Frühaufsteher, der tägl. Ausblick a.d. Börse


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jack303:

Frühaufsteher, der tägl. Ausblick a.d. Börse

 
24.03.03 07:56
Dax dürfte vorsichtig tendieren

24. März 2003 Die Kampfhandlungen im Irak verlaufen nicht ganz so reibungslos wie erwartet. Das könnte die Stimmung an den Börsen - trotz des starken Momentums der vergangenen Tage - zunächst etwas dämpfen. Die Futures zeigen zumindest für die amerikanischen Börsen leichte Abschläge an, der Euro und die Rentenmärkte können leicht zulegen.

Anleihen dürften sich stabilisieren

Stark steigende Kurse an den Börsen forderten in den vergangenen Tagen an den Rentemärkten ihr Tribut. Denn es kam zu deutlichen Kursverlusten. Am Montag dürfte sich die Lage stabilisieren, da die Nachrichten aus dem Irak andeuten, dass der Vormarsch der Truppen unter amerikanischen Führung doch nicht ganz so reibungslos vor sich gehen könnte, wie es vielfach unterstellt wurde.

Dollar gibt gegen Yen und Euro nach

Der Dollar hat am Montag im Devisenhandel gegen den Yen und den Euro nachgegeben. Händler sagten, es werde befürchtet, dass der von den USA angeführte Irak-Krieg länger dauern könnte als ursprünglich angenommen. Die US-Truppen waren am Wochenende auf erheblichen Widerstand irakischer Einheiten gestoßen. US-Präsident George dämpfte zudem die Hoffnungen auf einen schnellen Sieg. Der Dollar sank zunächst auf 120,85 Yen, legte später jedoch wieder auf bis zu 121,18 Yen zu. Im US-Handel hatte er am Freitag mit 121,50 Yen geschlossen. Der Euro verteuerte sich auf 1,0604 Dollar nach einem Schlusskurs von 1,0525 Dollar am Freitag.

Tokios Aktienbörse sehr fest

Die Aktienbörse in Tokio hat am Montag sehr fest tendiert. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte schloss mit einem Kursgewinn von 240 Punkten oder 2,93 auf 8.435 Punkte. Der breit gefasste Topix legte 20,64 Punkte oder 2,53 Prozent auf 827,94 Zähler zu. Händlern zufolge platzierten die Investoren Käufe auf breiter Front, um die Kursgewinne an der Wall Street nach zu vollziehen. Gefragt war unter anderem der Technologiesektor, wenngleich Advantest schwächer tendierten. Solide Gewinne verbuchten dagegen die Autowerte Toyota, Honda und Nissan sowie Japans vier große Bankengruppen. Der Filmkonzern Toho zog großer Kaufinteresse auf sich in Reaktion auf den kurz zuvor vergebenen Oskar für den japanischen Animationsfilm „Spirited Away“, für den Toho die Vertriebsrechte hat.

Aktien Hongkong am Mittag gut behauptet

Gut behauptet zeigt sich die Börse in Hongkong am Montagmittag (Ortszeit) bei einem dünnen Handel, der sich innerhalb einer engen Spanne bewegt. Der Hang-Seng-Index (HSI) gewinnt bis zum Ende der ersten Sitzungshälfte 0,2 Prozent oder 14 Zähler auf 9.139. Die Investoren hielten sich wegen der Entwicklungen im Irak-Krieg zurück, heißt es. Insbesondere die stärker als erwartete irakische Gegenwehr belaste die Stimmung. Blue Chips tendieren uneinheitlich. So steigen Li & Fungi um 3,6 Prozent auf 8,55 Hong Kong Dollar, während PCCW 2,6 Prozent auf 4,68 Hong Kong Dollar abgeben.

Nachbörsliche Kursbewegungen in Amerika

Nachbörslich gaben die Aktien von Altria knapp sechs Prozen auf 33 Dollar nach, nachdem das Unternehmen zu einer Zahlung von 10,1 Milliarden Dollar verurteilt worden war.

Intuit haben am Freitag nach dem Ende des regulären Handels ihre Talfahrt zunächst fortgesetzt, wurden aber im letzten nachbörslichen Geschäft gegen 0.22 Uhr MEZ zum Schlusskurs im regulären Handel zu 38,72 Dollar gehandelt. Das Unternehmen hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass es in den kommenden beiden Quartalen die Erwartungen nicht erfüllen werde. Electronic Scientific verbilligten sich im nachbörslichen Geschäft vorübergehend um 1,4 Prozent, erholten sich dann aber ebenfalls auf das Niveau ihres Schlusskurses von 12,33 Dollar.

WebEx, die im regulären Handel um 19,1 Prozent auf 10,81 Dollar abgestürzt waren, erholten sich um 0,4 Prozent. Gerüchte um den angeblichen Rücktritt des CFO von WebEx hatten die Aktie belastet. Walt Disney gaben nachbörslich leicht ab, nachdem sie im regulären Handel um neun Prozent zugelegt hatten. Hintergrund für diese Entwicklung war die nachlassende Furcht vor einem Besucherrückgang in den Vergnügungsparks wegen des Irakkriegs. Nachbörslich gab der Titel dann 0,2 Prozent auf 18,74 Dollar ab.

Wall Street fester - Anleger setzen auf rasches Kriegsende

Der Beginn massiver Luftangriffe auf Irak hat am Freitag an den US-Börsen zunehmende Hoffnungen auf ein rasches Kriegsende aufkommen lassen und den Kursen deutlich Auftrieb gegeben. Auch Gerüchte über den Tod des irakischen Präsidenten Saddam Hussein hätten den Markt gestützt, sagten Händler. Der Standardwerte-Index Dow Jones schloss 2,8 Prozent höher bei rund 8.522 Punkten und stieg damit den achten Handelstag in Folge. Das Börsenbarometer legte in dieser Handelswoche rund 8,4 Prozent zu. Dies war der höchste Wochengewinn des Dow seit Oktober 1982. Der technologielastige Nasdaq-Index gewann 1,3 Prozent auf 1.421 Zähler und der breiter gefasste S&P-500-Index 2,3 Prozent auf 896 Punkte.

Die USA haben am Freitag mit dem erwarteten massiven Luftkrieg gegen Irak begonnen. US-Generalstabschef Richard Myers kündigte an, mehrere hundert militärische Ziele sollten in den kommenden Stunden noch angegriffen werden. Raketen trafen am Abend einen Palastkomplex des irakischen Präsidenten Saddam Hussein in Bagdad am Ufer des Tigris und weitere Regierungsgebäude. Ungefähr zur gleichen Zeiten meldeten Reuters-Korrespondenten Luftabwehrfeuer und Explosionen über den nordirakischen Städten Mosul und Kirkuk. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, sagte, das irakische Regime beginne, die Kontrolle über das Land zu verlieren. „Der Markt konzentriert sich ganz klar auf die guten Neuigkeiten aus Bagdad (dass der Sieg näher rückt), und solange das anhält, dürfte der Markt positiv gestimmt bleiben", sagte Peter Gottlieb, Portfolio Manager bei First Albany Asset Management in Chicago.

Händler sagten, auch Gerüchte über den Tod des irakischen Präsidenten Saddam Hussein hätten den US-Börsen und dem Dollar Auftrieb gegeben. Der britische Stabschef Admiral Michael Boyce, sagte jedoch zu den Gerüchten, Saddam sei bei den Luftangriffen am Donnerstagmorgen (MEZ) ums Leben gekommen: „Ich kann das nicht bestätigen.“ "Die Gerüchte, dass Saddam tot sein könnte, hat einige Käufe ausgelöst. Sollte das bestätigt werden, könnte der Markt in die Höhe schnellen", sagte Phil Flynn, Marktanalyst bei Alaron Trading Corp.

Einige Marktbeobachter führten die Kursgewinne auch auf den so genannten vierfachen Hexensabbat zurück. So wurden am Freitag Aktienoptionen, Futures auf einzelne Aktien sowie Indexoptionen und Indexfutures fällig. Der Aktienkurs von DuPont legte rund 5,2 Prozent auf 41,64 Dollar zu, nachdem der zweitgrößte US-Chemiekonzern seine Gewinnprognose bekräftigt hatte. Der Kurs von Electronic Data Services kletterte rund zwölf Prozent auf 17,63 Dollar. Der Computerdienstleister hatte mitgeteilt, der derzeitige Chief Executive, Richard Brown, sei zurückgetreten. Sein Nachfolger werde der frühere Chief Executive von CBS Corp., Michael Jordan.

Negative Unternehmensnachrichten sowie der größte Anstieg der US-Verbraucherpreise im Februar seit mehr als zwei Jahren hätten die Anleger nicht verstimmt, sagten Händler. Gegen den Trend gaben die Aktien von Palm 4,8 Prozent auf 10,37 Dollar nach. Der Taschencomputer-Hersteller hatte für das vergangene Geschäftsquartal einen unerwartet großen Verlust bekannt gegeben. Die Papiere des Softwareherstellers Intuit rutschten rund 24 Prozent ab auf 38,72 Dollar. Das Unternehmen hatte seine Gewinn- und Umsatzprognose für 2003 gesenkt und dies mit der schwachen Konjunktur begründet.

US-Anleihen schließen wegen günstigen Kriegsverlauf sehr schwach

Die jüngste US-Großoffensive im Krieg gegen den Irak hat am Freitag die Hoffnungen auf einen baldigen Sieg der USA genährt. Als Reaktion darauf zogen sich die Anleger aus dem Anleihemarkt zurück. Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 4,875 Prozent büßten im späten New Yorker Geschäft 1-17/32 auf 98-4/32 ein und rentierten mit 4,11 Prozent nach 3,975 Prozent am Donnerstag. Der mit 5,375 Prozent verzinste 30-jährige Longbond fiel um 1-19/32 auf glatt 105. Hier ergab sich eine Rendite von 5,04 Prozent nach 4,939 Prozent.

Die Daten zu Verbraucherpreisen und Realeinkommen in den USA traten angesichts der jüngsten Entwicklung im Irak-Krieg in den Hintergrund. Berichte über Desertionen irakischer Soldaten und die Einnahme strategisch wichtiger Gebiete im Süden des Iraks hätten die Anleger überzeugt, dass der Krieg wie geplant verlaufe und bald beendet sei. Viele hätten daraufhin ihre Portfolios zu Gunsten von Aktien umgeschichtet. Am Markt herrsche die Ansicht vor, dass ein Sieg der USA gegen den Irak die Probleme der US-Wirtschaft lösen könne, kommentierte ein Beobachter das Verhalten der Anleger.

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.
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jack303:

Medienschau

 
24.03.03 07:57


24. März 2003 Unternehmensnachrichten

Philip Morris zu 10,1 Milliarden Dollar Schadenersatz verurteilt

Die Zigarettensparte der Altria Group Inc, Philipp Morris, ist im Prozess um “Light“-Zigaretten zu einer Strafe von 10,1 Milliarden Dollar verurteilt worden. Der Konzern habe Raucher bewusst durch seine als “light“ gekennzeichneten Produkte getäuscht, urteilte Richter Nicholas Bryon vom Gericht in Madison County, Illinois, am Freitag. Die rund eine Millionen klagenden Raucher erhalten insgesamt 7,1 Milliarden Dollar Schadenersatz. Hinzu komme eine Strafzahlung von drei Milliarden Dollar an den Bundesstaat Illinois. (vwd)

France Telecom startet Montag Kapitalerhöhung von 15 Milliarden Euro

Die France Telecom SA, Paris, wird einem Zeitungsbericht zufolge voraussichtlich am Montag ihre Kapitalerhöhung im Volumen von 15 Milliarden Euro starten. Für den Vormittag habe der Konzern ein Vorstandstreffen einberufen, berichtet die “Financial Times“ (Montagausgabe) aus ihrer französische Schwesterzeitung “Les Echos“. Auf diesem Treffen werde der Vorstand in Abhängigkeit von den Eröffnungskursen über den unverzüglichen Start der Bezugsrechts-Emission entscheiden. Der Ausgabepreis soll 14,50 Euro je Aktie betragen, heißt es aus Branchenkreisen. (vwd)


Wirtschaftsnachrichten

Große Mehrheit der Slowenen stimmen für Beitritt zu EU und NATO

In Slowenien haben die Stimmberechtigten in einem Referendum nach amtlichen Angaben dem Beitritt ihres Landes zur Europäischen Union (EU) und zur NATO mit grosser Mehrheit zugestimmt. Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen lag die Unterstützung für den EU-Beitritt bei 89,7 Prozent. Der Beitritt zur NATO wurde von rund 66,1 Prozent der Wähler befürwortet, 33,9 votierten gegen die Mitgliedschaft in der Verteidigungsallianz. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der staatlichen Wahlkommission bei knapp 60 Prozent. Wahlberechtigt waren 1,6 Millionen Menschen. Das amtliche Endergebnis wurde für Montag angekündigt. (vwd)


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