Nach fast einem ersten halben Jahr seit Auflage des Wagner & Lang Universal Aktiv-
Fonds, soll an dieser Stelle eine kurze Auswertung der bisherigen Entwicklung
erfolgen. Zum Stichtag 29. April, schwächte sich der Wagner & Lang Universal Aktiv-
Fonds vom Erstausgabekurs an gerechnet um 2,68 Prozent ab, während der DAX im
gleichen Zeitraum um 1,20 Prozent gestiegen ist, der EUROSTOXX 50 um 0,27 Prozent
höher notiert, als am 15. November letzten Jahres.
Da die Handelsentscheidungen auf der Grundlage eines systematischen Regelwerkes
getroffen werden, somit diskretionäre Entscheidungen nicht in den Handelsprozess
mit eingebunden werden sollen, müssen wir zunächst die Frage stellen, ob alle bisher
erzielten Ergebnisse des Fonds noch im Rahmen der System-Erwartungen liegen und
was noch zu erwarten ist.
Die Strategie auf der Aktienseite basiert auf einem Handelsansatz, der Aktien nach
einem Relative Stärke Auswertungsverfahren ermittelt. Im Mittelpunkt stehen
Einzelaktien, die Anzeichen einer relativen Verbessserung erkennen lassen, nachdem
sie sich im Verhältnis zu vergleichbaren Aktien in der Vergangenheit schlechter
entwickelt haben und Anzeichen einer relativen Verbesserung erkennen lassen. Dieser
„qualitativen“ Aktienauswahl, ist ein sog. „Investitionsgradmesser“ unterlegt, der (wie
der Name sagt), die Höhe des Investitionsgrades bestimmt. Somit soll sichergestellt
werden, dass in Phasen mittelfristig steigender Märkte ein hoher Investitionsgrad
vorliegt, in Phasen fallender Märkte dagegen ein niedriger Investitionsgrad greift.
Dieser Investitionsgrad kann auf der Aktienseite bis auf Null fallen. Ein derivater
Überbau (FDAX und FESX) soll in steigenden Marktphasen eine Hebelung des
Aktienbestandes ermöglichen, in abwärts ausgerichteten Marktphasen ist eine Short-
Positionierung des Fonds (über Futures-Positionen) möglich.
Sehen wir uns das letzte halbe Jahr seit Fondsauflage auf Wochenbasis an, fällt auf,
dass wir eine vergleichsweise breit gefasste, aber seitwärts ausgerichtete
Konsolidierungsphase im Markt hatten. Obwohl die Handelsspanne in der Spitze 300
Indexpunkte umfasste, ist diese im Wochenchart eher als breit angelegte
„Wendeformation“ erkennbar. Grundsätzlich fällt jedoch auf, dass der DAX, als auch
der EUROSTOXX 50 ihre übergeordneten Aufwärtstrends beendeten und sich „auf die
Seite legten“.
In einer Phase wie dieser, wechselt der Investitionsgrad vergleichsweise oft, da sich
der Fonds „positioniert“, um sich in einer Trendphase entfalten zu können, ungeachtet
der Trendrichtung. Naturgemäß können besonders in diesen Seitwärtsphasen
verstärkt Verluste auftreten, während die Stärken in Trendphasen ihre Entfaltung
finden sollten.
Um zu überprüfen, ob ein Anlagekonzept noch im Rahmen dessen greift, wofür es
konzipiert wurde, liegt eine Stärke des systematischen Handelsansatzes darin,
Vergleiche zwischen ähnlichen Marktphasen und der darin auftretenden Ergebnisse
durchführen zu können. Da der Fonds jedoch erst vor ca. einem halben Jahr aufgelegt
wurde, ist eine Überprüfung des Anlagekonzeptes nur mit Hilfe einer Rückrechnung
möglich. Basis hierfür ist eine eigene historische Rückrechnung, über einen Zeitraum
von 7 Jahren. Interessant ist, dass das bisherige Ergebnis des Fonds in
vergleichbaren Zeitphasen nicht negativ herausfällt, obwohl sich der Markt aktuell in
der, für das hier genutzte Anlagekonzept „schwierigen“ Phase bewegt. Der drawdown
ist aktuell unterhalb des historisch ausgewiesenen drawdowns (durchschnittlich bei
minus 5,5 Prozent, maximal bei minus 16 Prozent – im Vergleich dazu: ein
zusammengesetzter Vergleichsindex aus 30% DAX, 70% EuroStoxx 50, wies im
Vergleichszeitraum einen durchschnittlichen drawdown von minus 33.36 Prozent aus,
der maximale drawdown lag bei minus 72,68 Prozent).
Aktuell ist der Investitionsgrad des Fonds bei 10 Prozent. Damit wäre jetzt die
Schwankung des Fonds im Vergleich zum Markt bei etwa einem Zehntel. Ein Aufbau
des Investitionsgrades erfolgt erst dann wieder, wenn sich eine mittelfristige
Aufwärtstendenz durchzusetzen beginnt.
Grundsätzlich gilt: ein Blick auf den Wochenchart lässt erwarten, dass die seit einem
halben Jahr anhaltende Konsolidierung, in absehbarer Zeit in einen neue
Bewegungstendenz übergehen sollte, wobei die Richtung dieser erwarteten Tendenz
für das Anlagekonzept unerheblich ist. Tritt dieser Fall ein, sind wir überzeugt, dass
die Stärke des Konzeptes deutlich werden wird
Fondsbezogene Kennzahlen
Ausgabepreis per 02.05.2005 EUR 51,26
Rücknahmepreis per 02.05.2005 EUR 48,82
Rücknahmepreis per 29.04.2005 EUR 48,66
Veränderung zum Vortag EUR 0,16
Wertentwicklung seit
Auflegung 15.11.04-02.05.05 in % -2,36
Wertentwicklung seit
Kalenderjahr 31.12.04-02.05.05 in % -4,63
Wertentwicklung seit
1 Monat 02.04.05-02.05.05 in % -4,59
Lang- und Mittelfristig (Jahre/Monate) ist dieses Konzept sicher erfolgreich.
Aber Garantien für nur kurz andauernde Seitwärtsphasen gibt es auch nicht !