Für Masochisten: Die „Forbes“-Liste der Milliardäre
22. Juni 2001 Warum interessieren sich die Menschen eigentlich für Hitlisten der reichsten Männer und Frauen auf der Welt? Leicht masochistisch angehaucht muss man schon sein, um die Liste, die das amerikanische Wirtschaftsmagazin „Forbes“ jedes Jahr veröffentlicht, goutieren zu können.
Man kann es aber auch umgekehrt sehen, sich einreden, dass „die“ es doch nicht verdient haben. Bill Gates etwa. Dieser „Nerd“ mit seiner Nickelbrille? Der Microsoft-Gründer ist weiterhin der reichste Mensch der Erde (Gesamtvermögen 58,7 Milliarden Dollar). Aber müsste dieses Prachtexemplar der Evolution, dieser König der Welt, nicht anders aussehen: ein Strahlemann, in der Linken die Zigarre, in der rechten den Golfschläger. Aber so sehen sie nie aus, die Allerreichsten: Wenn Reichtum eine gewisse Größe erreicht hat, lässt der Ehrgeiz nach, ihn nach außen zu demonstrieren. Motto: Bloß keinen Neid schüren.
Aldi: Preisgünstig Milliardär werden
Zweitreichster Mensch der Welt ist nach den „Forbes“-Berechnungen der amerikanische Investment-Mogul und Besitzer der Firma Hathaway, Warren Edward Buffet mit 32,3 Milliarden Dollar. Auf dem dritten Rang sonnt sich der Gates-Kollege und Mitbegründer der Software-Schmiede Microsoft Paul Gardner Allen (30,4 Milliarden Dollar). Zu den ersten 10 gehören auch 5 Mitglieder der amerikanischen Walton-Familie, die ihr Geld mit der Einzelhandelskette Wal-Mart machte. Würden sie ihr Vermögen zusammenlegen, kämen sie auf 93 Milliarden Dollar und wären die mit Abstand reichste Familie der Welt.
Man lernt noch etwas: Reichtum hat mit Glamour nicht immer was zu tun. Auf Platz fünf finden sich die deutschen Besitzer der Billigladen-Kette Aldi. Theo und Karl Albrecht vermehrten dank guter Aldi-Umsätze ihr Vermögen innerhalb eines Jahres um 5 Milliarden Dollar und besitzen nun 25 Milliarden Dollar.
Zu den großen Verlierern gehört der deutsche Medienunternehmer Thomas Haffa, der den größten Teil seines Vermögens an der Börse einbüßte und aus dem Milliardärs-Club rausflog. Weit oben taucht auch die BMW-Familie um Johanna Quandt auf. Ein Privatvermögen von 17,8 Milliarden Dollar sicherte ihnen Platz 12. Immerhin Rang 20 sicherten dem Münchner Medienmogul Leo Kirch seine 12 Milliarden Dollar.
28 Deutsche in der Liste
Unter den Milliardären der Welt sind „Forbes“ zufolge 28 Deutsche - etwa die Versandhaus-Familie Otto mit 5 Milliarden Dollar, die Pudding-Familie Oetker mit 4,4, die Werkzeug-Familie Bosch mit 2,3 und der Verleger Hubert Burda mit 2 Milliarden Dollar.
Die reichsten Frauen der Welt sind übrigens Alice und Helen Walton, Töchter des Wal-Mart-Gründers Sam Walton. Die reichste Frau außerhalb Amerikas ist die Mitbesitzerin von BMW, Johanna Quandt.
Der „Economist“ berichtet derweil, dass die Reichen weltweit immer reicher würden und die Schere zu den Armen sich immer weiter öffne.
Die erste Liste der Superreichen erschien übrigens 1892. Die Protestbewegung gegen den Protektionismus in Amerika wollte bekannt machen, dass 31.000 amerikanische Geschäftsleute nur deshalb Millionäre wurden, weil die Einfuhrzölle hoch waren. Zumindest das ist tröstlich: Es wird immer Leute geben, die reicher sind als wir - in jedem Wirtschaftssystem.
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22. Juni 2001 Warum interessieren sich die Menschen eigentlich für Hitlisten der reichsten Männer und Frauen auf der Welt? Leicht masochistisch angehaucht muss man schon sein, um die Liste, die das amerikanische Wirtschaftsmagazin „Forbes“ jedes Jahr veröffentlicht, goutieren zu können.
Man kann es aber auch umgekehrt sehen, sich einreden, dass „die“ es doch nicht verdient haben. Bill Gates etwa. Dieser „Nerd“ mit seiner Nickelbrille? Der Microsoft-Gründer ist weiterhin der reichste Mensch der Erde (Gesamtvermögen 58,7 Milliarden Dollar). Aber müsste dieses Prachtexemplar der Evolution, dieser König der Welt, nicht anders aussehen: ein Strahlemann, in der Linken die Zigarre, in der rechten den Golfschläger. Aber so sehen sie nie aus, die Allerreichsten: Wenn Reichtum eine gewisse Größe erreicht hat, lässt der Ehrgeiz nach, ihn nach außen zu demonstrieren. Motto: Bloß keinen Neid schüren.
Aldi: Preisgünstig Milliardär werden
Zweitreichster Mensch der Welt ist nach den „Forbes“-Berechnungen der amerikanische Investment-Mogul und Besitzer der Firma Hathaway, Warren Edward Buffet mit 32,3 Milliarden Dollar. Auf dem dritten Rang sonnt sich der Gates-Kollege und Mitbegründer der Software-Schmiede Microsoft Paul Gardner Allen (30,4 Milliarden Dollar). Zu den ersten 10 gehören auch 5 Mitglieder der amerikanischen Walton-Familie, die ihr Geld mit der Einzelhandelskette Wal-Mart machte. Würden sie ihr Vermögen zusammenlegen, kämen sie auf 93 Milliarden Dollar und wären die mit Abstand reichste Familie der Welt.
Man lernt noch etwas: Reichtum hat mit Glamour nicht immer was zu tun. Auf Platz fünf finden sich die deutschen Besitzer der Billigladen-Kette Aldi. Theo und Karl Albrecht vermehrten dank guter Aldi-Umsätze ihr Vermögen innerhalb eines Jahres um 5 Milliarden Dollar und besitzen nun 25 Milliarden Dollar.
Zu den großen Verlierern gehört der deutsche Medienunternehmer Thomas Haffa, der den größten Teil seines Vermögens an der Börse einbüßte und aus dem Milliardärs-Club rausflog. Weit oben taucht auch die BMW-Familie um Johanna Quandt auf. Ein Privatvermögen von 17,8 Milliarden Dollar sicherte ihnen Platz 12. Immerhin Rang 20 sicherten dem Münchner Medienmogul Leo Kirch seine 12 Milliarden Dollar.
28 Deutsche in der Liste
Unter den Milliardären der Welt sind „Forbes“ zufolge 28 Deutsche - etwa die Versandhaus-Familie Otto mit 5 Milliarden Dollar, die Pudding-Familie Oetker mit 4,4, die Werkzeug-Familie Bosch mit 2,3 und der Verleger Hubert Burda mit 2 Milliarden Dollar.
Die reichsten Frauen der Welt sind übrigens Alice und Helen Walton, Töchter des Wal-Mart-Gründers Sam Walton. Die reichste Frau außerhalb Amerikas ist die Mitbesitzerin von BMW, Johanna Quandt.
Der „Economist“ berichtet derweil, dass die Reichen weltweit immer reicher würden und die Schere zu den Armen sich immer weiter öffne.
Die erste Liste der Superreichen erschien übrigens 1892. Die Protestbewegung gegen den Protektionismus in Amerika wollte bekannt machen, dass 31.000 amerikanische Geschäftsleute nur deshalb Millionäre wurden, weil die Einfuhrzölle hoch waren. Zumindest das ist tröstlich: Es wird immer Leute geben, die reicher sind als wir - in jedem Wirtschaftssystem.