DJ AUSBLICK/Handyhersteller und Netzausrüster spüren im 3Q kaum Erholung
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HELSINKI (Dow Jones)--Das derzeit schwierige Marktumfeld dürfte im dritten Quartal weiterhin das Geschäft der Netzausrüster und Handyhersteller belastet haben. Branchenexperten rechnen deshalb nicht damit, dass die Unternehmen für den Zeitraum Juli bis September wesentlich bessere Ergebnisse als im Vorquartal berichten werden. Die Hersteller von Mobiltelefonen sehen sich einem verschärften Wettbewerb ausgesetzt und dies ausgerechnet kurz vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft.
Doch ein Silberstreif am Horizont könnte erkennbar werden. Chip-Hersteller wie Samsung Electronics und Texas Instruments hatten kürzlich positive Ausblicke für Umsatz und Gewinn veröffentlicht. Dies hatte zuletzt die Hoffnungen geweckt, auch der Mobilfunkmarkt könnte sich wiederbeleben. Der in Helsinki ansässige Handyhersteller Nokia legt seine Zahlen am Donnerstag vor. Branchenbeobachter rechnen damit, dass Umsatz und Ergebnis gegenüber dem Vorjahresquartal rückläufig sind. Beim Vergleich mit dem Vorquartal dürften die Zahlen aber bereits wieder eine Besserung zeigen.
Analysten gehen davon aus, dass Nokia gute Absatzzahlen bei billigeren Handys erzielt hat. Dabei dürfte Nokia von Skaleneffekten profitiert haben. Dennoch besteht die Gefahr, dass Nokia weitere Marktanteile bei hochwertigen Geräte an Wettbewerber wie Apple oder Samsung verloren hat.
Von Dow Jones Newswires befragte Analysten rechnen bei Nokia im Schnitt für das dritte Quartal mit einem operativen Ergebnis von 0,451 (Vorjahr: 1,469) Mrd EUR. Beim Ergebnis nach Steuern und Dritten erwartet die Experten 0,347 (1,087) Mrd EUR nach Steuern und beim Umsatz 9,969 (12,237) Mrd EUR.
Nokia Siemens Networks, das Netzausrüstungs-Joint-Venture zwischen Nokia und Siemens, hatte in den Vorquartalen mit rückläufigen Marktanteilen und harten Wettbewerbsbedingungen zu kämpfen gehabt. Analysten erwarten, dass die Zahlen für das dritte Quartal ebenfalls schwach ausfallen werden und sich nur geringfügig von den Ergebnissen des zweiten Quartals unterscheiden.
Ähnlich eingetrübt sehen die Aussichten für den Handyhersteller Sony Ericsson aus, der am Freitag seine Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegt. Das in London ansässige Joint Venture zwischen dem schwedischen Telekomausrüster Ericsson und dem japanischen Elektronikkonzern Sony hat in diesem Jahr rückläufige Ergebnisse und Marktanteile hinnehmen müssen. Daher gehen Analysten nicht davon aus, dass sich dieser Trend im dritten Quartal wesentlich verbessert hat. Der wirtschaftliche Abschwung dürfte sich im wesentlichem im mittleren Segment des Mobilfunkmarktes niedergeschlagen haben. Dort ist Sony Ericsson stark vertreten. Dennoch könnten sich die Ergebnisse im dritten Quartal dank Kosteneinsparungen und eines stärkeren Gesamtmarktes im Vergleich zum Vorquartal verbessert haben.
Sony Ericsson will im vierten Quartal eine Reihe von hochwertigen Geräten auf den Markt bringen. Die Hoffnungen sind daher berechtigt, dass diese Geräte den negativen Trend bei der Entwicklung der Marktanteile stoppen und die Wende einleiten.
Das Geschäft des schwedische Telekomausrüsters Ericsson aus Stockholm dürfte sich vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise dagegen als relativ stabil erwiesen haben. Analysten gehen davon aus, dass sich die Ericsson-Ergebnisse leicht verbessert haben, wenn der Konzern seine Zahlen am 22. Oktober veröffentlicht.
Bislang hatte Ericsson im Verlauf dies Jahres von einem schwachen schwedischen Krone im Verhältnis zum US-Dollar und zum Euro profitiert. Doch seitdem die Krone zuletzt wieder aufwertete, gibt es Befürchtungen, dass sich dies auf die Umsätze des Unternehmens niederschlagen wird.
Keine wesentlichen Verbesserungen beim Quartalsergebnis erwarten die Analysten für den französischen Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent. Grund hier: Der Markt für Telekomunternehmen bleibt vor allem in Europa schwierig, da die Telefongesellschaften bei ihren Investitionen sehr selektiv vorgehen. Das in Paris ansässige Unternehmen präsentiert seine Zahlen am 30. Oktober.
Alcatel-Lucent dürfte aber erneut bekräftigen, dass der Konzern auf Basis des bereinigten operativen Ergebnisses den Breakeven im Gesamtjahr erreichen wird. Dennoch bleiben einige Analysten skeptisch, ob dieses Ziel auch tatsächlich erreicht wird.
Mit Spannung erwartet werden Aussagen über das Investitionsverhalten der Telefongesellschaften, vor allem in den USA. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, wann der Markt beginnt, sich wieder zu erholen.
Webseiten: www.nokia.com
www.sonyericsson.com
www.ericsson.com
www.alcatel-lucent.com
-Von Gustav Sandstrom und Ruth Bender, Dow Jones Newswires;
+49 (0)69 29 725 102, unternehmen.de@unternehmen.de
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October 14, 2009 10:06 ET (14:06 GMT)
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§Quelle: VWD 14.10.2009 16:06:00