DEWB-Aktionäre, die ihre Aktien dieser Tage hoffnungsfroh der Mutter,
JENOPTIK, angedient haben, sich über ihre Rückscheine freuen, ihn wie
einen Schatz aufbewahren, nun dem erlösenden Verdikt des BGH entge-
genfiebern, werden mit großer Wahrscheinlichkeit eine böse Enttäuschung
erleben.
Über die verschiedenen Urteilsvarianten habe ich schon geschrieben.
Auch über die Möglichkeit, daß es gar kein Urteil gibt, sondern einen
a.g. Vergleich. Jeder andere Betroffene müßte dann selbst und auf
eigene Rechnung/Gefahr einen Prozess anstrengen, wieder die gesamte
Prozedur durchlaufen: Amtsgericht/Landgericht, OLG...mit offenem
Ausgang. Die Annahme, es gäbe beim OLG wieder das selbe Urteil wie
im vergangenen Dezember, ist natürlich ein großer Irrtum: neues Spiel,
neues Glück...Das bedeutet: neue Richter, neue Ansichten, neue Argu-
mente, neuer Sachverhalt. Und damit: Open End... - Nebenbei: jeder
Kläger müßte auf eine erneute, jahrelange Prozedur gefaßt sein, an
deren Ende möglicherweise das NICHTS steht. Einen Sack voller Anwalts-
und Gerichtskosten, KEINE Abfindung und zu allem Übel vielleicht ein
Kurs vom 1,50... - Wohlgemerkt: das MUß nicht, aber das KANN kommen.
Jeder sollte das berücksichtigen.
Was aber, wenn JENOPTIK so unterliegt, daß sich auch die Trittbrettfahrer
an das Urteil "anhängen" können? Ich vermute stark: auch kein Grund zur
Freude.
In diesem Fall rechne ich mit einem Zermürbungskrieg. JENOPTIK wäre dumm,
wenn es nicht zu dieser Waffe greifen würde.
Die Möglichkeit besteht - also wird sie. Ich rede vom Gang zum EuGH. Käme
dieser, wäre das Kapital der Hoffenden über JAHRE blockiert.
Die Aktionäre sollten sich lieber darauf gefasst machen, daß ihre Spekula-
tion ein Verlustgeschäft wird.