Da wurde eigentlich nichts großartig gesagt was vorher nicht für jeden seit längerem bekannt sein müßte. Aber vielleicht sind die hier von 2019 gebeutelten Anleger jetzt eben schon glücklich, wenn sich an dem bereits zu 2020 genannten Prognosen wenigstens nichts verschlechtert hat und man dann in den nächsten Monaten endlich doch die Kohle verdienen kann aus dem verschobenen US Auftrag ( alleine daraus sollen in 2020 ca. 19 Mio.€ Umsatz auflaufen). In welcher Relation es dabei in Q.1 und Q.2 anteilig wird, muß sich dann noch zeigen.
Vermutlich ist auch etwas mediengerechte Augenwischerei dabei, wenn Frers bzw. Voltabox/Paragon sich nun mit "wir sind geläutert und alles ist ab jetzt prognosemäßig völlig konservativ und sicherer" hinstellt. Klingt erstmal vordergründig gut, nachdem man ja 2019 einiges an Vertrauen zerstört hatte. Aber natürlich ist alles auch künftig weiterhin noch riskant und nicht wirklich sicherer. Man schaue nur auf letztes Jahr. Da dachten die Jungs auch zu lange es wäre sicher der US-Auftrag für die 5G Masten würde in 2019 bedient. Und da dachte man auch die Zulieferer von Voltabox liefern ohne plötzliche größere Unterbrechung. Es kam bekanntlich anders. Da wurde man kalt überrascht, so wie man künftig mit vielen Dingen überrascht werden könnte. NIEMAND bei Voltabox kann heute genau absehen, ob sich nicht in 2020 wieder plötzlich Auslieferungen verzögern nach 2021, weil Kunden später erst die Dinge haben wollen oder plötzlich wieder doch nochmal die Spezifikationen geändert werden müssen. NIEMAND bei Voltabox kann heute ernsthaft ausschließen, daß nicht wieder in der Zulieferkette ein Zulieferer temporär nicht liefern wird.
Da muß man einfach auch stets noch ein gutes Stück Glück haben und hoffen diesmals geht es 12 Monate durchgehend glatt, da die verfügbaren liquiden Mittel doch seit dem IPO stark zusammengeschumpft sind und noch so ein Jahr wie 2019 finanzielle Engpässe bedeuten würde. Auch wenn man die grundlegenden Investitionen für den 5G-Masten Auftrag weitestgehend schon in 2019 getätigt hatte, so geht man trotzdem für 2020 lediglich von 5-7% Marge jetzt aus, obwohl die Investitonstätigkeit nun nicht mehr so hoch sein wird. Ist es wirklich nur "konservativ", wenn man die Umsatzmarge tiefer ansetzt oder könnte es u.U. auch eine Folge davon sein, daß vielleicht die Pricing Power nicht mehr in allen Bereichen so hoch ist, weil eben in den letzten Jahren sehr viele Firmen im Zuge des E-Booms hinzugekommen sind und alle weiter fleißig Kapazitäten aufbauen bzw. ähnliches produktmäßig anbieten können? Besonders aus China dürfte da (ähnlich wie damals beim Solarzellen-Boom) der Wettbewerbsdruck im Bereich Akkuherstellung/Systemlösungen eher größer als kleiner bleiben. Muß man einfach jetzt von Quartal von Quartal schauen was wirklich kommt.
Und genau zu sagen was wann wirklich startet ist scheinbar nicht so leicht. Im Sommer2019 wurde bei der Gewinnwarnung noch gesagt, daß die Auslieferung des US-Auftrags Ende des Jahres 2019 schon beginnen könnte. (
ir.voltabox.ag/websites/voltabox/German/...tml?newsID=1811063 12.08.2019 - Da der US-Telekommunikationskunde unvorhergesehen kurz vor Beginn der Serienproduktion die Produktspezifikation geändert hat, werden die Auslieferungen jetzt erst gegen Ende dieses Jahres beginnen. ). Im November bei der Vorstellung der Q.2 Zahlen mußte man einräumen, daß dies in 2019 doch nicht mehr beginnt und es sich nach 2020 verschiebt. Jetzt redet man noch immer im Konjunktiv und kennt also den exakten Termin für den Auslieferungsbeginn noch immer nicht, weil der Kunde eben erst grünes Licht geben muß. Q.1 2020 ist also nicht zu 100% sicher (auch wenn es schon sehr verwunderlich wäre, wenn es nicht dort beginnt). Beginn in Q.1 kann bedeuten schon Mitte Februar geht es los oder eben auch erst Ende März, was die Q.1 2020 Zahlen schon gleich sehr unterschiedlich ausfallen lassen würde. Ist eben ein generelles Problem von Voltabox, daß man letztendlich Spielball der Kunden war/ist/bleibt und die Kunden bestimmen wann, was und wieviel abgenommen wird. Es gibt IMMER Unsicherheiten und je mehr man von Großaufträgen abhängt, desto größer die Gefahr eines starken Einbruchs, wenn sich bei solchen Großaufträgen etwas ändert im Jahresverlauf. Daher wäre für mich auch wichtiger das Kundenportfolio noch deutlich breiter aufzustellen und damit dann nicht mehr so völlig zu kollabieren bei der Rendite ( Anfangsprognose für 2019er Marge war + 8% und mußte auf -8% gesenkt werden), wenn nur ein Kunde zickt.
Wer wissen will was die letzten Monate alles gesagt wurde/präsentiert wurde, der sollte die IR Seite checken (was für jeden Anleger bei jeder Aktie gelten sollte ). Hier nochmal einige der Dinge der letzten Monate, die jeder sich anschauen sollte, wenn er genauer wissen will um was es alles geht. Am Ende ist es wie immer bei Aktien auch nur ein Wette darauf, daß möglicht wenig unerwartet Negatives passiert und vielleicht sogar positive Überraschungen hinzukommen.
=> Konzernzwischenbericht - 13.11.2019 Q3 Mitteilung / Q3 Finanzbericht 2019
ir.voltabox.ag/download/companies/...4LE9-Q3-2019-EQ-D-01.pdf
=> 13.11.2019 DGAP-News: Elektromobilitätsanbieter Voltabox richtet sich konsequent auf 2020 aus - angepasste Kostenstruktur und nachhaltiges Wachstum ir.voltabox.ag/websites/voltabox/German/...tml?newsID=1852945
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ir.voltabox.ag/websites/voltabox/German/...aesentationen.html
=> 10.12.2019 Investor/Analyst Presentation – 28. Münchner Kapitalmarktkonferenz, => 10. Dez. 2019 ir.voltabox.ag/download/companies/...ons/20191210_VBX_MKK.PDF
=> 25.11.2019 Investor/Analyst Presentation - Eigenkapitalforum, 25.-27. Nov. 2019
ir.voltabox.ag/download/companies/...kapitalforum_Handout.pdf 