funktionieren fast alle berechnungen/indikatoren unter der annahme einer gaußschen verteilung. man kann zeigen, dass wenn man einen random walk macht, was gaußverteiltes rauskommt.
random walk bedeutet folgendes: man weiß, dass eine betrachtete größe bestimmten "kräften" unterliegt (z.B. der preis unterliegt den kauf-/verkaufs-orders), man weiß aber nicht genau, wie diese kräfte aussehen. D.h. man kann sie nicht exakt vorausberechnen oder ihre Richtung angeben, sondern nur sowas wie eine mittlere/typische Größe. das sagt dann auch der name random walk, d.h. eine größe wird in eine richtung bewegt, diese richtung kennt man nicht genau, aber man kann in etwa sagen, wie stark die bewegung im mittel ist (der dax wäre mE nach ein 1-dimensionaler random walk, entweder hoch oder runter). wenn man einen solchen random walk durchrechnet, bekommt man für die ausschläge eine gaußsche verteilung und mW basiert darauf auch die berechnung der BBs.
Interessant wirds, wenn man den random walk dann nicht mehr auf einer 1-dimensionalen linie macht, sondern zusätzlich freiheitsgrade einführt, indem man zB nicht auf einer geraden linie, sondern auf fraktalen rumläuft. dann bekommt man wohl was nicht-gaußverteiltes. da wird aktuell sehr viel rumgerechnet, wie mir vor kurzem ein kollege erklärt hat.
somit ist die annahme einer gaußschen verteilung in der börse zwar eine sehr starke näherung der realität, aber in ermangelung besserer verteilungen wohl das pragmatischste.
sorry für den langen text, falls einer eingeschlafen ist, spendiere ich gern einen kaffee ^^ (aber nur für selbstabholer).
-
"Die Märkte können länger irrational bleiben als man selber liquide." John Maynard Keynes