Freitag, 25. April 2003 | 21:00 Uhr [Artikel versenden] [Artikel drucken] [zurück]
GAM (Europa): "Die Wahrheit stirbt im Krieg zuerst"
Berlin (fondsweb.de) - "Wenn es stimmt, dass die Wahrheit im Krieg zuerst stirbt, betrifft das an den Aktienmärkten offenbar die Fundamentaldaten. Wie sonst erklärt sich die "High-Beta-Kriegsrally", die im März die Märkte in Atem hielt. Auch sie dürfte, wie ihre Vorgänger der letzten drei Jahre, zum Scheitern verurteilt sein", so die GAM-Fondsstrategen in ihrem aktuellen Quartalskommentar Europa.
Die Gesellschaft habe sich in diesem Quartal vorrangig darauf konzentriert, über das tagesaktuelle Geschehen hinauszublicken und die Fundamentaldaten von Unternehmen und Branchen zu analysieren:
Hohe Volatilität erfordert besonders gründliche Analyse
Die größte Herausforderung sei für die Kapitalgesellschaft im ersten Quartal die hohe Volatilität gewesen. Der gesamte Zeitraum sei von heftigen Kursbewegungen gekennzeichnet gewesen. In einem solchen Umfeld erscheine es um so wichtiger, die Unternehmen zu kennen und zu verstehen, deren Aktien Nordinvest halte, potenziell neue Investments gründlich zu analysieren und die Gründe, aus denen die Fondsmanager bestimmte Titel und Branchen meiden, zu kennen und zu hinterfragen. Bei der Generierung von Alpha komme es nicht nur auf die Auswahl der richtigen Sektoren an, sondern auch auf die Meidung der ungünstigen. Insofern seien Untergewichtungen genauso wichtig wie Übergewichtungen. Beispielsweise habe die Entscheidung vom Mai 2002, den Bankensektor unterzugewichten, in den letzten Monaten einen deutlichen positiven Einfluss gehabt.
Zur Underperformance des Fonds im ersten Quartal tragen nach Ansicht der GAM-Fondsstrategen insbesondere zwei der größeren Positionen, Porsche und UCB, bei. Sie hätten jeweils etwa 30 Prozent eingebüßt, als bei Anlegern Zweifel an den Aussichten für ihr Kerngeschäft entstanden. Die Gesellschaft habe sich nach Quartalsende mit den Vorständen beider Unternehmen zusammengesetzt und stünde weiter fest zu diesen Titeln.
Gezielte Suche nach kleinen und mittleren Börsenwerten
"In einem sehr kleinen Sektor – Bergbau und Metalle – haben wir eine übergewichtete Position aufgebaut. Begonnen haben wir damit Anfang 2003, und wir beabsichtigen unser Engagement bei weiteren Kursverlusten in diesem Bereich noch zu verstärken", so die Kommenatatoren im Quartalsbericht. Ein wichtiges Kennzeichen ihrer Anlagestrategie sei die gezielte Suche nach kleinen und mittleren Börsenwerten. Das sei deshalb von besonderer Bedeutung, weil die Gesellschaft schon seit längerer Zeit der Meinung sei, dass Small- und Midcaps in Europa bessere Chancen bieten würden als Blue-Chips. Der Fonds profitiere im ersten Quartal von zwei Übernahmeofferten – einer für das britische Textilunternehmen Coats und einer, gegen Ende des Quartals, für den niederländischen Baukonzern Volker Wessels. Bei Volker Wessels versuche die Eigentümerfamilie die Minderheitsaktionäre mit einem Kurs, der 70 Prozent über dem Kurs am Tag vor der Abgabe der Offerte liege, zum Verkauf zu bewegen. Das dürfe einen Eindruck davon vermitteln, welche Potenziale bei ausgewählten europäischen Small- und Midcaps zu finden seien.
Irak-Krieg war nur Nebenschauplatz
Im Laufe des ersten Quartals habe sich die beinahe obsessive Fokussierung der Anleger auf den Irak-Konflikt verstärkt, und bei den Marktteilnehmern sei der Glaube entstanden, ein Ende des Konflikts werde zu neuen, positiven Entwicklungen in der Wirtschaft führen. "Hier hat offenbar die Hoffnung über die Vernunft gesiegt: Wir halten den Krieg eher für einen Nebenschauplatz und die fundamentalen ökonomischen Probleme auf beiden Seiten des Atlantiks für größer und tiefer als von vielen angenommen", so der Tenor des Marktkommentars.
Wenngleich die europäischen Aktien zwangsläufig auf eine angemessene Bewertung zusteuerten, werde das allein für die Bildung der so oft zitierten "Talsohle" kaum ausreichen. Zuerst müsse die Zahl der "Schnäppchen" größer werden. Unterdessen werde Europa wahrscheinlich weiter die Rolle einer Geisel des überteuerten amerikanischen Aktienmarkts spielen und an dessen Missgeschick teilhaben. Wie schon in früheren Berichten geschrieben worden sei, seien radikale Veränderungen am Horizont in Sicht".
GAM (Europa): "Die Wahrheit stirbt im Krieg zuerst"
Berlin (fondsweb.de) - "Wenn es stimmt, dass die Wahrheit im Krieg zuerst stirbt, betrifft das an den Aktienmärkten offenbar die Fundamentaldaten. Wie sonst erklärt sich die "High-Beta-Kriegsrally", die im März die Märkte in Atem hielt. Auch sie dürfte, wie ihre Vorgänger der letzten drei Jahre, zum Scheitern verurteilt sein", so die GAM-Fondsstrategen in ihrem aktuellen Quartalskommentar Europa.
Die Gesellschaft habe sich in diesem Quartal vorrangig darauf konzentriert, über das tagesaktuelle Geschehen hinauszublicken und die Fundamentaldaten von Unternehmen und Branchen zu analysieren:
Hohe Volatilität erfordert besonders gründliche Analyse
Die größte Herausforderung sei für die Kapitalgesellschaft im ersten Quartal die hohe Volatilität gewesen. Der gesamte Zeitraum sei von heftigen Kursbewegungen gekennzeichnet gewesen. In einem solchen Umfeld erscheine es um so wichtiger, die Unternehmen zu kennen und zu verstehen, deren Aktien Nordinvest halte, potenziell neue Investments gründlich zu analysieren und die Gründe, aus denen die Fondsmanager bestimmte Titel und Branchen meiden, zu kennen und zu hinterfragen. Bei der Generierung von Alpha komme es nicht nur auf die Auswahl der richtigen Sektoren an, sondern auch auf die Meidung der ungünstigen. Insofern seien Untergewichtungen genauso wichtig wie Übergewichtungen. Beispielsweise habe die Entscheidung vom Mai 2002, den Bankensektor unterzugewichten, in den letzten Monaten einen deutlichen positiven Einfluss gehabt.
Zur Underperformance des Fonds im ersten Quartal tragen nach Ansicht der GAM-Fondsstrategen insbesondere zwei der größeren Positionen, Porsche und UCB, bei. Sie hätten jeweils etwa 30 Prozent eingebüßt, als bei Anlegern Zweifel an den Aussichten für ihr Kerngeschäft entstanden. Die Gesellschaft habe sich nach Quartalsende mit den Vorständen beider Unternehmen zusammengesetzt und stünde weiter fest zu diesen Titeln.
Gezielte Suche nach kleinen und mittleren Börsenwerten
"In einem sehr kleinen Sektor – Bergbau und Metalle – haben wir eine übergewichtete Position aufgebaut. Begonnen haben wir damit Anfang 2003, und wir beabsichtigen unser Engagement bei weiteren Kursverlusten in diesem Bereich noch zu verstärken", so die Kommenatatoren im Quartalsbericht. Ein wichtiges Kennzeichen ihrer Anlagestrategie sei die gezielte Suche nach kleinen und mittleren Börsenwerten. Das sei deshalb von besonderer Bedeutung, weil die Gesellschaft schon seit längerer Zeit der Meinung sei, dass Small- und Midcaps in Europa bessere Chancen bieten würden als Blue-Chips. Der Fonds profitiere im ersten Quartal von zwei Übernahmeofferten – einer für das britische Textilunternehmen Coats und einer, gegen Ende des Quartals, für den niederländischen Baukonzern Volker Wessels. Bei Volker Wessels versuche die Eigentümerfamilie die Minderheitsaktionäre mit einem Kurs, der 70 Prozent über dem Kurs am Tag vor der Abgabe der Offerte liege, zum Verkauf zu bewegen. Das dürfe einen Eindruck davon vermitteln, welche Potenziale bei ausgewählten europäischen Small- und Midcaps zu finden seien.
Irak-Krieg war nur Nebenschauplatz
Im Laufe des ersten Quartals habe sich die beinahe obsessive Fokussierung der Anleger auf den Irak-Konflikt verstärkt, und bei den Marktteilnehmern sei der Glaube entstanden, ein Ende des Konflikts werde zu neuen, positiven Entwicklungen in der Wirtschaft führen. "Hier hat offenbar die Hoffnung über die Vernunft gesiegt: Wir halten den Krieg eher für einen Nebenschauplatz und die fundamentalen ökonomischen Probleme auf beiden Seiten des Atlantiks für größer und tiefer als von vielen angenommen", so der Tenor des Marktkommentars.
Wenngleich die europäischen Aktien zwangsläufig auf eine angemessene Bewertung zusteuerten, werde das allein für die Bildung der so oft zitierten "Talsohle" kaum ausreichen. Zuerst müsse die Zahl der "Schnäppchen" größer werden. Unterdessen werde Europa wahrscheinlich weiter die Rolle einer Geisel des überteuerten amerikanischen Aktienmarkts spielen und an dessen Missgeschick teilhaben. Wie schon in früheren Berichten geschrieben worden sei, seien radikale Veränderungen am Horizont in Sicht".