"Bald ersetzt das Handy die Zugangskarte fürs Büro"
Freenet leidet unter dem Wettbewerb im Mobilfunk, will aber Zusatzdienste fürs Handy anbieten
FRAGE: Herr Vilanek, United Internet hat Anteile an Freenet verkauft. Sie haben jetzt neue Eigentümer. Sind Sie froh darum?
ANTWORT: Die Anteile sind offenbar gut verteilt. Bisher hat sich noch niemand bei uns gemeldet, der drei Prozent oder mehr an Freenet hält. Wenn wir am Ende tatsächlich einen höheren Streubesitz haben, sehe ich das grundsätzlich positiv, nach den ganzen Käufen und Verkäufen der Großaktionäre.
FRAGE: Dennoch sind nicht alle ganz überzeugt von Ihrer Aktie. Sie haben hohe Schulden - und das in einer Zeit, in der Banken manchmal schwierig werden.
ANTWORT: Wir haben in der Tat eine hohe Schuldenlast, die auf sechs Banken verteilt ist. Unsere Finanzierungsverträge laufen bis 2014. Insofern sind wir in der glücklichen Lage, hier keinen unmittelbaren Stress zu haben. Natürlich sind wir mit den Banken intensiv im Kontakt und reporten sehr detailliert über unsere Geschäftsentwicklung und stärken damit das bestehende Vertrauensverhältnis. Außerdem erwarten wir demnächst Mittelzuflüsse aus dem Verkauf unseres DSL-Geschäfts an United Internet und unseres Website-Dienstes Strato.
FRAGE: Werden Ihre Kreditkonditionen schlechter?
ANTWORT: Das hängt von so vielen Dingen ab, dass man das nicht genau vorhersagen kann, zum Beispiel vom Interbankenzins. Die Regeln sind fest und im Detail nicht veröffentlicht.
FRAGE: Die Angebotsfrist für Ihre Tochtergesellschaft Strato endet am Mittwoch. Haben Sie schon Angebote?
ANTWORT: Wir erwarten am 2. September indikative Angebote. Dann werden wir entscheiden, mit welchen Bietern wir in Verhandlungen gehen werden.
FRAGE: Wo soll bei Ihnen in Zukunft Wachstum herkommen?
ANTWORT: Wir wissen auch: In der ganzen Mobilfunk-Branche verfällt der Minutenpreis, durch Wettbewerb und durch Regulierung. Aber dafür steigt der Datenanteil im Umsatz dramatisch. In nächster Zeit werden Zusatzdienste wie Internet sehr relevant für die ganze Branche, also auch für uns. Das Handy könnte zum Beispiel auch die Zugangskarte zum Büro ersetzen, vielleicht sogar den Personalausweis. Das ist gut für die ganze Branche.
FRAGE: Aber Sie wollen doch wohl schneller wachsen als Ihre Konkurrenten in der Branche?
ANTWORT: T-Mobile und Vodafone haben einen hohen Anteil an Geschäftskunden mit entsprechender Datennutzung. Die waren uns voraus. Wir haben viele Privatkunden. Und bei denen nimmt die Datennutzung jetzt extrem zu, das ist gut für unser Wachstum. Außerdem haben wir ein eigenes Internetportal und können die Kunden dorthin lotsen, so dass wir dort auch Werbung verkaufen können.
FRAGE: Wann zahlen Sie wieder eine Dividende?
ANTWORT: Wir haben noch viele Schulden. Aber mir ist auch klar, dass die Anleger eine Dividende wollen. Wir werden jetzt sehen, wie das Geschäft weiter läuft, und dann diskutieren wir darüber nächstes Jahr vor der Hauptversammlung.
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 30.08.2009, Nr. 35 / Seite 42
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