Allgemeiner Marktüberblick
so sieht die Marktlage des "Kriegers" und die des "Kriegsgegners" aus, also Dow Jones gegen DAX. Das ist schon mehr als vielsagend. Beide in einer unverkennbar extrem interessanten Ausgangslage, jedoch der eine mit fast schon sicherem Boden und der andere, der die Lücke noch schließen muß, aber deshalb auch die kurzfristig größere "Aufholchance" aufweist. Dafür steht der erste wiederum kurz vor der äußerst wichtigen Trendlinie der "200 Tage", während dem anderen dafür noch satte 20 - 25 % fehlen.
Auf diese Weise drücken die Märkte aus, was sie über beide Länder und Börsen gedacht haben und noch denken.
Wann wird die wirkliche Aufholjagd beginnen? Denn Angst und Überliquidität stehen jetzt dicht nebeneinander. Das hat es in dieser Form noch nie gegeben. Seien Sie sich darüber im klaren! Der bisherige Verlauf der militärischen Maßnahmen läßt jedoch erahnen, wie das Ende von Saddam Hussein aussehen wird, denn es wird nicht in Tagen gezählt. Es geht allein um die Vokabel "ex Saddam", die ich schon mehrfach verwendet habe. Man muß kein Prophet sein:
Alle Wirtschaftsprognosen werden anschließend neu geschrieben. Schon die jüngsten Daten seit Januar enthalten eine psychologische Komponente, die bei 70 - 80 % liegt. Die Konjunktive beherrschen die Beschreibung für den Konsum ebenso wie für die Investitionen. Die ersten Testumfragen sind aufschlußreich: 52 % der Firmenaussagen entfallen auf die Erwartungshaltung. Es handelt sich also um qualitative und nicht quantitative Einschätzungen. Der Ölpreis ist so eine Art Vorindikation. Bis zu 100 $ das Barrel, lautete die Prognose vor 3 Wochen. Schauen Sie sich den Verlauf der letzten Tage an.
Jede Veränderung wird sich in der Statistik erst in zwei bis drei Monaten niederschlagen. Das entspricht ähnlichen Entwicklungen in 1991, aber auch 1962 (Kuba-Krise) und im Zuge der NATO-Doppelbeschlüsse. Sollte die Militäraktion schnell und erfolgreich ablaufen, entsteht daraus sogar eine Art Jubeleffekt, wie immer man ihn auch bewerten mag.
n Die bisherige Baisse-Spekulation ist ausgelaufen. Die Hedge Funds sind jedoch die wichtigste Marktkomponente. New York schätzt, daß ein Dispositionskapital von über 1 Bill $ darin weltweit gebunden ist, seine Richtung aber noch nicht klar festgelegt hat. Das betrifft vor allem die Terminmärkte,
inkl. Shortpositionen etc. Die in den Bond-Märkten geparkte Liquidität wird bei 2 Bill $ geschätzt. Das ist jene, die nachhaltig aus Bench-Mark-Bonds in die Qualität der Blue Chips wandern wird. Berührt wird damit im übrigen auch der Dollarkurs, weil in diesen Beträgen auch Auslandskapital steckt.
Das Fazit für Sie: Die Marktwende kommt nicht von einem Einmalergebnis, sondern aus der Summe von vielen kleineren Anstößen. Wenn Märkte in fünf Tagen um 23 % zulegen, bedarf dies der Konsolidierung. Auch das gehört zum Marktbild. Der gesamte Boden benötigt mehrere Wochen, vielleicht auch Monate. Was sich in diesem Umfeld jedoch schon darstellt, ist ungeheuer interessant und nutzbar. Das erkennen Sie jedoch nicht im Index, sondern in den einzelnen Titeln.
Die DEUTSCHE BÖRSE ...
... muß sich völlig neu aufstellen. In keinem Land Europas schlug die Antikriegsstimmung so gravierend durch, sowohl stimmungsmäßig wie faktisch. Die Einschätzung durch die Ausländer, insbesondere Engländer, ist beinahe niederschmetternd. Aber auch UBS Warburg, die man eher als neutral bezeichnen könnte, formuliert es so: "Es ist nicht zu spät, Deutschland zu verkaufen". Die Begründung: Die Aussichten Deutscher Unternehmen hinsichtlich der Kennzahlen Gewinnwachstum je Aktie, Profitabilität und Eigenkapitalrentabilität liegt zwischen "schlecht" und "sehr schlecht". Das ist starker Tobak.
Die relative Performance des DAX zu Staatsanleihen hat seit Anfang 2000 einen dramatischen Verlauf gezeigt. So einen Sachverhalt zeigt keine Börse der Welt, wenn man dies mit der Position Deutschlands auf dem Weltmarkt vergleicht. Quelle Dr. G. Landert, Zollikon. Selbst der Tiefpunkt von 1987 ist knapp unterschritten worden. Was heißt das?
Der normale Performance-Vorsprung der Aktien wandelte sich ins Gegenteil. Hat die deutsche Börse damit negativ übertrieben oder eine besondere Konstellation "bewertet"? Ich kenne keinen, der diesen Sachverhalt vorausgesagt hat. Denn: Er ist auch für die vergangenen 50 Jahre in dieser Form nicht nachzuweisen. Resultiert daraus das Gegenteil? Dann müßte man unterstellen, daß die Zinsen weiter sinken und die Gewinne kräftig einbrechen. In diesem Fall würde die oben zitierte Einschätzung der deutschen Aktien in der Tat als Vergleich herhalten können. Doch das Ganze ist keine Korrektur, sondern eine ausgewachsene Baisse geworden.
Wo liegt der aktuelle faire Wert für alle DAX-Aktien als wichtigster Maßstab für den gesamten Markt? Diese Frage ist nicht kurzfristig zu klären, wohl aber mittel- und ganz bestimmt langfristig. Dieser faire Wert orientiert sich an drei Fakten: Dem Gewinntrend der Unternehmen, dem durchschnittlichen KGV, gemessen am Kapitalmarktzins, und schließlich der allgemeinen Konjunkturlage, die für Deutschland wiederum einen Mittelwert darstellt, nämlich Inlands- und Auslandskonjunktur. Das ist meine Orientierungstabelle:
DAX- absolutes§ KGV fairer
Werte Hoch Tief 03/04§Wert
ADIDAS (500 340) 162 62 11,5 99
ALLIANZ (840 400) 430 57 8,0 200
ALTANA (760 080) 65 35 15,5 47
BASF (515 100) 49 28 11,5 50
BAYER (575 200) 49 9,9 8,0 26
BAY. HYPO (802 200) 92 7,25 7,0 29
BMW (519 000) 47 21 9,5 34
COMMERZBANK (803 200) 46 5 10,0 19
DAIMLER (710 000) 101 23 8,0 47
DT. BANK (514 000) 102 33 13,0 55
DT. BÖRSE (581 005) 50 31,5 9,8 44
DT. POST (555 200) 25 7,5 9,5 16
DT. TELEKOM (555 750) 103 8,2 16,0 24
E.ON (761 440) 66 34 11,5 55
FMC (578 580) 103 20 11,6 60
HENKEL (604 843) 95 50 12,8 65
INFINEON (623 100) 92 5 48,0 16/17
LINDE (648 300) 66 22 9,5 46
LUFTHANSA (823 212) 28 7 9,0 18
MAN (593 700) 40 10 8,5 23
METRO (725 750) 75 15 9,5 42
MLP (656 990) 160 5,7 11,5 14
MÜNCH. RÜCK (843 002) 400 64 6,6 200
RWE (703 712) 66 17,5 5,5 39
SAP (716 460) 222 40 18,5 100
SCHERING (717 200) 75 40 13,5 55
SIEMENS (723 610) 123 31 12,5 60
THYSSEN (750 000) 34 7 7,5 16
TUI (695 200) 59 7,5 6,0 offen
VW (766 400) 100 28 7,5 46
1. Der Rückgang der Zinsen an den Kapitalmärkten ist nicht dauerhaft. Er ergab sich teilweise aus dem Save-Haven-Effekt nach dem 11. September und teilweise aus der schwachen Konjunktur, aber es begann bereits mit den "Konvergenzmühen" seit 1997.
2. Das Gewinn-Niveau der deutschen Firmen hat sich keineswegs dramatisch verschlechtert. Unberücksichtigt bleiben hierbei die sog. Goodwill-Abschreibungen aller Art, inkl. Wertberichtigungen, die mit den Ergebnissen der Kerngeschäfte nichts gemein haben. Dies ist ein sehr wichtiger Faktor.
3. Die Wettbewerbsposition der Unternehmen hat sich ebenfalls kaum verschlechtert. Das gilt im In- wie im Ausland. Selbst die Position der Banken und Versicherungen ist hier mit einzubeziehen. Von einem Einbruch in den Gewinnen kann auch in diesem Jahr nicht ausgegangen werden. Das in der Tabelle enthaltene KGV ist der aktuelle Mittelwert für die Gewinnschätzungen 2003/04, die man nicht auf das Komma genau nehmen sollte.
4. Jede Aktie findet stets in ihren tatsächlichen Werttrend zurück. Das gilt bei Übertreibungen nach oben wie bei Übertreibungen nach unten. Das ergibt den fairen Wert einer Aktie um den angegebenen Mittelwert. Für die vergangenen 35 Jahre läßt sich dies relativ gut nachvollziehen, nämlich seit dem Ende des Erhardt-Kabinettes bzw. der großen Koalition unter Kiesinger/Brandt.
5. Diesen fairen Wert habe ich in der Tabelle zu berechnen versucht. Es sind die Zielkurse für die kommenden zwei bis drei Jahre. Sie stehen unter einer einzigen, aufschiebenden Bedingung: Ende des deutschen Reformstaus.
Das erste BAYER (575 200)-Urteil in Sachen Lipobay wird von seriösen amerikanischen Anwälten so interpretiert, worüber ich Gelegenheit hatte, ausführlich zu diskutieren:
Es ist das erste Urteil dieser Art, wo der konkrete Nachweis des Schadens Grundlage geworden ist. Bisher galten Mutmaßung und indirekte Beweisführung, also Indizien, als ausreichend, um Schadensersatzklagen zuzulassen. Damit ist die Höhe des Schadens anders zu beurteilen als in den bisherigen Fällen, in denen der eigentliche Schaden gering, aber die eigentliche Strafe enorm hoch ausgefallen war, speziell bei den Tabakklagen.
Konkret: Von den 7.800 genannten Fällen gelten weniger als 10 % als beweismöglich, Weniger als 5 % jedoch als beweiskräftig.
Die Kläger versuchen deshalb den Vergleich. In der richtigen Kenntnis, daß im Falle von Einzelverfahren der mögliche Ertrag deutlich geringer ausfällt. Nur mit forcierter Öffentlichkeitsarbeit läßt sich also ein solcher Vergleich durchsetzen. Das ist ein ähnlicher Poker wie im Fall der Asbestklagen. Das Ergebnis: Siehe FMC, ABB (919 730), HALLIBURTON (HAL.NYS) und andere. Folgen Sie daher den verschiedenen "Erwartungen" nicht bzw. nur mit Einschränkung.
Der BAYER-Kurs kann andererseits nicht sofort und massiv steigen. Die Spekulation in den beiden FRESENIUS-Aktien hat Ihnen das schon gezeigt. Da noch mehrere Gerichtstermine offen sind und die Vergleichsverhandlungen im Moment nicht forciert werden, ist eine Zeitachse nicht zu definieren. Einzig das gilt: Wer auf dem Niveau zwischen 10 und 14 E. investiert, kauft sich ein Potential bis 100 %.
Wie läuft es bei FRESENIUS weiter? Ich hatte nach der ersten Rally und rund 100 % Kursgewinn eine Pause empfohlen. Das war nicht falsch, aber auch noch nicht ganz richtig, denn jetzt wird es erneut spannend:
Überspringen FMC-Vorzüge (578 563) 34 E. und die FMC-Stämme (578 580) 47 E., mithin auch die Mutter FRESENIUS (578 560)-Stämme 48 E. und die Vorzüge 46 E., ergibt sich jedesmal ein neues Kaufsignal. Dagegen spricht nur die noch leicht überkaufte Marktlage. Ergo:
Setzen Sie bei diesen Kursen ein Stop-Buy-Limit. Dann sind Sie automatisch eingestoppt, wenn das Kaufsignal realisiert wird. Federführend sind die Stämme als DAX-Titel. Umgekehrt: Sie plazieren das Stop-Loss bei 37 E. für alle Fälle. Zum Dritten gilt: FMC ist eine der ersten Aktien im DAX, die bereits über der 200-Tage-Linie liegt. Vor diesem Hintergrund schauen Sie auf den Langfristchart.
Alle fundamentalen Gründe habe ich hinreichend diskutiert. Zwei Kriterien sind besonders wichtig: 1. Die Bewertung des zweistellig wachsenden Umsatzes im weltweiten Dialyse-Geschäftes bei FMC. 2. Die nachhaltige Ertragsstärke nach Bereinigung aller Klagen.
Zu den anderen Chemie-/Pharmatiteln: Auch ALTANA (760 080) baute auf der Basis 35/37 E. einen ersten Ansatz für eine neue Rally. Ich hatte das mögliche Tief bei 35 E. beschrieben, was übrigens ebenfalls aufging. Damit ist ALTANA der dritte Pharmatitel mit "besonderem Ansatz" in Markttechnik und fundamentaler Begründung.
MERCK (659 990) oder STADA (725 180)? Das ist die Frage. MERCK hat einen ersten glaubwürdigen Ansatz nach der Erholung von 19,50 E. auf 24 E. Bleiben Sie hier konsequent: Nicht über 22 E. kaufen. Diese Korrektur muß sein. Aber: Die 200-Tage-Linie liegt bereits bei 23,50 E. STADA wächst in Umsatz und Ertrag am stärksten und peilt 1 Mrd E. Umsatz an. Gewinnwachstum zweistellig, aber KGV noch um 13 - 14 für die Gewinnschätzung 2004. Börsenwert nur 860 Mio E. enthält eine Bewertungslücke von etwa 20 - 25 %. Denn ein Faktor von 1 - 1,1 für den Pharmaumsatz von STADA ist international akzeptabel. Handicap könnten die vinkulierten Namensaktien sein, die von Fonds ungern gesehen werden.
Die deutsche Pharmazeutik/Chemie ist der dritte wichtige Tendenzträger für die deutsche Börse. Ich habe Ihnen dies mehrfach beschrieben. Ich verweise dazu auch auf SCHWARZ PHARMA (722 190) mit aktuellem Konsolidierungsverlauf zwischen 29 und 38 E., nach 10,50 E. im Tief, und SGL CARBON (723 530) mit weiterem Potential bis vorerst 18/20 E., aber großer Volatilität. SCHERING (717 200) hat den Boden bei 32 E. erfolgreich getestet und absolviert. Neuer Kaufkurs liegt bei 36/37 E.
Und so lief meine "worst-case"-Taktik seit dem 01.02. (Nr. 05/03). Ich hatte bekanntlich versucht, die Tiefstkurse auszuloten. Das Ergebnis für die vier wichtigsten Sektoren:
Finanzaktien: DT. BANK (514 000) verfehlte den Tiefstkurs von 30 E. um 1,50 E. HYPOVEREINSBANK (802 200) sackte dagegen deutlicher ab, nämlich bis 7,50 E. statt 11 E. Die COMMERZBANK (803 200) schaffte die 6 E. glatt. ALLIANZ (840 400) fiel massiv tiefer, nämlich um fast 20 E., und touchierte beinahe das Tief vom Crash 1987 bei 50 E., was ich erwähnt hatte. Auch MÜNCH. RÜCK (843 002) kippte um 20 E. tiefer ab. Glatter ging es bei allen anderen:
BMW (519 000) tippte bei 20 E. auf, DAIMLER (710 000) bei 24 E. VW (766 400) war drei Tage leicht unter den Orientierungskurs gefallen, Differenz 2 E. MAN (593 700) und THYSSEN (750 000) erfüllten ihr Soll ziemlich genau. SIEMENS (723 610) fing sich 2 E. höher ab, INFINEON (623 100) klappte komplett, SAP (716 460) war ebenfalls drei Tage unter dem Soll, aktuell darüber.
Chemie/Pharma: BASF (515 100) klappte komplett bei 28 E. BAYER hatte zwei Ziele, nämlich 12 und 10 E., ebenfalls aufgegangen. HENKEL (604 843) fiel auf die angesagten 45 E. und SCHERING fiel in die Spanne 30/33 E. Nur ganz geringfügig darüber lag ALTANA, wofür ich 30/35 E. angegeben hatte.
Entwarnung für LUFTHANSA (823 212) und TUI (695 200)? Das ist fraglos die heißeste Frage unter dem Gesichtspunkt von Irakkrieg und Terrorangst. Sollte man vorgreifen oder wirklich abwarten? Diese Frage ist wirklich offen.
Die LUFTHANSA schlägt sich brillant. Unter allen Fluggesellschaften dieser Größe beeindrucken ebenso die Zahlen für 2002 wie die Konsequenz, die fixen Kosten an das Ergebnis anzupassen. Reicht das aus, um die wenig guten Perspektiven im Luftverkehr zu überbrücken? Daran zweifle ich noch. Die Bewertung ist sehr niedrig aber noch deutlich höher als die der Amerikaner und anderer. Ich bleibe vorerst "draußen". Die Schätzungen für den Gewinn sind nicht hinreichend unterlegt.
TUI ist technisch auf dem Boden, hat aber ein Handicap in der Glaubwürdigkeit. Düsseldorf signalisiert mir, daß die Kapitalerhöhung bei BABCOCK BORSIG (663 834) gegen Einbringung von Beteiligungen der alten PREUSSAG (695 200) und die Vorgänge um HDW noch für unangenehme Überraschungen sorgen dürften. Alles dreht sich um den AR-Vorsitzenden aller genannten Firmen, Friedel Neuber. Mit massiver politischer Hilfe wird versucht, ihn als Spezi von Rau und Clement aus dem Spiel zu halten. Deshalb ist TUI jetzt eine Aktie, die nicht objektiv zu bewerten ist.
MDAX und TecDax sind am Montag neu gestartet. Beide enthalten das zweifellos größte Fantasiepotential. Ich bin darauf schon für die wichtigsten Titel in den vergangenen Wochen eingegangen. Zum Start:
Der MDAX wird zunächst verkleinert. Er nimmt einige Titel aus dem früheren Nemax auf und gibt andere wiederum ab. Deshalb zunächst zum MDAX, der von 70 auf 50 Titel verkleinert wird. Damit wird er für eine ganze Reihe von kleineren Spezialfonds eine höchst aktuelle Messlatte, weil sich auch die Liquidität der einzelnen Aktien erhöht. Das gilt allerdings nur relativ und nicht absolut. Ich hatte bereits eine Vorauswahl getroffen. Ergebnis jetzt:
Das KGV im MDAX stellt sich auf 7,6. Gemessen am Marktzins müßte es fairerweise bei 16 - 17 liegen, also mehr als 100 % höher. Ist das eine realistische Erwartung? Sie läge damit noch deutlich höher als im DAX, und die denkbaren fairen Werte ein weiteres Stück höher. Bitte die letzten AB's nachlesen.
Schon jetzt ist absehbar: Der Trend in diesen Aktien wird sich mit dem der DAX-Titel kaum decken. Im günstigsten Fall ist eine lockere Parallele denkbar, die aber nur den sehr allgemeinen Trend wiedergibt. Dabei werden die Dispositionen der Fonds große Wirkung zeigen. Hoch- und Herunterstufungen durch Analysten-Teams der großen Banken werden in der Regel auch von den Fonds-Managern umgesetzt. Darauf ist unweigerlich Bezug zu nehmen. Folge davon für Sie:
Wer jetzt investiert, kauft sich ein großes Potential für die längere Frist, aber eine wenig überschaubare Entwicklung für die kürzere Zeit. Kursveränderungen um 20 % nach oben und unten wird es sehr viel geben. Ich sage Ihnen dies schon jetzt voraus. Dazu kommt: Die Tagesumsätze in den Titeln des TecDax liegen im Moment fast doppelt so hoch wie im MDAX. Hier wird es noch "wildere" Bewegungen geben, wie Sie allein aus den Kursveränderungen seit Anfang des Jahres ablesen können. Das wird ein sehr spannendes, aber leider auch sehr unruhiges Marktfeld bleiben. Zu verdienen ist gleichwohl viel. Beispiel:
MG TECHNOLOGIES (660 200) wird eine der interessantesten Aktien. Trotz des Quartalsverlustes wegen AO-Aufwendungen. Bisher von Fonds nicht beachtet. Die Gründe kennen Sie. Solide Arbeit des Vorstandes, aber keine Highlights. Würde man MG TECH auseinandernehmen, käme sofort das Doppelte heraus. Die zwei wichtigsten Säulen sind DYNAMIT NOBEL mit 29,2 % Umsatzanteil, aber 40,8 % Gewinnanteil, und GEA mit 34 % bzw. 78.8 %. Schwierig ist auch der Großaktionärs-Club mit 9 % bei DT. BANK, 13 % ALLIANZ, 7,86 % Kuwait und 10 % bei Dr. Happel. Allein der Wert der zwei genannten Säulen gilt unter Kennern als doppelt so hoch der Wert von MG TECH total. Zum Verkauf steht die Tochter SOLVADIS sowie vermutlich auch der Großanlagebau LURGI/ZIMMER. Damit wird MG TECH eigentlich zu einem ganz aktuellen Break-Up-Fall, was allerdings nur mit einem Paketwechsel verbunden sein kann. Ich gebe zu, das ist eine Spekulation. Aber sie reift unweigerlich heran. Es sei denn, der ambitionierte Vorstand bringt es fertig, durch eigene Initiative aus dieser Klemme herauszukommen. Bei einem Börsenwert von nur 13 % für den konsolidierten Umsatz liegt dies auf der Hand.
Werden die zwei deutschen Bauwerte im MDAX, BILFINGER BERGER (590 900) und/oder HOCHTIEF (607 000), eine Irak-Spekulation "ex Saddam"? Ich erinnere daran, daß HOCHTIEF bereits früher Großkontraktor im Irak war. Speziell für Infrastruktur-Investitionen (Flughäfen). Die Amerikaner (BECHTEL) winkten bereits auf Anfrage der US-Regierung ab. "Kein Interesse". Deutsche Ingenieurskunst ist im Nahen Osten jedoch äußerst beliebt. HOCHTIEF ist auch der einzige, der über die US-Töchter LEIGHTON und TURNER einen Zugang erreichen dürfte. Bei BILFINGER BERGER kann es die Tochter FRU-CON-HOLDING sein. Mein Rat: Verfolgen Sie beide Titel in den nächsten Wochen sorgfältig, da das amerikanische Wiederaufbauprogramm schon in den nächsten zwei Wochen vorgestellt wird. Wer ganz "gewitzt" operieren möchte, geht ebenfalls den Weg der Stop-Buy-Limits. Für HOCHTIEF liegt dieses Limit bei 11 E. und für BILFINGER BERGER bei 19 E. Sie werden also automatisch eingestoppt, wenn die Limits erreicht/überschritten werden.
Der ehemalige Nemax heißt jetzt TecDax. Einen spannenderen Chart haben Sie für einen Index wohl in letzter Zeit kaum sehen können. Den können Sie als Zertifikat kaufen, also als Markt. Ich erwarte weitere Emissionen dieser Art in nächster Zeit. Das aktuell interessanteste, da ohne Spread, läuft unter der WKN-Nr. 831 999. Wer in zwei einzelnen Aktien spekulieren will, schaut darauf:
FUNKWERK (WKN (575 314) - 12,50 E.) hätte im letzten Jahr beinahe den Umsatz verdoppelt und der Gewinn stieg um rund 19 %. FUNKWERK ist Telekomausrüster und Spezialist für Mobilfunk im Verkehr- und Logistikbereich. Das läuft unter dem Begriff "professioneller Mobilfunk". Diese Umsatzverdoppelung wird in diesem Jahr mit 126 Mio E. erreicht. Gewinntaxe um 0,90/0,94 E. je Aktie. Das ergibt ein KGV um 13,1. Global gerechnet: Börsenwert 80,9 Mio E. liegt weit unter dem amerikanischen Durchschnitt. Nach fast 86 % Kursverlust gegenüber der Spitze zeichnet sich ein erster Boden bei 11 E. ab. Hier liegt ein erster Ansatz.
ELMOS SEMICONDUCTOR (WKN (567 710) - 4,72 E.) dürfte dagegen das Tief bei 3,80 E. "mit Glück" für Sie nochmals testen. Dann gilt das gleiche. ELMOS erwartet per 2004 ein starkes Wachstum und + 15 % in diesem Jahr, nach + 3 % im letzten. Doch ELMOS schrieb permanent schwarz und kam damit besser über die Chip-Flaute als viele andere. Bei einem Umsatzziel von 125 Mio E. für dieses Jahr und bis 150 Mio E. per 2004 ist die Umsatzbewertung von nur 100 Mio E. weit "unter Normalpegel".
Beide Titel sind ein Trendkauf. Auf dem Niveau sind sie preiswert und sogar billig. Wie schon erwähnt: Die Volatilität der Kurse wird extrem groß bleiben. Ich werde dies in diesen Briefen nicht immer komplett abdecken können. Faustregel deshalb: Jede Avance um 20 - 30 % ist stets ein Grund für teilweise Gewinnmitnahmen, um bei Konsolidierung wieder zurückzukaufen. Alternativ: Investieren und in 24 Monaten Kasse machen, in der Zwischenzeit jedoch "Augen zu".
In Kürze: BECHTLE (515 870) rechtfertigt mit der Übernahme des Konkurrenten PSB (696 760) die eigene Marktstellung und wird damit zum Umsatzmilliardär per 2004. Ich hatte BECHTLE schon früher empfohlen. Weitere Käufe sind akzeptabel.
Die WALL STREET ...
... zeigt unverändert ein imponierend stabiles Marktbild. Ich zeige Ihnen dies erneut in der schon bekannten Darstellung des Short-Range-Oscillators.
Abgedeckt wird dies auch vom Nasdaq und S+P 500, etwas weniger zuverlässig dagegen im Dow Jones. Der Nachrichtenstand aus Irak kann das Bild zwar kürzerfristig verschieben, aber wohl kaum grundsätzlich ändern. Indes: Auch die Amerikaner haben letztlich "Gefühle", mithin Erwartungen. Das wird nicht ganz spurlos vorbeigehen. Gleichwohl:
Die Technologie bleibt die sicherste Stütze. Ganz wichtig sind seit Wochen die zwei oder vier größten Technologie-Aktien und schwersten Titel der Welt. Vor acht Tagen hatte ich auf GE (GE.NYS) besonders aufmerksam gemacht. Gleiches gilt für MICROSOFT (MSFT.NAS). Schauen Sie täglich auf deren Markttechnik. Auch die zweite Reihe gewinnt zunehmend an Kontur. Gretchenfrage:
EDS (EDS.NYS)-17,50 $) ist im Visier von MICROSOFT und HEWLETT-PACKARD (HPQ.NYS). Mit 22 Mrd $ Umsatz ist EDS die Nr. 2 für IT-Dienstleistungen in der Welt. Gewinntaxe per 2004 knapp über 2 $, was ein KGV von rund 9 bedeutet. Ob es ein Übernahmeangebot gibt oder nur eine Beteiligung beider, ist offen, wäre aber in jedem Fall ein weiteres Indiz dafür, daß die Schnäppchenjagd begonnen hat. Niemand bietet in dieser Größenordnung, wenn es nicht als wirklich preiswert angesehen wird. Börsenwert von EDS rd. 8 Mrd $. Was könnte geboten werden? Mindestens um 25 $, eher 30 $, so die Einschätzung zur Wochenmitte in New York. Interessant ist das Kurs-Gap zwischen 22 und 38 $, das ich nebenstehend eingezeichnet habe. Auch bei 30 $ läge das KGV nur um 15 und EDS wächst zumindest zweistellig, wie die aktuellen Erwartungen der Analysten zeigen. COMPUTER ASS (CA.NYS) zog bereits mit und erreichte knapp 15 $. Hier liegt der Break bei 16,50 $ mit einer allerdings begrenzten Möglichkeit bis zunächst 19/22 $. COMPUWARE (CPWR.NAS)-4 $) vollendete soeben die Bodenbildung bei rd. 3 $ mit bis jetzt 4,44 $. Darauf komme ich in Kürze zurück, wenn die aktuelle Gewinntaxe von 31 Cents je Aktie für 2003 bestätigt wird.
Halten Sie bitte fest, worauf ich stets hinweise: 80 % aller Technologieaktien zeigen ein sehr ähnliches und fast identisches Bild. Das ist höchst ungewöhnlich. Es wird abgedeckt vom Nasdaq 100 Tracking Stock in der gleichartigen Art. Damit deckt der gesamte Technologie-Sektor den Unterbau der amerikanischen Konjunktur ab. Andererseits steht fest: Einen Ausbruch aus dieser Konstellation gibt es erst mit dem Ende des Irakkrieges.
Ein ganz heißes Eisen: Neuer Ansatz für eine vorgezogene Rüstungsspekulation? Ich hatte vor drei Wochen dies noch in Zweifel gezogen, nachdem ich im Herbst letzten Jahres die Glattstellung empfahl. Inzwischen fast Halbierung der Kurse, aber vor zehn Tagen ein erster bedeutender Ansatz für eine Wende. Das ist ein heißes Eisen, denn Sie wissen: Die Logik der Rüstungsspekulation ist völlig anders als die für alle anderen Sektoren der Technologie oder auch des Konsums. Verlockend ist die niedrige Bewertung der Gewinne vor dem Hintergrund eines sehr soliden Auftragsbestandes einerseits und der Frage andererseits: Müssen die Amis nachlegen? Das würde neue Rüstungsaufträge bedingen und entsprechende Erwartungen. Also:
Die Konsequenz: Entweder steigen alle vier oder keiner. Es sind GENERAL DYNAMICS (GD.NYS) und LOCKHEED (LMT.NYS) sowie NORTHROP (NOC.NYS) als fast lupenreine Ausrüster und BOEING (BA.NYS) als 35 %-Rüstungstitel. Dabei ist GENERAL DYNAMICS und NORTHROP am günstigsten bewertet, gemessen am KGV. LOCKHEED hält dagegen den größten Auftragsbestand eines amerikanischen Rüstungskonzern mit Laufzeiten über zehn Jahre. Mindestens ist eine massive Erholung möglich. Wer dies nutzen will, verfährt so:
Knapp über den Tiefstkursen investieren. Das wäre bei GENERAL DYNAMICS ein Kurs zwischen 50 und 53 $, für LOCKHEED zwischen 41 und 43 $ und für NORTHROP 79 und 81 $. Für BOEING wären es 25 bis 28 $. Alle erhalten einen Stopkurs, bei 49 $ für G.D., 40 $ für L. und 77 $ für N. sowie 24 für B. Warum? Ein schnelles Ende des Krieges würde die Frage von Aufträgen sofort neu aufwerfen, eine Verlängerung dagegen begünstigen. Das macht die Besonderheit der Rüstungsspekulation nun einmal aus.
Die Pharmazeutik wird eine weitere, sehr wichtige Tendenzstütze. Seit Wochen geht es hin und her. Ich bin mehrfach darauf eingegangen. Die zwei schwersten Titel bestimmen das Marktbild. Gelingt hier die Wende, färbt das auf alle anderen ab. Die Kettenreaktion reicht bis zu den kleinen Biotiteln. Denn:
PFIZER (PFE.NYS) - 31 $) hat die Fusion mit PHARMACIA (PHA.NYS) vollzogen. Restgeschäfte müssen verkauft werden, weil die Kartellauflagen dies verlangen. Aus diesem Grunde war die Marktlage seit September stets etwas fragil. So lauten die neuen Zahlen per 2003:
Umsatz voraussichtlich 47 Mrd $ netto nach Abgabe der Geschäftsfelder. Auch 50 Mrd $ sind möglich. Börsenwert 191 Mrd $ und damit ein absolutes Schwergewicht. Gewinntaxe knapp über 2 $ je Aktie per 2004, was ein KGV um 15 bedeutet. Das wäre für eine Pharmaaktie dieser Qualität bei einem Forschungsetat von 7 Mrd $ günstig. Ich bin kürzlich schon darauf eingegangen. Voraussetzung war, daß 27/28 $ halten. Jetzt sieht die Markttechnik verlockend aus. Denn neben dem Boden steht PFIZER exakt vor dem Ausbruch aus dem Abwärtstrend.
Wenn PFIZER dies gelingt, wird MERCK (MRK.NYS) folgen. JOHNSON & JOHNSON (JNJ.NYS) spielt ohnehin eine Sonderrolle, ist aber nicht klassische Pharmazeutik, sondern auch Health Care nebst Kosmetik. BRISTOL MYERS (BMY.NYS) testet in diesem Umfeld den Tiefstkurs bei 20,55 $. Auch dieser muß halten. Bei SCHERING PLOUGH (SGP.NYS) gilt das gleiche bei 15,45 $ und für ELI LILLY (LLY.NYS) sind 48,15 $ der absolute Boden. Verfolgen Sie die Kurse also in den nächsten Wochen sehr sorgfältig.
In Kürze: MICRON TECH (MU.NYS) erhält neues Kaufsignal schon ab 9 $ mit nächstem Ziel von 13/14 $. Bitte beachten Sie meine letzten Einschätzungen. NVIDIA (NVDA.NAS) erhält ebenfalls ab 15 $ einen Anstoß mit Kursziel 18/19 $. Ich erinnere an den sehr breiten Boden für diesen Spezialisten für Grafik-Prozessoren. BROCADE COM (BRCD.NAS) schaffte Sprung über 5 $, wenn auch knapp. Vorbehaltlich der Quartalszahlen, die noch etwas unsicher sind, bleibt es bei der Kaufempfehlung mit Limit knapp unter 5 $. Beide Wireless-Aktien, AT+T WIRELESS (AWE.NYS) und SPRINT PCS (FON.NYS), haben die Konsolidierung der ersten Kursgewinne weitgehend abgeschlossen. Und zwar bei 6 bzw, 3,50 $ und aktuell 6,50 $ bzw. 4,25 $.
An den EURO-BÖRSEN ...
... ist die Volatilität teilweise noch größer als in Frankfurt. Vornehmlich gilt dies für die großen Titel, die zum Spielball einiger Spekulationen wurden. Das kleinste Gerücht genügt, um einen solchen Titel mit Tagesveränderungen bis 15 % nach oben oder unten "zu bewegen". Das wird nicht so rasch vergessen sein. Hier Kurs zu halten ist mühsam, aber es wird sich lohnen.
Ist KUDELSKI (915 684) in Zürich eine neue Gelegenheit? Damit schafften Sie schon im letzten Jahr im ersten Erholungsansatz bis zu 80 % in wenigen Wochen. Mit minus 91 % im Gewinn bei minus 11,7 % im Umsatz ist es knapp, aber:
KUDELSKI ist einer der wichtigsten Spezialisten für die Zugangstechnik in Pay-TV. Hauptkunde ist ECHOSTAR/USA. Damit steht und fällt auch KUDELSKI. Der Höhenflug endete in einer Bauchlandung. Das ist die aktuelle Chance bei 15/16 CHF. Börsenwert nur noch 910 Mio CHF für einen Umsatz um 420 - 430 Mio CHF (2003), aber einem Barmittelbestand von über 500 Mio CHF. Das läßt sich hören. Mindestens bis 30 CHF kann diese Aktie immer gewinnen. Dann muß neu gerechnet werden. ESEC (892 546) ist auf der Basis 85/90 CHF als Chiptitel genau so zu sehen. Diese UNAXIS (863 037)-Tochter ist eine der wichtigsten Chip-Zulieferer/Ausrüster mit der berühmten Hebelwirkung, die ich schon beschrieben habe. Die Verwaltung am letzten Dienstag: "In diesem Jahr schreiben wir wieder schwarz". Erholungspotential reicht dann bis zunächst 150/160 CHF und möglicherweise 180 CHF. Dann wird ebenfalls Kasse gemacht. Auf die Nr. 3 MICRONAS (910 354), hatte ich bereits hingewiesen. Wird auch im deutschen TecDax geführt. Deshalb gebe ich hier den deutschen Kaufkurs an, 18/20 E.
Paris konkretisiert die Pläne für VIVENDI UNIVERSAL (591 068). Stand per Wochenende: Mindestens die Hälfte des US-Geschäftes wird verkauft. Wunschpreis um 9 - 11 Mrd $ für die Studios und Filmtheater. Dagegen möchte Paris gern die strategischen Positionen im globalen Film- und Unterhaltungsgeschäft behalten. Das Gesamtgebot lag bekanntlich bei 20 Mrd $. Spielen Sie den Poker mit. Mit Vorbehalt gelten diese Zahlen: Nach Verkauf der genannten Geschäfte und Aufwand für die Mobilfunksparte (CEGETEL) sowie Rückzug bei VIVENDI ENVIRONEMENT (501 451) ergibt sich eine Nettoverschuldung von nur noch 3,5 - 5,5 Mrd E. Dann liegt der Börsenwert mit 14,6 Mrd E. ca. 40 % unter dem Buchwert. So die aktuelle Rechnung in Paris.
Ganz heiß, ein Gerücht, aber nicht unlogisch. BNP PARIBAS (887 771) erwägt nach der gescheiterten Übernahme von CREDIT LYONNAIS (923 862) Einstieg bei COMMERZBANK mit möglicher Abfindung. Bei den Aktionären der deutschen Großbank wird sondiert, was schwierig genug ist. 10,4 % hält MÜNCHENER RÜCK (843 002), 9,99 % ASS GENERALI (850 312), 5,6 % WCM (780 100), 4,9 % BANCO SANTANDER (858 872), 0,8 % BANCA INTESA (850 605), 1,9 % MEDIOBANCA (851 715). BNP-Chef Peyrle-varde sucht den einzig möglichen Weg auf den Europa-Markt, nachdem Frankreich "geschlossen" ist. Das Hauptargument: Börsenwert von COMMERZBANK nur 30 % des Buchwertes. Die Franzosen kommen also zu dem gleichen Ergebnis, welches ich bereits vorgerechnet hatte. Einzige Besorgnis: Gelingt es der COMMERZBANK, in die schwarze Zahl des operativen Ergebnisses 2003 zu kommen? Nur dann ließe sich eine Übernahmeofferte bei BNP vertreten. Bei BNP haben die Börsenumsätze angezogen. Der Kurs übrigens auch.
In Amsterdam kein Rückzug aus AHOLD (851 287). Die wilden Kombinationen um eine Insolvenz bei AHOLD nehmen Sie bitte mit größter Vorsicht auf. Das signalisieren mir wirkliche Insider. Die eine oder andere US-Tochter oder auch das Argentinien-Geschäft wird verkauft. Dabei geht es lediglich um die Reduzierung der Nettoverschuldung. Am Ende schauen nach jetziger Planung heraus: 60 - 62 Mrd E. Umsatz (gegenüber 72,6 Mrd E. im letzten Jahr), und eine Nettoverschuldung von 7 - 8 Mrd E. gegenüber einem Börsenwert von 3,2 Mrd E. Ich vermute den idealen Kaufkurs bei rd. 3 E., wage aber zunächst lediglich eine Anfangsposition, denn ...
.. der Anfang ist die Hälfte des Ganzen (Aristoteles)
Gruß Pichel ![]()