auch wenn mich anschliessend kreuzigt:
der Mensch im Gemeinwesen braucht eine ordnende Hand.
Egoismus, Eigennutz und das Streben nach Wohlstand (auch auf Kosten anderer)
sind dem Menschen eigen, die ordnende Hand erzwingt die Grenzen,
die er (in der Masse) freiwillig nicht hält.
In der BRD hatten wir in den vergangenen 100 Jahren
einen Konsens was Solidarität bedeutet und was sie kostet,
seit Bismark und den Preussen, besonders aber seit etlichen solzialliberalen
Regierungen, allerdings mit Unterbrechungen (als Antwort auf Reila).
Dieser Konsens ist leider seit 84 erst durch die CDU/CSU und jetzt mit Hilfe der
SPD (Reformhaus Schröder) ausgehölt worden.
Der Schaden istimmens, die gesellschaftliche Balance nachhaltig gestört.
Klar kosten die sozialen Systeme Geld, Arbeitnehmer wie Arbeitgeber.
Kranke, alte, Schwache und Behinderte sind unvermeidlich,
und sie werden nicht verschwinden, wenn man jahrelang über sozialen
Missbrauch lamentiert. Sie werden auch nicht schwinden durch den Unwillen
jener, die gesund und wohlhabend sind und noch mehr brauchen.
Es gab mal den Grundsatz: wer stark ist gebe viel,
wer wenig hat gebe soweit er kann.
Dies ist gelebte Solidarität, ob freiwillig (dies ist ideal) oder
erzwungen (Konsens, Gesetz).
Man kann dies ethisch, politisch oder religiös motivieren, aber es ist zutiefst
richtig. Wer diesen Grundsatz zum eigenen Zweck in Frage stellt,
trennt die Gemeinschaft in 2 Klassen und missachtet die Schwachen.
Wer am sozialen Konsens dreht (Privatisierung von Krankenkassen,
Altersvorsorge, Schulen), der experimentiert mit der ausgewogenen sozialen
Balance und dem inneren Frieden unserer Gesellschaft.
Wer Privatisierung öffentlich fordert, der sollte sich auch offen zu den
Folgen bekennen: ja, wir wollen das so, die Armen, die schlecht Ausgebildeten,
die randgruppen, etc.
Wer es nicht will, und das ist ja auch ein Teil Komfort in unserem Leben
(mn vergleiche mal mit den USA oder Brasielien, bitteschön),
der sollte auch bereit sein dafür zu bezahlen, d.h. abzugeben.
Ich verstehe insbesondere nicht, wie eine SPD Regierung Errungenschaften
in Frage stellt, alles im Zeichen der wirtschaftlichen Zwänge,
die ihre Gründer und Vorgänger auf der Strasse mühsam erstreikt hatten.
Diejenigen, die uns die sozialen Absicherungen erstritten hatten,
kannten den Wert dessen, wofür sie kämpften: vor allem die Absicherung
der Familien wenns mal nicht so gut läuft (Wirtschaft, Gesundheit, Krankheit).
Dass besonders eine alternde Gesellschaft massiv Probleme hat, ihre eigene
zunehmende Schwäche zu bezahlen, ist logisch. Aber löst man dieses Problem durch
eine Privatisierung? Nein, man privatisiert nur das Problem. Es ist Dein
Pech wenn DU durch was auch immer nicht mehr optimal Leistung erbringst.
Dein Leben wird zum Unternehmen in dem DU das alleinige unternehmerische
Risiko trägst (und, ergo, das eigentliche Risiko darstellst).
Hoch lebe die FDP, denn das hat sie ja immer propagiert, wenn auch nicht
in letzter Konsequenz. Der Arbeitnehmer als Subunternehmer, der für alle Kosten
aufkommt, aber seinen eigenen Preis nicht bestimmen darf (denn sonst, siehe
die notwendigen Kosten für Absicherung oben) wäre er nämlich schlichtweg zu
teuer.
Ich will in der BRD einfach kein so kaputtes Wirtschaftsystem wie in
den USA, Brasilien, oder GB. Allein schon der Gedanke daran jagt
mir Entsetzen den Rücken runter.
Tetsuo
:) Tetsuo