Die WTC-Verschwörungstheorie (Teil 38 bis ...)


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Happy End:

Die WTC-Verschwörungstheorie (Teil 38 bis ...)

 
17.03.02 08:22

Das Pentagon-Mysterium



Der Schriftsteller William Burroughs hat den Mainstream kultureller Wahrnehmung einmal mit einem Beifahrer verglichen, der die Landschaft nur im Rückspiegel betrachtet. Taucht etwas Unerwartetes, Neues auf, nimmt er es zuerst einmal nicht wahr. Die Behauptungen des vorausschauenden Fahrers über das, was auf sie zukommt, erklärt er für irrelevant. Erst wenn die Veränderungen dann auch im Rückspiegel sichtbar werden und beim besten Willen nicht mehr zu leugnen sind, erklärt er: "Aber das kennen wir doch schon, das ist doch gar nichts Neues."

Ähnlich wie diesem Fahrer geht es vielleicht auch einigen Verschwörungstheoretikern des 11.September, denn nach und nach drängen sich die unerhörten Neuigkeiten auch in den Rückspiegel-Blick des Medien-Mainstreams. So erwähnt der "Spiegel" in der vergangenen Woche seiner Titelgeschichte über Saudi-Arabien, mittlerweile immerhin beiläufig das Rüstungsunternehmen "Carlyle-Group" und dessen Repräsentanten Bush Senior - im Oktober war in der Spiegel-Online-Ausgabe aus einem Artikel der Autorin Arundhati Roy der Hinweis auf die Investments der Familien Bush und Bin Ladin bei Carlyle noch herauszensiert worden.

So haben vielleicht auch die Fragen der Petition an den US-Senat zur Untersuchung der Ungereimtheiten des 11.9. eine Chance, in naher Zukunft öffentlich gestellt und überprüft zu werden - ebenso wie das  Interview das Usama Bin Ladin am 28.September der pakistanischen Zeitung "Ummat" gab, und in dem er abstreitet, mit den Anschlägen irgendetwas zu tun zu haben - und das mir als Beweisstück mindestens so authentisch zu sein scheint wie die manipuliert wirkenden Home-Videos mit seinem angeblichen Bekenntnis.

Dass sechs Monate nach dem Anschlag immer noch kein "Schläfer" erwacht, kein Selbstmordbomber des Al-Qaida-Netzwerks die westliche Welt heimgesucht hat, könnte als Erfolg des "war on terror" gewertet werden - oder aber schlicht als Indiz dafür, dass es sich bei diesen "Schläfern" um eine Fiktion handelt, die nur zum Zwecke der Hysterisierung der Massen geschürt wurde. Anders als durch die Suggestion einer fortgesetzten Bedrohung hätte die polizeiliche Fahndung nach den Tätern nicht unmittelbar durch eine militärische Operation und nach wenigen Tagen durch einen Krieg ersetzt werden können, anders als durch das Aufbauschen eines gefährlichen, krakenhaften Netzwerks heimtückischer Assassinen, das die westliche Zivilisation (und damit den heimischen Herd) bedroht, hätte die Bevölkerung nicht in eine solche Kriegsbegeisterung getrieben werden können.

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Um die hinter dieser Propaganda stehende Agenda zu verstehen - die, soviel dürfte nach einem halben Jahr feststehen, definitiv nicht der Aufklärung der Tatumstände und der Ergreifung der Täter und Hintermänner dient - hatte ich schon die Bücher von Brezinski ("Die einzige Weltmacht") und Huntington ("Kampf der Kulturen") empfohlen, die sowohl die geostrategischen Ziele der USA, als auch das zu ihrer Durchsetzung notwendige Feindbild klar definieren.  der Essenz vorweggenommen wurden diese nüchternen. machtpolitischen Erwägungen schon von Carl Schmitt, dem Staatstheoretiker und "Kronjuristen" des 3. Reichs, in dessen "Begriff des Politischen" von 1932 manchen Passagen anmuten, als seien sie nach dem 11.9.2001 geschrieben:

"Ein ökonomisch fundierter Imperialismus wird natürlich einen Zustand der Erde herbeizuführen suchen, in welchem er seine wirtschaftlichen Machtmittel, wie Kreditsperre, Rohstoffsperre, Zerstörung der fremden Währung usw. ungehindert anwenden kann und mit ihnen auskommt. Er wird es als "außerökonomische Gewalt" betrachten, wenn ein Volk oder eine andere Menschengruppe sich der Wirkung dieser "friedlichen" Methoden zu entziehen sucht. Er wird auch schärfere, aber immer noch "wirtschaftliche" und daher (nach dieser Terminologie) unpolitische, essentiell friedliche Zwangsmittel gebrauchen, wie (..) Unterbindung von Nahrungsmittelzufuhr an die Zivilbevölkerung und Hungerblockade. Schließlich verfügt er noch über technische Mittel gewaltsamer physischer Tötung, über technisch vollkommene moderne Waffen, die mit einem Aufgebot an Kapital und Intelligenz so unerhört brauchbar gemacht worden sind, damit sie nötigenfalls auch wirklich gebraucht werden. Für die Anwendung solcher Mittel bildet sich allerdings ein neues, essentiell pazifistisches Vokabularium heraus, das den Krieg nicht mehr kennt, sondern nur noch Sanktionen, Strafexpeditionen, internationale Polizei, Maßnahmen zur Sicherung des Friedens. Der Gegner heißt nicht mehr Feind, aber dafür wird er als Friedensbrecher, Friedensstörer und hors l'humanié gesetzt, und ein zur Wahrung oder Erweiterung ökonomischer Machtpositionen geführter Krieg muß mit einem Aufgebot von Propaganda zum "Kreuzzug" und zum "letzten Krieg der Menschheit" gemacht werden."  
 



Das "either with us or with the terrorists" in George W. Bushs umjubelter Kriegserklärung entspricht ebenso exakt dem Schmittschen Begriff des Politischen als Unterscheidung von Freund und Feind wie die mit "unerhört brauchbaren Waffen" durchgeführten Anti-Terror-Maßnahmen auch als "Kreuzzug" und "Krieg der Zivilisation" definiert wurden. Der psychologische Schock des unerhörten Ereignisses - und der schon kurz nach dem ersten Einschlag lancierte und in den folgenden Tagen als Großbedrohung formatierte Zivilisationsfeind Bin Ladin - ermöglichten quasi aus dem Stand die allgemeine Mobilmachung. Wer Fragen stellte, wer vor der Strafaktion Beweise für die Täterschaft verlangte, machte sich verdächtig: des "feigen Denkens" und des "un-patriotischen Verhaltens". Zweifel an der offiziellen Version des Tathergangs konnten einfach als "Verschwörungstheorie" abgestempelt werden. Wenn es dann wirklich noch jemand wagte, vor Ort ein paar Hintergründe zu recherchieren, wie der Journalist Daniel Pearl den Zusammenhang von Opiumanbau, dem pakistanischen Geheimdienst ISI und seinem Partner CIA, wurde er entführt und ermordet. Zufälligerweise ausgerechnet von Omar Sheik, dem britischen Staatsbürger, Ex-Student der renommierten "London School of Economics" und ISI-Top-Agenten, der von indischen und US-amerikanischen Diensten als Hintermann des "Terrorpiloten" Mohammed Atta identifiziert wurde und an diesen im vergangenen Sommer 100.000 $ überwiesen haben soll.

Hat dieses notfalls offenbar gewaltsam hergestellte Medienkartell des Schweigens nicht nur Dutzende kleine und größere Ungereimtheiten des Tathergangs unter den Teppich gekehrt, sondern vielleicht auch ein ganzes Flugzeug, die Boeing 757, die ins Pentagongebäude gekracht ist ?

Schon beim Verfolgen der Nachrichten am 11.9. war mir aufgefallen, dass keine Bilder von der ins Verteidigungsministerium gestürzten Maschine zu sehen waren, auch in den Tagen danach brachte die Suche unter "Pentagon Crash Pictures" Bilder brennender Gebäude, aber kein Flugzeug. Ende Februar stieß ich dann auf die französische Website  Hunt the Boeing, die in den Tagen darauf im Internet für Diskussionen sorgte. Anhand der offiziellen Fotos der Unglücksstelle wird hier die These aufgestellt, dass eine 100 Tonnen schwere Boeing mehr Schaden und andere Spuren hinterlassen hätte, als auf den veröffentlichten Bildern zu sehen ist. (Thierry Meyssan, Präsident von Réseau Voltaire, hat jetzt ein  Buch veröffentlicht, in dem er ebenfalls die Darstellung des Pentagon in Zweifel stellt. S. a.:   Les mystères de l'attentat contre le Pentagone.

Kritik an dem vermeintlichen  French Joke stieß auf umgehende  Widerlegung und die u.a. in der  Web-Gerüchteküche laufende Debatte führte dann wohl am 8.März zu einer in vielen Zeitungen und im Internet veröffentlichten Serie angeblich neuer Bilder des Crashs, die von Pentagon-Sicherheitskameras aufgenommen wurden. Merkwürdigerweise ist aber auf diesen nachgereichten Fotos nichts von einem Flugzeug, sondern nur eine Explosion zu erkennen, zudem lautet die Datumsanzeige der Bilder auf den 12. September 17 Uhr 37. Kann es sein, dass die Sicherheitsuhren und -kameras im Pentagon - einem ja nicht ganz unwichtigen Gebäude - einfach nach dem Mond gehen ? Oder handelt es sich bei dieser Debatte, wie die Kommentatoren von  whatreallyhappend.com meinen, insgesamt um einen Hoax, um die Aufmerksamkeit von dem Skandal um den israelischen Spionagering und seine Verbindung zum 11.9. abzulenken ? (Für alle, die mich wegen dieses Hinweises wieder als Antisemiten beschimpfen, eine augenöffende  Lektüreempfehlung zum Israel-Palästina-Konflikt aus jüdischer Sicht.)

Wie auch immer - verglichen mit den in das WTC stürzenden Flieger, die in 100-facher Wiederholung gezeigt wurden, war das Bildmaterial zum Pentagon-Crash am 11.9. rar und blieb auch danach äußerst als dürftig. Hätte der alle Aufmerksamkeit bindende Anschlag in New York zuvor nicht stattgefunden, wären die Merkwürdigkeiten dieses Crashs wohl umgehend aufgefallen. Dass die Flugschreiber des American Airlines Fluges 77 zwar noch nicht aufgetaucht, aber demnächst gefunden würden, darüber war sich der amtierende Feuerwehrchef der Unfallstelle in der Pressekonferenz am 12.9. sicher - bis heute sind weder die Flugschreiber-Daten noch der Funkverkehr veröffentlicht worden.

Eben diese Geheimniskrämerei ist es, die den Verdacht nährt und den Boden für jede Art von Desinformation bereitet, die dann in der Tat in der Lage ist, die Aufmerksamkeit von den eigentlichen Hintergründen abzulenken. Das eigentliche Pentagon-Mysterium besteht nämlich nicht in der Suche nach einer riesigen Boeing und der Beschäftigung mit dubiosem Bildmaterial, sondern nach wie vor in der Frage, wie es überhaupt einem Flugzeug gelingen konnte, unbehelligt in die sensibelste "No Fly"-Zone der Vereinigten Staaten einzudringen.
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zit1:

Hi Happy End!

 
17.03.02 08:38
Würdest Du mir bitte den link reinstellen, für die Folgen 31-37?
Danke!
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Happy End:

Gerne, Zit:

 
17.03.02 08:46
Hier: Teil 26 - 37

(die letzten Folgen sind fälschlicherweise mit Nr. 26 und 27 statt 36 und 37 gekennzeichnet...)
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zit1:

Viele Dank HE!

 
17.03.02 09:38
Übrigens: Hier interessieren sich, selbst die für amerikanische Verhältnise sehr offenen Personen, nicht im geringsten für die Beiträge.
Das Motto lautet: Ich sehe nichts, ich höre nichts, ich fühle nichts... Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.
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Schnorrer:

Hier ist der Link von HE personally mit allem:

 
17.03.02 17:05
www.brunnenvergifter.de


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zit1:

@Happy End, schnorrer & andere

 
17.03.02 19:44
Habt ihr einen Link, in dem es die WTC-Conspiracy in englischer Sprache gibt, o.ä. englischsprachige Infos?
Antworten
Schnorrer:

Zit: nicht direkt, aber gib die Schlagworte

 
17.03.02 19:49
von Noam Chomskys Interview auf amerikanisch in einer Suchmaschine ein, und Du wirst das sicher finden

www.anarchie.de/main-8135.html
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zit1:

Thanx! o.T.

 
18.03.02 03:55
Antworten
Happy End:

Die World Trade Conspiracy

 
23.03.02 02:08
WTC-Conspiracy - Teil 39

Wissen Sie was die  Weltbank tut? Oder der  Internationale Währungsfond? Beide Institute behaupten, dass sie die Ökonomie und Währungen von Entwicklungsländern durch langfristige Kredite stützen und die Armut in der Dritten Welt bekämpfen. Doch das tun sie natürlich nicht. Stattdessen nutzen sie ihre Finanzinstrumente, um die Wirtschaft dieser Ländern unter Kontrolle zu bekommen - und unterstützen dabei jede Regierung, die das gewährleistet, wie korrupt, diktatorisch oder unfähig sie sein mag.

Soweit ist die Kritik an diesen "ehrenwerten" Institutionen bekannt und so pauschal auch wenig fruchtbar. Doch  Greg Palast, einer der wenigen investigativen Top-Journalisten, die sich nach dem 11.9. nicht in den Dienst der Propagandamaschine gestellt haben, kann anhand von Dokumenten derlei Pauschalvorwürfe nicht nur konkret belegen, sondern am Beispiel des aktuellen Argentinien-Desasters auch nachweisen, mit welchen kriminellen Methoden IWF und Weltbank dabei operieren. Da die Arbeitsmöglichkeiten für unabhängige Journalisten in USA eher bescheiden sind, arbeitet Palast derzeit zwar vor allem für die BBC und britische Zeitungen. Doch was brisante US-Dokumente betrifft scheint er nach wie vor über gute Heimatkontakte zu verfügen. So wurde ihm die Verordnung "W199I" zugespielt, mit der die Bush-Regierung im letzten Sommer die FBI-Fahndung nach "Al-Qaida" unterband - worauf der Top-Terroristen-Fahnder John O'Neill resigniert seinen Job hinwarf.

Das von Greg Palast publik gemachte Dokument wird auch in dem  Gerichtsverfahren eine Rolle spielen, das ein noch anonymer FBI-Beamter mit Unterstützung des Anti-Korruptions-Büros  Judical Watch jetzt gegen die US-Regierung anstrengt: wegen Behinderung der Fahndung nach Bin Ladin.

Liest man das  Interview mit Palast über seine Recherchen und Dokumente in Sachen IWF/Weltbank, dann dürften auch diese Unterlagen noch größere Wellen schlagen. Der Weltbank-Chef Wolfensohn weigerte sich jedenfalls vorerst, einer Einladung von CNN zu folgen und den Fall mit Palast im Studio zu diskutieren - nachdem die zuerst offiziell bestrittene Echtheit der "eyes only" Dokumente außer Frage stand. Es handelt sich dabei laut Palast um Kopien von geheimen Vereinbarungen, deren Unterzeichnung von Ländern wie Argentinien verlangt wurde, bevor sie in den Genuss von IWF/Weltbank-Krediten kommen können. Voraussetzung ist der "Privatisierung" genannte Verkauf öffentlicher Einrichtungen (Wasser- und Elektrizitäts-Versorgung, Verkehrssysteme, Telefonnetze, Ölpipelines) an internationale Unternehmen - und die "Bearbeitung" der verantwortlichen Politiker, die Palast am Beispiel eines argentinischen Senators schildert:

"Vor zwei Wochen sprach ich mit einem Senator aus Argentinien. Ich hatte ihn vor der Kamera. Er sagte, dass er Ende 1988 einen Anruf von George W. Bush, unserem heutigen Präsidenten, erhielt, der ihm sagte, er solle die Pipeline (zwischen Argentinien und Chile) an Enro geben. Was er dann herausfand, sagte er, war ziemlich unheimlich: Enron wollte nur ein Fünftel des weltmarktüblichen Preises bezahlen und er fragte, wie man nur ein solches Angebot machen könne. Und es wurde ihm gesagt - nicht von George W., sondern von einem Partner in diesem Deal: Auch wenn wir nur ein Fünftel bezahlen, bleibt davon ein ziemliches Stück für dich und geht auf dein Schweizer Konto. So läuft es."  
 
Der Chefökonome der Weltbank und Wirtschafts-Nobelpreisträger, Joe Stiglitz, wurde gefeuert, als er nach Dienstreisen in die betroffenen Länder die Details dieser Praktiken durchschaute und begann, kritische Fragen zu stellen. Palast hat mit ihm ausführlich gesprochen - und schildert die Methoden, mit denen Staatsunternehmen der Bevölkerung geraubt und unter IWF/Weltbank-Kontrolle gebracht werden:

"Er berichtete mir, dass er in Ländern gewesen sei, in denen über Privatisierung und den Verkauf dieser Unternehmen gesprochen wurde. Und grundsätzlich wussten sie, sie wussten es ausdrücklich und schauten weg, als klar wurde, dass die Führer dieser Ländern und die verantwortlichen Minister Hunderte von Millionen Dollar einsackten.(..) Sie übergeben dann (die Unternehmen) üblicherweise an die Spezis, wie die Citibank, die sich die Hälfte der argentinischen Banken schnappte. Oder British Petroleum, die sich die Pipeline in Ecuador schnappten. Dass sich Enron überall die Wassersysteme unter den Nagel reißt, hatte ich schon erwähnt. Und das Problem ist, dass sie diese Systeme auch zerstören. Mittlerweile kannst Du in Buenos Aires kein Trinkwasser mehr bekommen. Ich meine, dass ist nicht mehr eine Frage von Diebstahl. Du kannst den Hahn nicht mehr aufdrehen. Das ist mehr als nur reich werden auf öffentliche Kosten.(..)
IWF und Weltbank sind zu 51% im Besitz des US-Schatzamts. So fragt es sich, was wir für das Geld bekommen, das wir hier hineinstecken. Und es sieht aus, als bekämen wir in verschiedenen Ländern nur Chaos. In Indonesien brennt es. Der Weltbank-Chefökonom Stiglitz sagte mir, dass er begonnen hatte, Fragen zu stellen: In jedem Land, in das wir gehen und uns einmischen, zerstören wir die Ökonomie und setzen alles in Flammen. Und er meinte, dass er wegen dieser Fragen gefeuert wurde. Darüber hinaus sagte er noch, dass sie sogar Aufstände einplanen. Sie wissen, wenn sie ein Land ausquetschen und seine Ökonomie zerstören, dann Aufstände in den Strassen die Folge sind. Und sie sagen, tja, das ist der IWF-Aufstand. In anderen Worten, wenn du diese Aufstände hast, hast du verloren. Alles Kapital flüchtet aus deinem Land und das gibt dem IWF die Möglichkeit, dann noch weitere Bedingungen zu stellen. (..)

Nach den Anschlägen vom 11. September rannte Bush herum und sagte, wie müssen 50-100 Milliarden Dollar ausgeben, um die Wirtschaft in Gang zu halten. Wir kürzen nicht den Haushalt, wir versuchen die Wirtschaft zu retten. Doch diesen Ländern erzählen sie nur eins: ihr müsst kürzen, kürzen, kürzen. Und warum? Nach diesen internen Dokumenten vor allem deshalb, damit sie ihre Zahlungen an die ausländischen Banken leisten können - und diese Banken verlangen Zinsen zwischen 21% und 70%. Das sind Wucherzinsen. Tatsächlich war es so schlimm, dass sie von Argentinien verlangten, seine Gesetze gegen Kredithaie abzuschaffen, weil sonst alle Banken als Kredithaie dagestanden wären."

   
Hier haben wir, wie in einer Nussschale, die Grundzüge des großen Spiels.

Schritt 1: Knüpfe die Kreditvergabe durch IWF/Weltbank an maximale "Privatisierung" öffentlichen Besitzes, besteche die Verantwortlichen und bringe die Schlüsselindustrie unter Kontrolle.
Schritt 2: Verordne zum Zwecke der Konsolidierung Haushaltskürzungen, Sparmaßnahmen, Abbau des Sozialsystems etc., um die Bedienung der Kredite aufrechtzuerhalten. Nimm dabei den starken Niedergang der Inlandsproduktion, Bevölkerungsaufstände und Kapitalflucht in Kauf.
Schritt 3: Ist die Wirtschaft weitgehend zerstört und das Land zu einer Eigenversorgung nicht mehr in der Lage, öffne die Zollgrenzen für fremde Produkte und nimm für Lebensnotwendiges (wie Medikamente) horrende Preise und Zinsen.
Schritt 4: Installiere eine militarisierte Firmen-Regierung, die fortan die Geschäfte der "Kolonie" wieder gewinnbringend betreibt und mögliche Sklavenaufstände im Keim erstickt.

Die Überschrift "Conspiracy" für diese globalisierte Form des Welthandels scheint unangemessen; sie geschieht, abgesehen von konspirativen "agreements of understanding", wie sie Greg Palast in die Hände kamen, weitgehend offen und unter aller Augen. Mit Mullah Omar und seiner Taliban-Regierung wurde bis August 2001 über die Pipeline durch Afghanistan verhandelt. Ihr o.k. zu den amerikanischen Konditionen hätte ihnen einen "Teppich voller Gold" (sprich: neue IWF/Weltbank-Kredite) eingebracht, ihr Nein - und ihr offenbares Desinteresse an einem Zubrot auf einem diskreten Konto - brachte ihnen dann den vom US-Verhandlungsführer angedrohten "Teppich von Bomben". Und mittlerweile, mit einem ehemaligen Unocal-Berater als Präsidenten Afghanistans, auch ein "corporate government" bzw., um mit dem Titel von Palasts letzte Woche erschienenem Buch zu sprechen: "Best democracy money can buy".

Wer mit Geld für diese "Demokratie" nicht zu haben ist, muss sich mit Bomben nachdrücklich überzeugen lassen. Dank des 11.9. und des neuen "war on terror" braucht es dafür nicht einmal mehr eine Entschuldigung. Insofern war der Usama-Fake, der ihn möglich machte, vielleicht die letzte groß-konspirative Aktion des bushistischen Imperiums, das die Krallen seiner Macht nunmehr gänzlich ungeniert spielen lassen kann. Wer im Ausland Post aus dem einstigen "Land of the Free" bekommt, kann den neuen  imperialen Anspruch und die alte Tradition - von Cäser über Hitler zu Bush - schon deutlich erkennen, auf den Briefmarken.
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