Artikel 29.09.2015, Michael Maisch
Kurz mal zusammengefasst:
Ross sagt, das sich die gr. Banken wahrscheinlich übernehmen würden, wenn nach der Rekapitalisierung nochmal 25 Mrd dazukommen würden.
Es wird gesagt, dass es ja in seinem Interesse ist, dass die Anteile der Investoren nicht massiv verwässert werden. Ross stellt klar, dass 60% des gr. Bankensystems dem Staat Griechenland gehören und 40% privaten INvestoren. Was im Interesse der Investoren ist, ist noch stärker im Interesse der Regierung.
Laut Ross, sollte sich die Sanierung an Fakten und nicht an Meinungen u. Vorhersagen orientieren, die dazu tendieren zu pessimistisch auszufallen. In Irland wurden die Probleme der Banken überschätzt, in Zypern auch.
Er sagt weiter, dass es in Ordnung ist, wenn die Banken die gesamten 25 Mrd. benötigen. "Wir sind große Jungs, wir würden unsere Verluste akzeptieren und nach Hause gehen. Aber im Moment weiß keiner, wie viel Kapital die Banken wirklich brauchen."
Sein Vorschlag für die Sanierung der Banken:
Sobald der Kapitalbedarf durch einen strengen Stresstest bestimmt wurde, würden für die gesamte Summe sofort geeignete WP zurückgelegt. Die Baken würden diese Mittel allerdings nur nach und nach, je nach echtem Bedarf abrufen.
Sollte die Kapitalquote einer Bank beispielsweise unter die Marke von 7% rutschen, würden die Reserven durch das Abrufen von Vorzugsaktien oder Zwangswandelanleihen wieder auf 10% aufgefüllt. Er meint, sowas wäre leicht zu managen.
Er wird gefragt, ob er zu optimistisch ist für GR:
Die jüngsten Statistiken hätten ein Wachstum von 0,8% in Q2 gezeigt.Als die EU ihre pessimistischen Prognosen machte, kannte die KOmmission die Zahlen noch nicht, so Ross weiter. Juli stieg die Industrieproduktion um 4,9%; der Tourismus war ebenfalls sehr stark und deshalb liegen die Einnahmen der Regierung 1,6% über den Schätzungen. Außerdem flossen im Aug 300 Mill. EUR zurück in die Banken. Das fühlt sich nicht an wie eine Wirtschaft, die in der Auflösung begriffen ist.
Ross meint, die Höhe der faulen Kredite ist abzuwarten, wegen der momentanen Spekulation. Es ist klar, dass wir nach den Kapitalverkehrskontrollen einen künstlich aufgeblähten Anstieg der faulen Kredite sehen werden. Aber wenn die Kapitalverkehrskontrollen schnell aufgehobenw erden, sollte das Problem nicht allzu ernst werden.
Zypern hätte sich auch sehr schnell erholt, auch wenn es dort noch ernster zuging mit Kapitalverkehrskontr, Beteiligung der Sparer + Anleihegläubiger.
Grexit bald wieder ein Thema?
All diese Entscheidungen werden zur schlechtmöglichsten zeit unter den schlechtmöglichsten Umständen getroffen. Deshalb drohen sie die Last für die Steuerzahler weiter zu erhöhen.Die 25Mrd für das Bankensystem könnten unnötig sein.
Ob er weiter investieren würde?
Ja, wenn die Rekap vernünftig durchgeführt wird, wäre er bereit, im Vorfeld Stammaktien zu übernehmen. Das würde die Summe öffentl. Gelder minimieren.
Wenn die Situation der Banken mit Maß bewertet wird, bin ich überzeugt, dass bereits engagierte und vllt sogar neue INvestoren Mrd zur Verfügung stellen werden. =Kein Bankensystem und keine Regierung kann auf Dauer ohne Zugang zum Kapitalmarkt bestehen.