Rangelei um mb Software
Bad Homburg/Hameln (vwd) - Für die insolvente mb Software AG, Hameln,
liegen zwei Kaufangebote vor. Eins vom ehemaligen Vorstandsvorsitzenden
Bernhard Mursch und eins von der Alpha Unison GmbH, Bad Homburg. Der
Insolvenzverwalter Helge Wachsmuth spricht mit beiden Bewerbern. Das Angebot
von Mursch sei allgemein gefasst und bedürfe der Konkretisierung, sagte er.
Alpha Unison habe zur Prüfung weitere Unterlagen angefordert. Das Bad
Homburger Unternehmen interessiert sich für die GmbH und die
Softwareprodukte. Damit würde ein Großteil der Arbeitsplätze gesichert,
sagte Geschäftsführer Jörg-Peter Schultheis am Donnerstag zu vwd. Den
gebotenen Kaufpreis nannte er mit Verweis auf die sensible Phase der
Verhandlungen nicht.
Nach Meinung von Schultheis will Mursch nicht, das das Hamelner
Softwareunternehmen an einen anderen verkauft wird. Allein aus diesem Grund
habe er ein Angebot abgegeben. "Herr Mursch blufft und will nur Zeit
gewinnen", betonte er. Mursch gehe es nicht um die Sicherung von
Arbeitplätzen, sondern nur um die Befriedigung des Ego. Mursch träume davon,
mit seinen ehemaligen Kollegen und den Mitarbeitern der Eurosoft GmbH,
Moskau, bei mb Software wieder einzusteigen und neu anzufangen. Eurosoft sei
aber zahlungsunfähig und die Mitarbeiter seien im unbezahlten Urlaub.
Alpha Unison arbeitet nach Angaben von Schultheis schon lange mit mb
Software zusammen. "Ich kenne das Geschäft und den Markt", betonte er. Ein
schneller Abschluss der Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter sei aber
nicht in Sicht. Eurosoft mache nämlich Rechte an der Software des Hamelner
Unternehmens geltend. Diese Ansprüche würden gegenwärtig geprüft.
+++ Kirsten Bienk
vwd/8.11.2001/kib/mr/sei