Schalker Konter lähmen Leverkusen
Die Niederlage gegen Hertha BSC Berlin vor gut einer Woche hat bei Schalke 04 keine negativen Spuren hinterlassen. Das zeigte sich an diesem Samstag beim 3:0 (1:0)-Sieg der Königsblauen als Gast von Bayer Leverkusen.
Bis auf die Anfangsphase, in der die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick noch nicht so ganz wach wirkte, zeigten die Schalker ein sehr gutes Spiel, demonstrierten fast nach dem Fußball-Lehrbuch, wie man einen Gegner auskontert, der sich selbst gut in Szene setzen will. "Das war das erste Mal in dieser Saison, dass uns ein Gegner so richtig Gelegenheit zu Kontern gegeben hat", meinte Trainer Ralf Rangnick. Und deshalb war das Spiel auch wie geschaffen für Ailton.
Der schnelle Brasilianer wurde von seinen Mitspielern häufig gut in Szene gesetzt, hatte entsprechend viele gefährliche Aktionen, erzielte aber trotz einer Vielzahl von klaren Möglichkeiten nur einen Treffer, den zum Schalker 2:0 acht Minuten vor der Pause. Vorher hatte schon Ebbe Sand getroffen - da war Ailton Vorbereiter. Und nach der Pause legte dann noch der auch schon an den ersten beiden Treffern beteiligte Lincoln nach.
In den Schalker Schwächephasen zu Beginn der beiden Halbzeiten konnte sich auch noch andere Spieler auszeichnen. Marcelo Bordon zum Beispiel behielt im Zentrum der Abwehr meist den Überblick. Und wenn dennoch Bälle zum Schalker Tor durchkamen, war Torwart Frank Rost zur Stelle. Es war wichtig, keinen Gegentreffer hinnehmen zu müssen. So konnten die Königsblauen ihre schlechte Tordifferenz ein wenig aufpolieren.
Die Schalker bleiben also in den Spitzenregionen der Bundesliga, auch wenn Manager Rudi Assauer einschränkte: "Einer wirklichen Spitzenmannschaft würden die ersten 20 Minuten nicht passieren." Aber der Manager freute sich dennoch: "Am Ende konnte Leverkusen ja noch froh sein, dass sie nur drei gekriegt haben."
Die Gründe, dass in Schalke jetzt erfolgreich Fußball gespielt wird, wusste Assauer auf Nachfrage zu benennen. "Wir hatten mal einen Trainer, der auf den verschiedenen Positionen zu viel gewechselt hat. Das ist jetzt anders. Ich bin so oder so der Meinung, dass immer die besten elf spielen sollten - gleich, wie viele Spiele zu absolvieren sind." Endgültige Prognosen über das, was in dieser Saison wirklich möglich ist, mochte Rudi Assauer nicht abgeben. "Ich freue mich auf die nächsten Spiele, und bin gespannt, was da rauskommt."
Trainer Ralf Rangnick nahm nach dem Erfolg in Leverkusen eine ähnlich abwartende Haltung ein, als er nach den Perspektiven seiner "so tollen Mannschaft" befragt wurde. "Eine tolle Mannschaft hat man dann, wenn man wirklich etwas vorzuweisen hat. Das ist jetzt noch nicht der Fall, aber wir sind auf einem guten Weg."
21.11.2004 Von Wolfgang Kerkhoff
beste grüße scalper

und einen schönen sonntag abend