12.03.2004 - 13:13 Uhr
Xetra: DAX nach Atocha-Evakuierung erneut unter Druck
Frankfurt (vwd) - Der deutsche Aktienmarkt kommt am Freitagmittag wieder verstärkt unter Druck und notiert leichter. Grund sind Meldungen, wonach die spanischen Behörden den Atocha-Bahnhof in Madrid geräumt haben. Genaue Hintergründe sind noch nicht bekannt. Um 12.56 Uhr gibt der Leitindex um 0,7% bzw 28 auf 3.877 Punkte nach. Im Tagestief lag er bereits bei 3.824 Zählern, das zugleich das Jahrestief darstellte. Die Pressekonferenz des spanischen Ministerpräsidenten Jose Maria Aznar hat für den Markt nur eine geringe Rolle gespielt.
Nach Aussage von Aznar deutet vieles auf eine Täterschaft der ETA hin, gleichzeitig betont er, dass in alle möglichen Richtungen untersucht werde. Zugleich hat Aznar Vorwürfe zurückgewiesen, die Regierung halte Informationen zurück. Nach Angaben von Aktienhändlern wird die Erholung von den Tagestiefs vor allem über den Terminkontrakt ausgelöst. Hier deckten Anleger ihre Short-Positionen ein, die nach den Anschlägen in Madrid aufbebautworden seien. Kontrakte, die in Erwartung fallender Kurse verkauft wurden, müssten jetzt eingedeckt werden. Die meisten institutionellen Investoren im Kassa-DAX warteten dagegen zunächst ab, bis sich die ersten größeren Verwerfungen beruhigt hätten, heißt es weiter.