BORDELL-AG
Erst ein Sex-Disneyland, dann die Welt
Ab 1. Mai wird an der australischen Börse mit Daily Planet das erste Bordell notiert sein. Die Chefs haben längst Pläne für die weitere Expansion.
AFP/DPA

Werbefoto des Daily-Planet-Bordells: Wie ein äußerst profitables Fünf-Sterne-Hotel
Melbourne - Das Bordell in Melbourne wird am 1. Mai als erstes Freudenhaus der Welt an die Börse gehen. Um den Erfolg des Unternehmens macht sich Andrew Harris, einer von drei Managern des Puffs, keine Sorgen: "Weil Sex sich immer verkauft und weil die Branche so profitabel ist, glauben wir, dass Daily Planet großartige Chancen bietet".
Firmenbesitzer und -gründer John Trimble plant, zunächst 48 Prozent der Firmenanteile in die Hände von Investoren zu geben, und zwar durch die Ausgabe von Aktien im Wert von zwölf Millionen australischen Dollar. Danach ist eine Neuemission von Aktien im Wert von 50 Millionen Dollar geplant, die an der Börse platziert werden sollen. Insgesamt soll dies Daily Planet also 62 Millionen Dollar (rund 34 Millionen Euro) einbringen.
Das Geld, das der Börsengang einspielt, soll auch zu einer Expansion des Lustimperiums genutzt werden. Die Manager haben bereits zwei Striptease-Clubs im Auge, die sie kaufen wollen. Außerdem möchten sie in Sydney ein Bordell eröffnen, das sie als eine Art "Sex-Disneyland" bewerben. Auch eine globale Expansion will das Manager-Trio nicht ausschließen.
AP
Werbeträgerin Fleiss: Gelungener PR-Gag
Für die Werbekampagne vor dem Börsengang haben die Australier übrigens keine geringere als Heidi Fleiss engagiert, Amerikas berühmteste Kupplerin. Fleiss erlangte Berühmtheit, weil sie viele Hollywood-Prominente mit Callgirls versorgte und später zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt wurde. An ihrer Kompetenz als Werbeträgerin hat Fleiss selbst keinerlei Zweifel: "Niemand auf der Erde weiß so viel über Sex wie ich", sagte sie einer australischen Nachrichtenagentur.
Für die Anleger stellt sich allerdings die Frage, an Hand welcher Kriterien sie das Bordell-Investment bewerten sollen. Auch hierfür hat Harris die passende Antwort. Investoren sollten Daily Planet wie ein äußerst profitables Fünf-Sterne-Hotel betrachten. Schließlich zahle jeder Kunde für eine Stunde in Räumen mit Namen wie "Venus" oder "Xanadu" eine Gebühr von 120 australischen Dollar (rund 66 Euro). Von Seiten der australischen Börse gibt es keine moralischen Bedenken gegen die die Notierung des Sex-Dienstleisters. Solange die formalen Kriterien erfüllt würden, gebe es keine Einwände, sagten Sprecher.
Es ist jedoch nicht der erste Versuch des Bordell-Unternehmens, an die Börse zu gehen. Der scheiterte vor acht Jahren an der Skepsis der Investoren. Im Bundesstaat Victoria werden Investoren im Sex-Geschäft von der Polizei kontrolliert. Deshalb wurden der Bordellbetrieb und das Hotel in eigenständige Geschäftsbereiche gegliedert. Die Anleger investieren offiziell in das Hotel und können daher nicht verfolgt werden.
Erst ein Sex-Disneyland, dann die Welt
Ab 1. Mai wird an der australischen Börse mit Daily Planet das erste Bordell notiert sein. Die Chefs haben längst Pläne für die weitere Expansion.
AFP/DPA

Werbefoto des Daily-Planet-Bordells: Wie ein äußerst profitables Fünf-Sterne-Hotel
Melbourne - Das Bordell in Melbourne wird am 1. Mai als erstes Freudenhaus der Welt an die Börse gehen. Um den Erfolg des Unternehmens macht sich Andrew Harris, einer von drei Managern des Puffs, keine Sorgen: "Weil Sex sich immer verkauft und weil die Branche so profitabel ist, glauben wir, dass Daily Planet großartige Chancen bietet".
Firmenbesitzer und -gründer John Trimble plant, zunächst 48 Prozent der Firmenanteile in die Hände von Investoren zu geben, und zwar durch die Ausgabe von Aktien im Wert von zwölf Millionen australischen Dollar. Danach ist eine Neuemission von Aktien im Wert von 50 Millionen Dollar geplant, die an der Börse platziert werden sollen. Insgesamt soll dies Daily Planet also 62 Millionen Dollar (rund 34 Millionen Euro) einbringen.
Das Geld, das der Börsengang einspielt, soll auch zu einer Expansion des Lustimperiums genutzt werden. Die Manager haben bereits zwei Striptease-Clubs im Auge, die sie kaufen wollen. Außerdem möchten sie in Sydney ein Bordell eröffnen, das sie als eine Art "Sex-Disneyland" bewerben. Auch eine globale Expansion will das Manager-Trio nicht ausschließen.
AP
Werbeträgerin Fleiss: Gelungener PR-Gag
Für die Werbekampagne vor dem Börsengang haben die Australier übrigens keine geringere als Heidi Fleiss engagiert, Amerikas berühmteste Kupplerin. Fleiss erlangte Berühmtheit, weil sie viele Hollywood-Prominente mit Callgirls versorgte und später zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt wurde. An ihrer Kompetenz als Werbeträgerin hat Fleiss selbst keinerlei Zweifel: "Niemand auf der Erde weiß so viel über Sex wie ich", sagte sie einer australischen Nachrichtenagentur.
Für die Anleger stellt sich allerdings die Frage, an Hand welcher Kriterien sie das Bordell-Investment bewerten sollen. Auch hierfür hat Harris die passende Antwort. Investoren sollten Daily Planet wie ein äußerst profitables Fünf-Sterne-Hotel betrachten. Schließlich zahle jeder Kunde für eine Stunde in Räumen mit Namen wie "Venus" oder "Xanadu" eine Gebühr von 120 australischen Dollar (rund 66 Euro). Von Seiten der australischen Börse gibt es keine moralischen Bedenken gegen die die Notierung des Sex-Dienstleisters. Solange die formalen Kriterien erfüllt würden, gebe es keine Einwände, sagten Sprecher.
Es ist jedoch nicht der erste Versuch des Bordell-Unternehmens, an die Börse zu gehen. Der scheiterte vor acht Jahren an der Skepsis der Investoren. Im Bundesstaat Victoria werden Investoren im Sex-Geschäft von der Polizei kontrolliert. Deshalb wurden der Bordellbetrieb und das Hotel in eigenständige Geschäftsbereiche gegliedert. Die Anleger investieren offiziell in das Hotel und können daher nicht verfolgt werden.

bye peet
"Der Wald wäre sehr leise, wenn nur die begabtesten Vögel singen würden."