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Der USA Bären-Thread


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Svartur:

@Malko

10
01.05.10 09:01
Nur ein Statement dazu von mir zu dem Text.

Es geht ja nicht nur um die Griechen. Die Staatsverschuldungen sind überall exorbitant hoch. Es fehlt an Einsicht, genau so ist es.

Unter strengen Auflagen helfen, negiert den ersten von Dir geschriebenen Text. An ein Wunder glaube ich nicht, selbst Länder mit hoher Haushaltsdisziplin schaffen es nicht, ohne neue Verschuldungen den Haushalt über Wasser zu halten. Bei uns sind Kommunen schon längst nicht mehr handlungsfähig.
Auf ein Wunder hoffe ich nicht, die angelsächsischen Angriffe haben natürlich den Sinn, einen Wettbewerber zu schwächen, allerdings ist das nur da möglich, wo sich Schwäche bietet.

Die weinerliche Krämerseele hat durchaus das Anrecht zu weinen, denn Altervorsorge wird mit Geld bezahlt, welches man in der Gegenwart nicht zur Erhöhung der Lebensqualität verwenden kann. Es bedeutet Verzicht. Sieht jeder ein, aber nicht, wenn andere dieses Geld nutzen, um ihre Lebensqualität zu verbessern und es verbraten, bzw. keine Vorsorgen treffen.
Das Heulen und Zähneklappern wird so oder so stattfinden, man verschiebt es nur in die Zukunft, ausser es geschieht ein Wunder.

Unsere Politiker sind nicht schlauer, bitte entschuldige, aber sonst wären unsere Landesbanken nicht in der heutigen Situation. Da widerspreche ich Dir ganz vehement.

Der letzte Teil ist etwas, womit ich mich nicht identifiziere. Da es keine regierende schicht gibt, die abgewählt werden kann, zumindestens bei uns, aufgrund mangelnder Alternativen, stimmt das nicht. Aber, würden alle die Linken wählen, die enormen Zulauf haben dürften weiterhin, dann stimme ich dir mehr zu, aber das liegt dann an der Unfähigkeit der jetzigen Politiker, überhaupt volkswirtschaftlich zu denken.
Die Bevölkerung wird bei uns viel zu sehr unterschätzt und auch von Schreibern hier von oben herab abgekanzelt. Das ist ärgerlich und zunehmend demokratiefeindlich.

Kriegst von mir kein witzig, ich teile hier nicht Deine Meinung. Demokratie lebt von unterschiedlichen Meinungen, Respekt voreinander und der Angleichung von Positionen, weil die Lebensumstände von den menschen nun mal unterschiedlich sind. Das ist gut so!
Antworten
Malko07:

@Svartur, deine mMn

7
01.05.10 09:10
witzige Sicht über Demokratie und deine Sehnsucht nach einem Richterstaat: Wenn ich dich richtig verstehe sind einmal in die Welt gesetzte Regeln (Gesetze) für alle Zeit unabänderlich gültig. Die "böse" Politik ist dann nicht mehr nötig, man braucht nur noch Aufpasser (Richter) damit die Reglen auch eingehalten werden, selbst dann wenn sie in den Untergang führen würden. Wo war eigentlich hier der Aufschrei der aufgeklärten Bürger als Deutschland mit Frankreich zusammen vor einigen Jahren den Stabilitätspakt ausgehebelt haben? Kein Schrei zu hören. Man hätte ja sonst sparen müssen.

Auch deine Sicht auf das Geld ist mindestens witzig: .... Wer schützt das ersparte Geld der Bürger ... . Wie soll das bitte schön vor sich gehen. Hat Geld einen Wert an sich, dass man es für die Zukunft aufheben könnte?  Kann man überhaupt Geld aufheben, wenn dem keine Schulden gegenüber stehen? Seit wann sind Schuldner sicher?

Wahnsinnig sind nicht die Politiker, die von den aufgeklärten Bürgern immer stärker in die Schuldenwirtschaft getrieben wurden (Abgabenkürzungen bei gleichzeitiger Erhöhung oft kontraproduktiver Transferleistungen), wahnsinnig sind die Sehnsüchte nach dem Untergang.
Antworten
Malko07:

Svartur (#61551), die Welt ist voll

11
01.05.10 09:31
von Beispielen der Umkehr. Z.B. Dänemark. Früher hoch verschuldet und sehr freigiebig in unsinnigen sozialen Leistungen. Seit längerer Zeit umgekehrt, inzwischen sogar einen Großteil der Schulden getilgt und  ein Beispiel für gesunde Haushaltspolitik.

Ja, die "Griechen" wohnen nicht nur in Griechenland. Mir ist keine Gemeinde bekannt, die heute in Schwierigkeiten ist und die nicht früher unsinnig mit dem Geld der Bürger um sich geschmissen hat. Aber auch bei uns, vorzugsweise im Schwabenland, gibt es Gemeinden ohne große Gewerbesteuereinkünften, die Rücklagen gebildet haben. Die "Politik", welche die Verschuldung der Gemeinden voran getrieben hat tat das auf "Wunsch" der Bevölkerung. "Griechen" brauchen eben Druck von außen zur Umkehr. An Einsicht mangelt es prinzipiell. Aber der Druck ist im Anmarsch und er wird heftig werden.

Der Druck seitens den Angelsachsen auf Griechenland war gerechtfertigt. Auf Spanien z.B. war er absolut falsch. Immerhin steht Spanien besser da als Großbritannien oder die USA, sogar besser als wir. Genau darin hat sich die Kampagne entlarvt.

Ich bin kein Anhänger der staatlich geförderten privaten Altersversorgung. Wenn man aber so etwas will, geht es nur über Staatsverschuldung. Denn dem Sparer steht immer der Schuldner gegenüber. Und dabei ist sicherlich der Staat sicherer als die HRE.
Antworten
Kicky:

Bankenhilfe populistischer Unsinn

6
01.05.10 09:44
Banken sollen nicht zocken - so die einhellige Lehre der Politik aus der Finanzkrise. Komisch nur: Jetzt sollen sie sich plötzlich an der Griechenland-Rettung beteiligen und Staatsanleihen des Landes kaufen. Aber was ist das anderes als - zocken?  
Es ist zum Aus-der-Haut-Fahren: Da reden Regierungen und Bankenaufseher seit mehr als einem Jahr darüber, dass Banken künftig keine riskanten Geschäfte mehr machen sollen. Sie werden stattdessen aufgefordert, mehr Eigenkapital und höhere Liquiditätsreserven vorzuhalten, sich nicht mehr so stark zu verschulden und außerdem zu schrumpfen. So sollen die Banken laut Politik davon abgehalten werden, künftig so zu zocken, wie sie es in der Vergangenheit getan haben. Nie wieder, so lautet die Devise, dürfen die Banken den Steuerzahler so viel Geld kosten wie in dieser Krise.
Von all diesen diskutierten Regeln ist bislang aber keine umgesetzt worden. Ganz im Gegenteil: Auch weil die Banken gute Lobbyarbeit leisten, werden bereits beschlossene Vorschriften sogar verschoben. Die Banken können so weitermachen wie bisher.

Und nun auch noch das: Deutsche Politiker wollen die Banken explizit dazu bewegen, riskante Geschäfte zu machen. Die Regierung, so ist zu hören, möchte, dass die Banken sich an der Rettung Griechenlands beteiligen. So fordern Regierungspolitiker, dass deutsche Banken griechische Staatsanleihen kaufen. Freiwillig angeblich - doch der öffentliche Druck dürfte Widerstand zwecklos machen.
Alleine die Debatte ist beängstigend. Die Idee ist schlichtweg populistischer Unsinn.

Banken tragen die Schuld an sehr vielem in der Finanzkrise, welche die Welt nun seit zwei Jahren in Atem hält. Aber damit, dass Griechenland über Jahre hinweg Schulden über Schulden angehäuft hat, haben sie nun ausnahmsweise wirklich nichts zu tun.Zudem steht die offensichtliche Frage im Raum: Welche Banken könnten denn einen Beitrag leisten? Die Hypo Real Estate beispielsweise, die Commerzbank , die BayernLB, die HSH Nordbank oder die WestLB? Alles staatliche oder teilstaatliche Institute, die bereits mit Milliarden Euro vom deutschen Steuerzahler gerettet wurden - und in der Mehrzahl alle nach wie vor sehr schlecht dastehen.

In einigen Monaten oder Jahren könnte sich dann herausstellen, dass Griechenland doch nicht zu retten ist und umschulden muss - mit massiven Kapitalschnitten für alle Besitzer von griechischen Staatsanleihen. Dann darf wieder der deutsche Steuerzahler ran und seine Banken erneut retten.
Bleibt die Deutsche Bank - die nach Ansicht der meisten deutschen Politiker ohnehin eine schlimme Zockerbude ist. Da machen dann, so mögen sie glauben, ein paar aufgezwungene griechische Staatsanleihen auch keinen Unterschied mehr. Oder die Postbank - nur, dass die gerade das erste Mal seit sechs Quartalen wieder einen kleinen Gewinn geschrieben hat und im Falle einer Umschuldung Griechenlands womöglich auch zu einem Rettungsfall für den Steuerzahler werden könnte.

Hinzu kommt die Frage der Haftung. Deutschlands Staatsanwälte ermitteln derzeit gegen zahlreiche ehemalige deutsche Bankmanager. Ihnen wird oft Untreue vorgeworfen - weil sie beispielsweise vor der Krise Wertpapiere gekauft hätten in dem Wissen, dass diese bald nichts mehr wert sein würden. ....

...Die Tatsache, dass die derzeitigen Diskussionen nur in Deutschland geführt werden, aber offenbar in keinem anderen europäischen Land, zeigt, dass es sich dabei nur um politische Spielereien vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen handelt.
www.ftd.de/politik/europa/...iechenland-rettung/50108305.html?
Antworten
Svartur:

@malko

10
01.05.10 09:46
Nur damit eines klar ist, Du diskutierst nicht mit einem Idioten und ich mag mich auch nicht als solchen behandeln lassen, indem Du mir Sichtweisen unterstellst, die ich so gar nicht habe und auch nicht geschrieben habe.

Mir sind durchaus betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Zusammenhänge bekannt.

Deinen Text 61553 finde ich in Ordnung, der Text 61552 ist so aufgebaut, daß ich darauf nicht eingehen möchte.

Mir liegt etwas am Austausch von Argumenten, nicht aber im Streit und ich kann sehr gut mit unterschiedlichen meinungen leben.

Ich halte die derzeitigen Maßnahmen um Griechenland zu helfen für völlig kontraproduktiv, falsch und volkswirtschaftlich schädlich.

Für meine Begriffe ist die einzige Möglichkeit, daß Griechenland die EU verläßt und sich über ihre Währung entschuldet. Japp, es gibt dann Verwerfungen, aber zukünftig keine solchen Erpressungen mehr. Und japp, dann haben die Banken eben draufgelegt, sie lernen daraus, nicht immer den Arsch gerettet zu bekommen und japp, mir ist klar, daß das dann natürlich den Sparer, den lebensversicherer usw. trifft. Das ist ein guter Lerneffekt für alle Seiten, zu begreifen, daß wir nachhaltig wirtschaften müssen.

Bitte bedenke, wie viele Milliarden Griechenland bereits aus den EU Fördermitteln erhalten hat und zudem, was Deutschland dazu beigetragen hat. Meines Wissens 200 Milliarden, wovon Griechenland 100 Milliarden erhalten hat seit Beginn der EU.

Schönen Sonntag noch  :-)
Antworten
Kicky:

Das griechische Menetekel

8
01.05.10 10:02
Horst Köhler ist voller Zuversicht: Das Land, das jetzt frische Milliarden vom Internationalen Währungsfonds (IWF) bekommen soll, "hat ein starkes Engagement gezeigt", um seine Währung zu verteidigen und zu sparen, bis das Defizit besiegt ist. Der Sanierungsplan, lobt Köhler, werde "sehr dabei helfen, die makroökonomische Lage zu stabilisieren und das Vertrauen zu stärken".
Kein halbes Jahr später meldet das Land sich leider zahlungsunfähig – entnervt und entkräftet durch die Dauerrezession, erschüttert durch einen Aufstand der Mittelschicht, zerrüttet von blutigen Straßenschlachten.
Bankfilialen gehen in Flammen auf, fünf Präsidenten geben sich innerhalb von 14 Tagen die Klinke in die Hand. Es ist der größte Staatsbankrott seit dem Zweiten Weltkrieg.

Die Rede ist von Argentinien 2001, und Horst Köhler war damals noch nicht Bundespräsident, sondern der Chef des IWF. Doch das Drama von Buenos Aires ist bedrückend aktuell: Sovereign Default, Zahlungsausfall staatlicher Schuldner, ist das hässliche Wort, das ins Getuschel der Investoren hineingekrochen ist. Erst ging es nur um Dubai oder Island, jetzt steht Griechenland auf der Kippe. Und die Sorge wächst, dass noch größere Adressen folgen könnten.

"Griechenland ist nur die Spitze des Eisbergs",
urteilt Chinas Vizezentralbankchef Zhu Min. "Ich fürchte, dass viele Regierungen Probleme bekommen, wenn die Zinsen über alle Laufzeiten hinweg ansteigen", warnt EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark. Und Mohamed El-Erian, oberste Instanz des wohl einflussreichsten Bondinvestors der USA, spricht von einer "signifikanten Regimeveränderung" an den Märkten: "Was wir sehen, ist ein großer, mehrjähriger Schock für die Staatsfinanzen mehrerer Industrienationen." Dessen Folgen haben die Anleger immer noch nicht richtig verarbeitet, glaubt der Pimco-Chef.
.........
Regierungen leben lieber über als unter ihren finanziellen Möglichkeiten, in Berlin wie Washington. Das ist keine neue Erkenntnis. Auch die Anspruchslawine, die auf die Renten- und Krankenkassen der alternden Industrienationen zurollt, ist seit Langem bekannt. Jedes Kind weiß heute, dass daraus irgendwann einmal ein ernstes Problem entstehen kann.Neu und bedrohlich ist hingegen, dass dieses Irgendwann mit einem Schlag so nah gerückt ist. All die Puffer und Sicherheitsabstände, die es für die meisten Industrieländer bis vor Kurzem noch gab, hat die Krise heftig zerknautscht.
Angebahnt hat sich die Katastrophe so wie bereits viele Finanzkrisen zuvor: auf die ganz klassische Art. "Das Kennzeichen des Booms ist der Anstieg der privaten Verschuldung", hat der Ökonom Daniel Gros vom Brüsseler Thinktank CEPS analysiert. "Das Kennzeichen des folgenden Crashs ist der Anstieg der Staatsverschuldung, wenn private Schulden nicht mehr bedient werden."
Notgedrungen springt der Staat in dieser Lage als Retter ein. Erst indem er faule Altkredite in verschiedener Form auf seine Bücher nimmt. Dann indem er die Nachfrage stützt, obwohl seine eigenen Einnahmen kollabieren. Während die Privaten hektisch Ausgaben kürzen und Schuldenhebel abbauen, sammelt der neue Großschuldner Staat die entstehenden Sparüberschüsse auf und hält so die Konjunktur am Laufen.

Allein den Preis für den ersten Part, die heftig umkämpften Bankenbailouts, hat der IWF auf 13,2 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIPs) beziffert. Ein beträchtlicher Teil davon soll irgendwann in die Staatskassen zurückfließen.
Part zwei, der Stimulus und die anhaltenden Schleifspuren beim Steueraufkommen, ist erfahrungsgemäß um ein Mehrfaches teurer. Alles zusammenaddiert wächst der staatliche Schuldenberg rasant. In den ersten drei Jahren nach einer Bankenkrise steigt er im historischen Durchschnitt um 86 Prozent, haben die US-Ökonomen Kenneth Rogoff und Carmen Reinhart errechnet. Ihre detailreiche Studie über die Geschichte von Finanzkrisen ("This Time is Different") ist bei Investoren längst Pflichtlektüre.

Es sind die Breite und die Wucht der Schuldenlawine, die einen Profianleger wie El-Erian diesmal alarmieren. Staatliche Haushaltslöcher von mehr als einem Zehntel des BIPs ließen sich früher allenfalls in ökonomischen Schmuddelecken finden. Heute sind sie in 40 Prozent der Weltwirtschaft business as usual.
In vier Jahren dürfte es im Kreis der G7 ganz normal sein, dass ein Staat mit mehr als seiner jährlichen Wirtschaftsleistung in der Kreide steht. Bis dahin werden laut IWF nicht mehr allein die alten Großschuldner Japan und Italien eine Staatsschuldenquote von über 100 Prozent des BIPs mit sich herumschleppen, sondern auch Frankreich, Großbritannien und die USA. .........

...Staaten sind robustere Schuldner als Privatleute oder Unternehmen, weil sie auf eine ganze Volkswirtschaft zugreifen und ihre Einnahmen und Ausgaben eigenmächtig festsetzen können. Ebendiese Souveränität ermöglicht es einer Regierung auch, notfalls einseitig Zahlungen auszusetzen. Ein Insolvenzrecht, das den Gläubigern Zugriff auf die Vermögenswerte eines zahlungsunfähigen Schuldners garantiert, existiert für Staaten nicht. Wer sollte das verbindlich durchsetzen?

.....Rein technisch gesehen kommt es für die Krisenopfer vor allem darauf an, den sogenannten Schneeballeffekt der Verschuldung zurückzudrängen. Der ergibt sich, wenn der auf den Schuldenberg zu zahlende Zins höher ist als das nominale Wirtschaftswachstum.Gelingt es künftig nicht, mit niedrigen Zinsen und hohem Nominalwachstum an alte Boomzeiten anzuknüpfen, bleibt nur der harte Weg. Stabilisieren oder gar senken lässt sich die Schuldenquote dann bloß, wenn der Etat vor Zinszahlungen ein deutliches Plus ausweist – im Prinzip also die Steuern der Bürger die regulären Staatsausgaben übersteigen.

....Wachsen Zweifel an der Sanierung und am Hilfswillen der Partner, drohen unmittelbar steigende Zinsen und neue Sparprogramme. Das verschärft die Krise zusätzlich, destabilisiert das Land politisch, treibt auch noch die letzten Investoren aus dem Land. Am Ende regiert die nackte Panik – das argentinische Szenario.
Das Unglück der Griechen: Sie schneiden bei fast jedem denkbaren Kriterium schlecht ab. Die aktuellen Wirtschaftsdaten sind desaströs, die historische Reputation der Finanzpolitik liegt in Trümmern. Wie einst in Argentinien drückt ein enges Währungskorsett, das Abwertung ausschließt. Und eine Geschichte der Schulden und Pleiten deutet auf schwache Institutionen und tiefe Zerrissenheit hin.....

Die nackte Arithmetik der Schulden und Leistungsbilanzdefizite sei "einfach gruselig", befand kürzlich der Ex-IWF-Chefvolkswirt Simon Johnson.
Etliche Ökonomen rechnen über kurz oder lang mit einem Zahlungsausfall, falls die EU-Partner nicht einspringen. Ein solcher Default müsste nicht gleich der große Crash sein, es könnte auch eine Umschuldung geben, bei der die Gläubiger Verzicht leisten müssen.
Gemessen an den Griechen sehen die anderen Euro-Problemfälle und erst recht die G7nach wie vor solide aus. Selbst dort, wo die Fiskalkrisen auf den ersten Blick schwindlig machen, lässt sich bei genauerer Analyse auf die eine oder andere Stärke verweisen – sei es ein niedriger Schuldenstand (Spanien), stabile Primärüberschüsse (Italien), Exportkraft und politische Geschlossenheit (Irland), Wachstumspotenzial (USA), Niedrigstzinsen (Japan), langfristig finanzierte Altschulden (Großbritannien) oder schlicht die Glaubwürdigkeit vieler bewährter Institutionen.
Wer über eine eigene Notenpresse verfügt, wird lieber diese anwerfen, als eine offene Pleite zu riskieren. Inflation, nicht Zahlungsausfall zählt gegenwärtig zu den größten Risiken in Großbritannien und den USA.
Dennoch: Der Grat ist für alle gefährlich schmal geworden, schon kleine Politikfehler können sich rächen. ....
www.ftd.de/politik/europa/...griechische-grippe/50108209.html?
Antworten
Kicky:

Tränengas gegen Demonstranten in Athen

 
01.05.10 10:04
www.ftd.de/politik/europa/...-bei-demos-in-athen/50107997.html
Antworten
Kicky:

griechischer Humor

8
01.05.10 10:08
Der USA Bären-Thread 7924436
Antworten
Kicky:

Fehler der griechischen Regierung

 
01.05.10 10:10
www.ekathimerini.com/4dcgi/...cles_columns_1_30/04/2010_116797
Antworten
Malko07:

@Svartur, und japp sind die

14
01.05.10 10:20
Banken pleite und japp ist das "Geld" der Sparer futsch und japp gibt es Hochkonjunktur bei Suppenküchen. Griechenland würde beim Rauswurf (Freiwillig gehen die nicht) als Ganzes nicht überleben. Seine Wirtschaft und seine Finanzwirtschaft nicht.  Die Schulden von Griechenland liegen heute in $ und € vor. Anleihen in Drachmen aufzulegen würde nicht funktionieren. Nur das ernsthafte Reden über eine neue Währung löst einen Bankenrun aus und es ist Feierabend. Da reden wir über Kollateralschäden die weit über die griechische Staatsverschuldung hinausgehen.

Wir haben in der Eurozone in der Vergangenheit große Fehler gemacht, die es zu korrigieren gilt. Für eine Korrektur braucht es Zeit und Zeit ist Geld. Auch um sich auf eine Pleite Griechenlands vorzubereiten braucht es Zeit und Zeit ist Geld. Für Fehler kriegt man im Regelfall die Rechnung vorgelegt. Ich schrieb schon weiter oben, dass Griechenland wegen fehlender Einsicht bei der Bevölkerung (nicht bei der Politik) sehr wahrscheinlich pleite gehen wird. Und darauf sollten wir uns vorbereiten.

Wer Subventionen zurück führen will erhält man von mir volle Zustimmung. Auch wenn es um inländische geht. So gehört auch bei uns der Länderfinanzausgleich schon längstens beerdigt. Derartige Subventionen erziehen zur Faulheit und zur Geldverschwendung wie die Praxis auch bei uns zeigt. Die Subventionen für Griechenland sind Popelkram verglichen mit dem Länderfinanzausgleich, dem Krankenkassenfinanzausglleich, dem Pflegekassenfinanzausgleich und dem Rentenfinanzausgleich. Die südlichen Bundesländer würden im Luxus schwimmen.
Antworten
Anti Lemming:

China korrigiert und zieht Rohstoffe runter

12
01.05.10 10:46
Gartners Blog
markusgaertner.wordpress.com/2010/04/30/...hstoffkorrektur/Der Shanghai-Index – 72% Korrelation zum CRB – beginnt scharfe Korrektur



Vancouver, 30. April 2010

Chinas starkes Gewicht am Rohstoffmarkt ist oft beschrieben worden. Wir haben an die-ser Stelle in der laufenden Woche schon den Einfluss von Europa an den Energie- und den Metallmärkten analysiert. Die Turbulenzen in Europa werden, wenn sie das ohnehin schon schlappe BIP-Wachstum der vergangenen Monate verlangsamen und in eine neue Rezession umkehren, auch auf China zurückschlagen.

Dort greift die Regierung seit kurzem am Immobiliensektor hart durch, um ein Überlaufen des Kessels zu vermeiden. An der Börse hat das für einige Ernüchertung gesorgt.

Die chinesischen Börsen in Shanghai und Shenzhen – der erste Markt, der Ende 2008 auf Tauchstation ging – haben vom jüngsten Hoch bereits 15% eingebüßt und sind vom Zwischenhoch in 2009 nun fast 20% entfernt. Der Shanghai Composite hat im abgelaufenen Monat über 8% verloren, seit Jahresbeginn hat er 12,5% eingebüßt.

Für China ist Europa der größte Exportmarkt. Daher wird das Griechenland-Fiasko und die ebenfalls schon wackelnden Dominos Irland, Spanien und Italien am Ende auch Chinas Ausfuhren dämpfen, wenn Europa in der Folge des Schuldendramas erneut den Rückwärts-gang einlegt.

Die Turbokonjunktur Chinas könnte – wie von Norbert Walter in dieser Woche hier im Blog ausgeführt - ihr Tempo halbieren.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Korrelation zwischen dem Börsenindex in Shanghai und dem CRB Commodity Spot Price Index, auf die David Rosenberg, der ehe-malige Amerika-Chefökonom von Merrill Lynch, jetzt hingewiesen hat. Sie beträgt 72%. Zum Ölpreis liegt dieser Wert gar bei 80%.

Die Kurve der Rohstoffpreise folgt dem Shanghai-Index mit etwa vier Monaten Verzögerung, was auf eine sehr baldige Korrektur der Rohstoff-Notierungen schließen lässt..... auch wenn die Naturkatastrophe im Golf von Mexiko zunächst die Ölpreise anziehen lässt.
(Verkleinert auf 81%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 316939
Antworten
Anti Lemming:

Funktionierender Link dazu

2
01.05.10 10:48
(wegen der Grafiken wichtig)

markusgaertner.wordpress.com/2010/04/30/...-rohstoffkorrektur/
Antworten
Stöffen:

LOL, what did I just say?

5
01.05.10 11:00
That Bernanke would be firing up the "Infinite Swap Machine" any minute now, that's what.

Then, minutes later, ZeroHedge publishes this:

www.zerohedge.com/article/rumor-fed-activation-ecb-swap-lines

And don't EVER question the power or the willingness of the central banks to fight to the last fiatsco.

I'll take it, Dudes, and I still bet they try to rally it Monday on a Greek bailout. I guess we'll find out Monday. A little bit of follow through would a nice change for da bears. Unfortunatly, my gut says "da boyz" bought on the close Friday and will jam the futures up Monday morning.

Have a nice weekend.
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
Antworten
thostar:

Interessante Diskussion bzgl Griechenland

4
01.05.10 11:03
Es scheint ja wohl keinen Ausweg zu geben... selbst wenn man die Banken politisch noch in den Griff bekommen würde.

bestärkt mich in der Auffassung, dass unser global-galaktisches, kapitalistisches Wirtschaftssystem in Kürze alle Viere von sich strecken wird.
#Basierte ja auch auf Kapital (ob jetzt Geld oder Assets gemeint sind, ist mE wurscht) und Ertrag (Zinsen). Assets werden von Zeit zu Zeit ja völlig wertlos und die aktuellen Besitzer damit in den Ruin getrieben ... Zinsen wurden ja bereits abgeschafft...
#Und auf Ausbeutung der arbeitenden Klasse ;-) .. die es aber nicht mehr gibt, oder kennt ihr ein Unternehmen wo noch mehr als 50% produktiv beschäftigt sind? Ich kenne nur welche mit 30% Chefs, 30% Projektmanagern (die die Arbeit der Chefs machen, weil die mit sich selbst beschäftigt sind), 30% Beratern (damit die Projekte richtig laufen) und 10% Ausführenden.

Auch die schlauesten Politiker könnten diesen Prozess nicht aufhalten.

@liebe mitlesenden Antizykliker, ich spreche nicht vom Weltuntergang, sondern einfach nur dem Abkacken eines längst überholten Systems.
Antworten
fkuebler:

Wir verstehen die geheimen Wünsche von Malko #560

10
01.05.10 11:03

"So gehört auch bei uns der Länderfinanzausgleich schon längstens beerdigt ... Die südlichen Bundesländer würden im Luxus schwimmen"

Er möchte in Zukunft nämlich gerne täglich von 4 Mecklenburg-Vorpommern'schen Sänftenträgerinnen zum Viktualienmarkt gebracht werden.

Und weil ihm die zähen Widerstände gegen eine solche Rück-Umverteilung von oben nach unten so auf's Gemüt schlagen, deshalb grantelt er hier im Bärenthread auch so oft... ;-)

Antworten
daiphong:

Malko, wenn man

8
01.05.10 11:06
dann auch noch den internen bayerischen Finanzausgleich abschffen könnte, der München zum bayerischen Paris und Wasserkopf gemacht hat, dann würde Franken im Geld schwimmen. Und innerhalb Frankens, dann würde xyz im Geld schwimmen.  usw.

Regionaler Reichtum stammt immer auch aus größeren Regionen durch staatliche Zentrenbildung, Konkurrenzerfolg, Monopole,  Zuwanderungsdruck. Man denke nur an die Immobilienpreise durch das Wachstum und Begrenzung der Stadtflächen, die bayerische Bauern massenhaft zu Millionären machten. München leuchtete besonders schön, als die besten Teile der Belriner Industrie und viele Institutionen nach München umzogen, Ostflüchtlinge kamen, FJS als gesamtdeutscher Minister dort u.a. die deutsche Luftfahrtindustrie plazierte, woanders einst prächtige Städte in Schutt und Asche lagen, der Reichtum des Rurgebietes dort verprasst wurde.

So ist München bei allem eigenen Geschick eben auch ein fränkisches und rurpottlerisches und ostdeutsches und berlinerisches, also gesamtdeutsches Produkt oder eine heimlichen Hauptstadt.  Die Behauptung, dass München auf dem eigenen Mist gewachsen wäre, ist lächerlich. Und die Idee, dass sich eine reiche Hauptstadt zum eigenen Staat erklärt, weil die arme Provinz nervt, ist lustig.
Antworten
Anti Lemming:

PQ - # 61541

2
01.05.10 11:39
Du hast zwei Charts "in einem" gepostet, die leider nicht kongruent sind (fangen nicht zum selben Zeitpunkt an, der Börsen-Chart geht über 10 Jahre, und der Peso-Chart [linker Teil] über vier Monate). Das relevante Zeitfenster für den starken Peso-Verfall ist Feb. bis Juni 2002. Dieses Zeitfenster hast Du im Chart des Argentinien-Index (rot) leider nicht ganz korrekt eingezeichnet. Korrekt wäre mMn die von mir nachgelieferte grüne Variante.

Die beiden grünen Kästen zeigen: Im relevanten Zeitraum des Pesoverfalls ging die argentinische Börse in dem Maße hoch, wie der Peso abstürzte. Natürlich bleibt auch die Korrelation zum Leitindex in USA erhalten, aber der Peso-Verfall war in diesem Zeitraum der weitaus stärkste Faktor. Der Dow stieg von Feb. 2002 bis Juni 2002 um ca. 10 %, während sich der Argentien-Index verdreifachte!

Dass die Börsen ab März 2003 überall stark stiegen, weil der Irakkrieg endete, ist bekannt. Klar zieht die US-Börsen dann auch lateinamerikanische Indizes mit hoch.

Entscheidend bleibt, dass in einer Periode starker Inflation die Börsen entsprechend steigen (wie in Simbawe). Dies belegt, dass Aktien als Sachwerte einen Inflationsschutz darstellen.

Interessant ist auch die lange Sicht: Da der Peso sich seit dem damaligen Absturz nicht mehr erholt hat, floss die Abwertung als Extra-Booster in den Argentinien-Index ein. Sie verfielfachte den Anstieg, der sich ansonsten alllein aus der Korrelation zu den US-Indizes ergeben hätte. "In Dollar gerechnet" kann man die Anstiege aber in der Pfeife rauchen. Der Gaucho-Pesos ist eine marode Währung, die auch noch am US-Fiatsko hängt.
(Verkleinert auf 60%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 316942
Antworten
Malko07:

daiphong, bei uns ist jeder

9
01.05.10 11:46
willkommen, ob Grieche, Ruhrpottler oder Saupreiss. Sogar Sachsen haben wir aufgenommen. Hauptsache sie sind fleißig und tragen uns in Sänften durch die Gehend. ;o)

Eine Region kann man gut oder schlecht entwickeln. So wollte z.B. Siemens nach dem Krieg ins Ruhrgebiet. Dort wollte man sie nicht haben. Also ist sie nach Bayern und ist seit dem glücklich in ihrer neuen Welt.

Franken kann, wenn es will, in die Unabhängigkeit. Altbayern sollte wieder in alter Größe entstehen. Also mit Tirol und Norditalien. Passt auch alles mentalitätsmäßig besser zusammen.

;o)

So, jetzt werde ich für die nächsten Touren packen. Erst sollte es kälter werden und jetzt wieder wärmer. Es wird viel zu schleppen geben.
Antworten
Anti Lemming:

PQ - Merval-Anstieg

7
01.05.10 12:13
http://www.ariva.de/...A_Baeren_Thread_t283343?page=2460#jumppos61505

Dein obiger Chart zeigt, dass sich der Merval (argent. Aktien-Index) von Anfang 2002 bis 2008 verzehnfacht hat.

Anfang 2002 war in Argentinien "Land unter" - bei einem Staatsbankrott liegen die Nerven blank. Natürlich schlägt das auch auf Aktien durch und sorgt für Tiefststände. Der Merval stand daher Anfang 2002 auf Panik-Tief.

Rechnet man ein, dass sich der Wert des argent. Peso seit 2002 (zum US-Dollar) in etwa gedrittelt hat, so bleibt - in Dollar gerechnet - von der "Verzehnfachung" netto nur ein Anstieg um den Faktor 3,3 übrig. Das ist ab einem Panik-Tief nichts Außergewöhnliches: So ist z. B. unser guter DAX - der sein Krisentief im März 2003 beim Stand von 2250 erreichte - bis 2008 (ATH: 8000) um den Faktor 3,5 gestiegen.

FAZIT: Wenn eine Weichwährung wegbricht, kommt das auf die ohnehin vorhandenen Aktien-Anstiege (Korrelation zu US-Indizes) noch obendrauf. Vom Währungsverfall kann man sich freilich nichts kaufen. Der Merval hat sich daher, in Dollar gerechnet, nicht anders entwickelt als die anderen Aktien-Indizes. Lediglich für Argentinier selbst war ein Invest interessant, weil sie dadurch der Peso-Entwertung entkommen konnten (Es war ihnen verboten, Dollars zu kaufen oder Dollarkonten zu unterhalten). Ausländer hingegen hätten genausogut DAX und DOW kaufen können - und dabei sicherlich auch noch ruhiger geschlafen.
Antworten
Anti Lemming:

Sieben teils gewichtige US-Bankpleiten dieses WE

10
01.05.10 12:41

Damit liegt die Gesamtzahl in 2010 bereits bei 64. Das "Tempo" hat sich gegenüber 2009 verschärft, weil in 2009 insgesamt 140 US-Banken pleitegegangen sind  - d.h. die entsprechende Zahl für die vier Monate von Jan. bis April hätte 2009 läge rechnerisch bei 47 . Mit 64 ist die Bankpleiten-Zahl somit "im Vergleich mit dem Vorjahres-Trimester" um 38  % gestiegen (ja, liebe Fed, auch WIR können mit Prozentzahlen Eindruck schinden :-))

Maxgreen hat bereits in seinem Bankpleiten-Thread darauf hingewiesen, dass die Pleiten dieses WE sehr viel gewichtiger ausfielen als sonst: http://www.ariva.de/..._nach_Boersenschluss_t343337?page=7#jumppos183

Nach neuestem Stand kosten die 7 Pleiten die FDIC satte 7,4 Milliarden Dollar. Das ist ganz schön happig für ein WE. Auf das Jahr hochgerechnet käme man auf 52 x 7,4 = 384 Mrd. Dollar - das ist mehr als das Doppelte dessen, was der AIG-Bailout in 2008 (180 Mrd.) gekostet hat.

Es ist das schlimmste Bankpleiten-Wochenende seit der Savings&Loan-Krise der späten 1980er-Jahre!

Man könnte meinen, die "Schwere" der gemeldeten Bankpleiten ist chartechnisch optimiert und folgt dieses WE dem fallenden DOW ;-)

 


 

April 30, 2010, 11:04 p.m. EDT

7 bank failures take bite out of FDIC deposit fund

By John Letzing, MarketWatch

SAN FRANCISCO (MarketWatch) -- A trio of bank failures in Puerto Rico and four more closures in Michigan, Washington and Missouri took a nearly $7.4 billion bite out of the federal deposit-insurance fund on Friday, while raising the number of U.S. bank failures this year to 64. The Federal Deposit Insurance Corp. said Puerto Rico's Westernbank, Eurobank and R-G Premier Bank of Puerto Rico were all closed, with a combined $14.84 billion in deposits.

Their closure will cost the deposit-insurance fund roughly $5.28 billion, the regulator said [bezieht sich auf die 3 letztgenannten].

The closure of Everett, Wash.-based Frontier Bank, which $3.13 billion in deposits, will cost the insurance fund $1.37 billion, the FDIC estimated.

According to a report in The Wall Street Journal, the FDIC hasn't grappled with such a significant problem in a single banking market since the savings and loan crisis of the 1990s.

Later in the day, the FDIC announced the closure of CF Bancorp. in Port Huron, Mich. The Michigan bank had $1.43 billion in deposits as of Dec. 31.

Two Missouri institutions, Creve Coeur-based Champion Bank and Butler-based BC National Banks, also were closed.

Champion Bank had $153.8 million in deposits as of Dec. 31, while BC National Banks had $54.9 million in deposits, according to the FDIC.

http://www.marketwatch.com/story/...-take-bite-out-of-fdic-2010-04-30

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Der USA Bären-Thread 316957
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saschapepper:

Amerikaner konsumieren nicht wie früher

7
01.05.10 13:09
Der amerikanische Verbraucher konsumiere trotz der Krise, erklären viele Analysten und Agenturen. Das stimmt so nicht. Zeitnahe Daten zeigen: Im Gegensatz zu früher nehmen sie nur sehr zögerlich neue Kredite in Anspruch - wenn überhaupt.

01. Mai 2010

Glaubt man den jüngsten Daten, so ist der amerikanische Verbraucher ein ziemlich seltsames Wesen. Trotz extrem hoher Arbeitslosigkeit, trotz hoher Schulden, trotz massiver Wertverluste im Rahmen des Kollapses des Immobilienmarktes und trotz unterdurchschnittlicher Gehaltsentwicklungen scheint er zumindest gemäß offizieller Zahlen seinen Konsum nicht einzuschränken.

Nach den am Freitag vom Bureau of Economic Analysis veröffentlichten Daten gaben sie im ersten Quartal des laufenden Jahres 3,5 Prozent mehr aus als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die Verbraucher, die mit ihren Ausgaben für rund 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und für maßgebliche Teile der Weltwirtschaft stehen, spielten eine prominente Rolle für die nachhaltige wirtschaftliche Erholung, heißt es denn auch prompt in den Agenturen mit schon seit Monaten optimistischen Unterton.

Allgemeiner Optimismus lässt sich kritisch hinterfragen

Allerdings lassen sich solche Daten, Einschätzungen und Äußerungen kritisch hinterfragen. Die Daten werden nicht selten durch statistische Effekte sowie durch kurzfristige Verzerrungen in Form von Steuer- und Subventionseffekten verzerrt. So nehmen die Arbeitslosenzahlen alleine schon aus statistischen Gründen ab, weil viele Beschäftigungslose alle Ansprüche an den Staat ausgeschöpft haben und damit aus der Statistik verschwinden, ohne einen neuen Job gefunden zu haben. Zahlen über Verbraucherausgaben, -stimmung und -verhalten unterliegen saisonalen Anpassungen und werden von staatlichen Transferzahlungen beeinflusst.

Es gibt allerdings auch kritische Berichte. So zeigt eine Untersuchung von Consumer Mectrics, die das Kaufverhalten der Verbrauchern im Netz unmittelbar und zeitnah untersucht, dass die Verbrauchernachfrage im August des Jahres 2009 ihren Höhepunkt erreicht hat und seitdem stetig fällt. Insgesamt zeigen die Daten, dass die amerikanischen Verbraucher sich faktisch im Nachhall der vergangenen Krise anders verhalten als in anderen vergleichbaren Perioden der Vergangenheit. Im Gegensatz zu früher nähmen sie nur sehr zögerlich neue Kredite in Anspruch - wenn überhaupt.

Selbst in Phasen mit hoher Verbrauchsneigung - wie etwa vor Ostern - sei die Qualität der Einkäufe in dem Sinne schwach gewesen, dass die Konsumenten den Kauf von teureren Produkten mieden, die längerfristige finanzielle Verbindlichkeit mit sich gebracht hätten. In diesem Sinne lassen solche Daten Zweifel an allen Analysen und Berichten aufkommen, die von einer robusten wirtschaftlichen Erholung auf Basis einer starken Konsumnachfrage ausgehen. Die sehr zeitnahen Daten deuten im Gegensatz zu allen anderen, die mit zum Teil erheblicher Verzögerung auf den Markt kommen, auf eine eher verhaltene wirtschaftliche Entwicklung in den Vereinigten Staaten hin.
Zeitnahe Daten zeigen: Amerikanische Konsumenten sind zurückhaltend

Die Skepsis lässt sich auch aus der anhaltend hohe Arbeitslosigkeit, den Zahlungsproblemen und nicht zuletzt auch aus den andauernden Problemen der amerikanischen Immobilienmärkte - sei es in Form von Einfamilienhäusern oder kommerziellen Immobilien - ableiten. Entgegen optimistischer Verlautbarungen sind die Probleme und notwendigen Abschreibungen noch lange nicht vom Tisch, sondern lediglich in den Büchern von Banken und so mysteriösen Staatsbetrieben wie Fannie Mae, Freddi Mac und AIG versteckt.

In den Vereinigten Staaten stehen nicht nur die Konsumenten mehrheitlich finanziell mit dem Rücken zur Wand, sondern auch die Kommunen, die Regierungsbezirke, die Bundesstaaten und über allem auch die gesamte Föderation. Sie alle müssen ihre Gürtel enger schnallen und/oder ihre Einnahmen erhöhen. In diesem Sinne warnen die letzten kritischen Analysten vor überzogenem Optimismus, wie er sich gegenwärtig aus der Positionierung vieler Anleger ablesen lässt. Manche Hedge-Fonds dagegen haben längst begonnen, auf eine Korrektur der Aktienkurse zu setzen oder sich wenigstens dagegen abzusichern. Dagegen rechnen sie mit steigenden Zinsen am kurzen Ende und fallenden Rentenmarktkursen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

www.faz.net/s/...639EC0213E1CDE0348~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

Text: @cri
Bildmaterial: FAZ.NET, Realpoint, SG Cross Asset Research, CFTC
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Der USA Bären-Thread 316970
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Anti Lemming:

Wie nachhaltig ist der US-Konsumanstieg?

10
01.05.10 13:18
Ich hatte bereits gestern die Nachhaltigkeit des US-Konsumanstiegs auf 3,6 % bezweifelt:

http://www.ariva.de/...A_Baeren_Thread_t283343?page=2459#jumppos61490
http://www.ariva.de/...A_Baeren_Thread_t283343?page=2459#jumppos61485

Das gilt gleichermaßen für Japan:

http://www.ariva.de/...A_Baeren_Thread_t283343?page=2458#jumppos61457

Garnter hat diese Zweifel in seinem Blog bestätigt:

http://markusgaertner.wordpress.com/2010/04/30/fragwurdiger-us-konsum/

Es gibt eine bedenkliche Schere zwischen steigendem Konsum und stagnierenden Einkünften (real sogar rückläufig). Die Grafik unten - sie stammt von der Fed - hat Gartner mit zusätzlichen Kommentaren versehen.

http://research.stlouisfed.org/publications/net/page13.pdf

Das gestern für das 1. Quartal 2010 gemeldete BIP-Wachstum von 3,2 % - es ist schon mickrig genug nach einer so starken Rezession, normal entsprechend der typischen "Nachkriegserholung" wäre ein BIP-Wachstum von 7 bis 10 % - basiert nach Auffassung fast aller Kommentatoren auf "dem überraschend starken US-Konsum".

Sollten sich diese fundamental begründeten Zweifel an der Nachhaltigkeit des US-Konsums bestätigen, droht in der zweiten Jahreshälfte 2010 in USA eine Doppel-Dip-Rezession. Mögliche Staatspleiten in Europa, der juristische und politische Feldzug gegen US-Zockerbanken wie GS (idealerweise mit Verschärfung der Eigenhandels-Regeln bzw. Zerschlagung gemäß den Volcker Plänen) sowie mögliche Probleme in China samt Rohstoffpreisverfall (# 561) sind weiteres Salz in der Bärensuppe.
.
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Der USA Bären-Thread 316968
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daiphong:

Durch die gemeinsame Währung

11
01.05.10 13:31
ist der stabile Staatshaushalt das einzige, was den europäischen Laden finanztechnisch zusammenhält und ihm einen Vorsprung zu anderen Weltregionen gibt. Dass sämtliche europäischen  Institutionen und Staaten Griechenland, aber auch Irland etc. nicht vorher in die Zange genommen haben, zeigt eine große strukturelle Schwäche. Im großen Aussitzen wollte man nicht so genau hingucken und wartete, bis Inflation und Zeit die Probleme löst.  Offenbar gibt es auf europäischer Ebene auch allseits viel zu viel Verständnis für ein Schmarotzen an Staat und der gemeinsamen Staatsebene.

Ein gemeinsamer Markt ist eine heiße Kiste, es braucht einiges an Geschick und Regelungen, dass Regionen und Länder nicht ausbluten oder völlig vereinseitigen oder sich zu billig bereichern, dass sie in sich vielfältig und selbstverantwortlich bleiben, aber auch nicht nur in der Verteidigung ihrer Bestände und Kultur verharren. Die Basis der europäischen Einigung sind funktionierende Nationen, und das Funktionieren misst sich auch am Staatshaushalt.

Grundsätzlich unterscheidet sich das aber nicht von den Problemen der Globalisierung, der Druck ist der gleiche. Die Märkte rutschen immer näher zusammen und beeinflussen sich gegenseitig immer tiefer. Die europäische Einigungsstruktur und Währung ist eine Antwort darauf, die durch die Finanzmarktkrise reformiert werden muss, aber ganz sicher nicht die Schlechteste.
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Anti Lemming:

Zahlungsausfälle bei US-Gewerbeimmobilien

7
01.05.10 14:13
(Chart der Ausfälle bei Verbriefungen, CBS - unten)

Seit dem US-Aktiienmarkt-Tief im März 2009 sind die Zahlungsausfälle bei CBS kontinuierlich gestiegen. Die Lage wird von Monat zu Monat bescheidener. Ähnlich übel sieht der Chart der kontinuierlich steigenden US-Zwangsversteigerungen aus.

US-Aktien jedoch haben ungeachtet dessen seit März 2009 eine extreme Rallye hingelegt (SPX: +83 % in der Spitze).. Würde man sich an den Aktienanstiegen orientieren, könnte man meinen, die US-Housing-Welt inkl. CRE wäre in bester Verfassung.

Mit anderen Worten: Es liegt eine starke Divergenz vor. Sie löst sich entweder dahingehend auf, dass sich die Probleme bei US-Wohn- und Gewerbeimmobilien und deren Verbriefungen legen (unwahrscheinlich) - oder dadurch, dass Aktien auf den Boden der Tatsachen (DOW 6500) zurückkommen.
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Der USA Bären-Thread 316982
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Anti Lemming:

US-Konsum, bereinigt um staatl. Transferzahlungen

6
01.05.10 14:16
(aus dem FAZ-Artikel von Saschapepper)
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Der USA Bären-Thread 316983
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