Chrysler in Not
In drei Jahren werden 26.000 Stellen gestrichen -
sechs Produktionsstandorte sollen geschlossen werden
(afp) - Mit drastischen Einschnitten beim Personal und Werksschließungen will der Autokonzern DaimlerChrysler das Steuer bei der Verlust bringenden US-Tochter Chrysler herumreißen. In den kommenden drei Jahren werde Chrysler 26.000 Arbeitsplätze streichen und damit seine Belegschaft um ein Fünftel verringern, teilte DaimlerChrysler mit.
Chrysler-Chef
Dieter Zetsche
Bestehende Überkapazitäten sollten durch die Stilllegung von sechs Produktionsstätten vor allem in Mittel- und Südamerika in den kommenden zwei Jahren abgebaut werden. Ziel der Einschnitte sei es, die Wettbewerbsfähigkeit der Chrysler Group wiederzuerlangen. "Natürlich ist dieser Prozess für viele Menschen schmerzhaft", sagte der neue Chrysler-Chef Dieter Zetsche. Um in der heutigen Automobilindustrie "wirklich wettbewerbsfähig zu sein", müsse die Chrysler Group aber "als Unternehmen agiler werden und sich bestehenden wie kommenden Marktbedingungen besser anpassen". Neben kompletten Werksstillegungen müssten deshalb auch in vielen Werken Schichten gestrichen oder die Bandgeschwindigkeiten verringert werden. Zetsche sagte, der Stellenabbau sei in Kanada deutlich größer als in den USA.
Der deutsche Manager Zetsche war im November zum Nachfolger des bisherigen Chrysler-Chefs James Holden bestellt worden. Branchenkenner werteten das Ausscheiden Holdens damals als Rausschmiss und rechneten angesichts der Schwierigkeiten nach der Fusion von 1998 mit einer Verschärfung der Konflikte zwischen den Mitarbeitern diesseits und jenseits des Atlantiks.
Der US-Automarkt leidet derzeit an einem akuten Nachfragerückgang, der die Autohersteller zwingt, Käufern sehr kostspielige Rabatte zu gewähren. DaimlerChrysler bestätigte, dass es im laufenden Jahr mit einem Verlust bei der US-Tochter rechne. Im vergangenen Jahr hatte sie noch einen geschätzten Gewinn von einer Milliarden Mark erwirtschaftet. Im dritten Quartal musste Chrysler allerdings bereits einen Rekordverlust von 579 Millionen Euro (1,13 Milliarden Mark) verkünden. Der Stellenabbau werde durch "eine Kombination aus Ruhestandsvereinbarungen, Sonderprogrammen, Entlassungen und Fluktuation" bewerkstelligt, erklärte DaimlerChrysler. Die Chrysler Group gehe davon aus, dass noch im laufenden Jahr drei Viertel des geplanten Stellenabbaus vollzogen sein würden.
In drei Jahren werden 26.000 Stellen gestrichen -
sechs Produktionsstandorte sollen geschlossen werden
(afp) - Mit drastischen Einschnitten beim Personal und Werksschließungen will der Autokonzern DaimlerChrysler das Steuer bei der Verlust bringenden US-Tochter Chrysler herumreißen. In den kommenden drei Jahren werde Chrysler 26.000 Arbeitsplätze streichen und damit seine Belegschaft um ein Fünftel verringern, teilte DaimlerChrysler mit.
Chrysler-Chef
Dieter Zetsche
Bestehende Überkapazitäten sollten durch die Stilllegung von sechs Produktionsstätten vor allem in Mittel- und Südamerika in den kommenden zwei Jahren abgebaut werden. Ziel der Einschnitte sei es, die Wettbewerbsfähigkeit der Chrysler Group wiederzuerlangen. "Natürlich ist dieser Prozess für viele Menschen schmerzhaft", sagte der neue Chrysler-Chef Dieter Zetsche. Um in der heutigen Automobilindustrie "wirklich wettbewerbsfähig zu sein", müsse die Chrysler Group aber "als Unternehmen agiler werden und sich bestehenden wie kommenden Marktbedingungen besser anpassen". Neben kompletten Werksstillegungen müssten deshalb auch in vielen Werken Schichten gestrichen oder die Bandgeschwindigkeiten verringert werden. Zetsche sagte, der Stellenabbau sei in Kanada deutlich größer als in den USA.
Der deutsche Manager Zetsche war im November zum Nachfolger des bisherigen Chrysler-Chefs James Holden bestellt worden. Branchenkenner werteten das Ausscheiden Holdens damals als Rausschmiss und rechneten angesichts der Schwierigkeiten nach der Fusion von 1998 mit einer Verschärfung der Konflikte zwischen den Mitarbeitern diesseits und jenseits des Atlantiks.
Der US-Automarkt leidet derzeit an einem akuten Nachfragerückgang, der die Autohersteller zwingt, Käufern sehr kostspielige Rabatte zu gewähren. DaimlerChrysler bestätigte, dass es im laufenden Jahr mit einem Verlust bei der US-Tochter rechne. Im vergangenen Jahr hatte sie noch einen geschätzten Gewinn von einer Milliarden Mark erwirtschaftet. Im dritten Quartal musste Chrysler allerdings bereits einen Rekordverlust von 579 Millionen Euro (1,13 Milliarden Mark) verkünden. Der Stellenabbau werde durch "eine Kombination aus Ruhestandsvereinbarungen, Sonderprogrammen, Entlassungen und Fluktuation" bewerkstelligt, erklärte DaimlerChrysler. Die Chrysler Group gehe davon aus, dass noch im laufenden Jahr drei Viertel des geplanten Stellenabbaus vollzogen sein würden.