An Salz kann man sich nicht satt essen
Der starke Kursverlust bei K+S war eines der heißer diskutierten Themen der vergangenen Woche. Leider kam von weiten Teilen der deutschen Presse lediglich das übliche Gejammer über „Hegde-Fonds“ und „Spekulanten“. Dabei ist der Blick auf die langfristige Entwicklung der Kalipreise doch viel interessanter …
Einige deutsche Gazetten waren sich in den letzten Tagen in all ihrer fachlichen Schlichtheit erneut nicht zu schade, um wieder in Hedge Funds und Spekulanten die Ursachen des Kurseinbruchs bei der K+S Aktie zu finden. So manche Gazette ließ, so lassen die Berichte vermuten, mal wieder die Praktikanten von der Kette.
Bemerkenswert wenig wurde über den Kalimarkt und die Kalipreis in der langfristigen Betrachtung geschrieben. Das ist sehr schade, wenn auch der Unterhaltungswert mancher „Börsenberichte“ nicht gänzlich abzustreiten ist.
Zur Beurteilung des Statements des Unternehmens Uralkali fand sich im WSJ Deutschland ein geradezu herzerfrischendes Zitat, das quasi direkt vom Parkett stammt, auf dem sich bekanntermaßen nur Experten tummeln.
(WSJ D) Auch an der Börse wurde die Warnung von Uralkali mit Kopfschütteln quittiert. “Das Ganze ist merkwürdig, warum sollte sich ein Unternehmenslenker bei einer Guidance so drastisch äußern, im vollen Wissen, dass er damit auch den eigenen Aktienkurs zum Absturz bringt” fragte ein anderer Marktteilnehmer.
Dieser andere Marktteilnehmer hat es sich offensichtlich in der Wohlfühlfinanzwelt 2.0 schon bequem eingerichtet und kann sich nicht einmal mehr vorstellen, dass ein Unternehmen einen negativen Ausblick gibt. Viel Vergnügen in den kommenden Jahren, werter „anderer Marktteilnehmer“.
Der Chef von Uralkali, W. Baumgertner, hatte gesagt, er erwarte einen Rückgang der Kalipreise unter die Marke von 300 Dollar pro Tonne. Im Hause K+S kann man mit den Anmerkungen von Uralkali nicht viel anfangen, was vermutlich daran liegt, dass man auf tieferen Niveaus schnell in die Verlustzone rutschen würde. Was nicht sein darf, kann halt nicht passieren …
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Fazit: Für Einstiege oder Nachkäufe bei der risikoreichsten Akie im DAX, erst mal eine eventuelle Bodenbildung bei 5 € abwarten.
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