Nvidia stößt beim Verkauf seiner Chips für künstliche Intelligenz nach China erneut auf Widerstand. Dennoch rechnen Analysten weiter damit, dass die Aktie ihre aktuelle Flaute abschüttelt.
Im Mittelpunkt steht der Chip H200, der für den chinesischen Markt gedacht ist. Für Nvidia (Nvidia Aktie) geht es dabei um potenzielle Erlöse von rund 30 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr. Das Unternehmen wartet weiter darauf, wie Peking den Verkauf am Ende handhabt, schreibt Barron’s.
Zusätzlichen Druck bringt ein Bericht der Financial Times. Demnach haben Zulieferer in der Lieferkette die Produktion wichtiger H200-Komponenten gestoppt. Auslöser sollen blockierte Sendungen und Vorgaben von Zollbeamten gewesen sein. Betroffen seien unter anderem speziell gefertigte Leiterplatten.
Die Financial Times berichtet, dass chinesische Zollstellen Logistikunternehmen in Shenzhen angewiesen hätten, keine Zollanträge für H200-Chips zu stellen. Unklar bleibt, ob es sich nur um eine vorübergehende Maßnahme handelt. Nvidia sei von dem Schritt überrascht worden, als erste Lieferungen in Hongkong ankamen.
Zulieferer zogen demnach die Reißleine, um teure Lagerabschreibungen zu vermeiden. Chu Wei-Chia von SemiAnalysis warnt, dass bestimmte Bauteile wie Leiterplatten für den H200 maßgeschneidert seien und sich kaum für andere Produkte umwidmen lassen.
Parallel verschärft China den politischen Druck zur Halbleiter-Selbstversorgung. Laut Financial Times diskutieren Behörden offenbar Modelle, die Nvidias Zugang begrenzen könnten. Im Gespräch seien etwa Lizenzen nur für bestimmte Anwendungen oder Quoten, die einen Mindestanteil heimischer Chips vorschreiben.
Wie kompliziert die Lage ist, beschreibt George Chen von der Beratungsfirma The Asia Group. Er nennt die Zuständigkeiten in China "wirklich kompliziert" und spricht von einer "verwirrenden Mischung von Richtlinien", weil mehrere Behörden unterschiedliche Linien verfolgen.
Auf Kundenseite wächst die Nervosität
Ein chinesischer Verkäufer von Nvidia-Servern sagte laut Financial Times, einige Kunden hätten Bestellungen für den H200 storniert. Teilweise wechselten sie zu den stärkeren Modellen B200 und B300. Deren Export nach China ist aus den Vereinigten Staaten jedoch untersagt. Das fördere wiederum einen Schwarzmarkt.
Es ist zudem nicht das erste Mal, dass Peking bremst. Bereits im vergangenen Sommer sollen chinesische Stellen heimische Tech-Konzerne beim Kauf des H20 ausgebremst haben, einer leistungsschwächeren Variante, die den US-Exportregeln entspricht, heißt es in dem Bericht.
An der Börse sorgt das für Gegenwind
Die Nvidia-Aktie notiert um 186 US-Dollar und liegt damit ungefähr auf dem Niveau vom vergangenen August. Einige Anleger setzen stattdessen verstärkt auf andere Gewinner des Trends, darunter Alphabet (Alphabet C Aktie) mit eigener Hardware-Konkurrenz sowie Speicherchip-Werte wie Micron.
Jefferies-Analyst Blayne Curtis hob zuletzt sein Kursziel für Nvidia von 250 auf 275 US-Dollar an. Srini Pajjuri von RBC startete die Beobachtung der Aktie mit "Outperform" und einem Kursziel von 240 US-Dollar. Er begründete das unter anderem mit der Bewertung:
"Im Vergleich zu [anderen] Mag7-Aktien wird Nvidia trotz seines stärkeren Wachstumspotenzials und seiner höheren Margen mit einem Abschlag von 15 Prozent gehandelt."
Eine Erhebung von FactSet zeigt, dass das durchschnittliche Kursziel an der Wall Street bei rund 260 US-Dollar liegt. Pajjuri verweist zudem darauf, dass Nvidia beim Kurs-Gewinn-Verhältnis unter 25 liege und damit am unteren Ende der Spanne der vergangenen drei Jahre.
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