gefahr für General Motors
von Detlev Landmesser
An der Börse sollte man sich nie zu sicher fühlen: Nicht nur Politik und Naturereignisse, sondern auch einzelne Unternehmen können den Kursen plötzliche Tiefschläge versetzen. Besonders wenn sie General Motors heißen.
Schon lange ist der weltgrößte Autobauer ein Sorgenkind der Wall Street. Jetzt sind aber ungewohnt deutliche Worte gefallen. Nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) ist die Gefahr eines Bankrotts von GM durchaus real.
Diese Möglichkeit sei "nicht weit hergeholt", sollte der gegenwärtige Trend bei dem angeschlagenen Autogiganten anhalten, erklärte S&P-Analyst Scott Sprinzen am Montagabend auf einer Telefonkonferenz.
Zuvor hatte die Rating-Agentur ihre Bonitätsnote für die Kreditwürdigkeit von GM gleich um zwei weitere Stufen heruntergesetzt, und zwar von "BB-" auf "B". Das sind fünf Stufen weniger als der so genannte "Investment Grade", eine Art Unbedenklichkeitsbescheinigung, in die Anleihen einer Gesellschaft zu investieren. S&P teilte zudem mit, der Ausblick für GM sei negativ. Damit könnte die Bewertung in den kommenden beiden Jahren weiter gesenkt werden (vgl. den Beitrag "Ratings: Viel mehr als bloße Buchstaben"). S&P warnte, dass GM möglicherweise seine Schulden umstrukturieren müsse, falls sich die Lage dort nicht bessere.
Die GM-Aktie gab daraufhin nachbörslich 1,6 Prozent auf 22,67 Dollar nach. Wie gering der Markt die Zahlungsfähigkeit des Autoriesen beurteilt, zeigt sich auch an den Anleihekursen. Die bis 2033 laufende Anleihe mit einem Nominalzins von 8,375 Prozent war an der Wall Street zuletzt zu 71,1 Prozent zu haben.
Eine Pleite derartigen Ausmaßes würde sofort weite Kreise ziehen: Nicht nur die Banken hätten ein Problem mit Milliarden ausgeliehener Dollars, auch eine ganze Heerschar von Zulieferern und anderen Gläubigern würde mit in den Strudel gerissen werden. Das würde ohne Zweifel auch die weltweiten Finanzmärkte in Mitleidenschaft ziehen.
General Motors hat in diesem Jahr einen Verlust von fast vier Milliarden Dollar angehäuft. Der Autokonzern ringt mit hohen Gesundheits- und Rohstoffkosten, gleichzeitig brechen die Absätze der einst gefragten Spritschlucker von GM weg.
Zuletzt kündigte der US-Konzern den Abbau von 30.000 weiteren Arbeitsplätzen an. In Europa hatte der Opel-Mutterkonzern bereits im vergangenen Jahr ein Sanierungsprogramm durchgesetzt, das allein in Deutschland den Abbau von 10.000 Stellen vorsieht.
Größter GM-Anteilseigner ist der Multimilliardär Kirk Kerkorian, der über seine Holding Tracinda 9,9 Prozent der Anteile kontrolliert. Doch auch Kerkorian wurde zuletzt vergrault. Tracinda strebt einen Sitz im GM-Verwaltungsrat an. Beide Seiten konnten sich aber am Montag nicht darüber einigen.
Quelle:
boerse.ard.de