Halliburton kurz vor Vergleich mit Asbest-Klägern~
New York, 12. Dez (Reuters) - Der amerikanische
Ölindustrie-Ausrüster und Baukonzern Halliburton Co.
steht kurz vor einem Vergleich für die gegen ihn eingereichten
rund 300.000 Asbestklagen.
Nach Firmenangaben vom Mittwoch sieht eine Vereinbarung mit
den Klägeranwälten vor, dass der Konzern 2,8 Milliarden Dollar
in bar sowie 60.000 eigene Aktien für den Vergleich
bereitstellen wird.
Halliburton, gegen die seit 1976 über 500.000 Klagen
eingereicht wurden, wäre damit innerhalb von weniger als einem
Monat das dritte grosse US-Unternehmen, das eine Einigung
erzielen könnte. Ende November hatten das
US-Verpackungsunternehmen Sealed Air und der deutsche
Dialyse-Spezialist Fresenius Medical Care (FMC) [FME.GER] in
Asbest-bezogenen Fällen Vergleiche abschliessen können.
Verschiedene europäische Firmen wie der Schweizer
Elektrotechnikkonzern ABB oder der österreichische
Feuerfest- und Dämmstoffhersteller RHI sind in den USA
auch von Asbest-Klagen betroffen.
Im Fall von Halliburton und dem Industriekonzern Honeywell
International Inc. war gemäss Anwälten ein Vergleich seit
Wochen in Reichweite. Die Anleger hoffen zudem, dass der von den
Republikanern kontrollierte US-Kongress Asbest-Klagen gegen
Firmen beschränken könnte.
Asbest war früher als Isolations- und Feuerschutz-Material
eingesetzt worden, bevor Forscher in den 1960er und 1970er
Jahren entdeckten, dass das Einatmen von Asbest-Faser
Lungenkrebs und andere Krankheiten verursachen kann.
Asbest-Forderungen haben bisher über 54 Milliarden Dollar
gekostet und über 60 US-Unternehmen in den Konkurs getrieben.
Gemäss Experten könnten Asbest-Klagen die US-Firmen insgesamt
über 200 Milliarden Dollar kosten.
Im nachbörslichen Handel zogen die Halliburton-Aktien am
Mittwoch deutlich an. Positiv ist gemäss Analysten, dass das
Unternehmen beim Abschluss eines Vergleichs zum Tagesgeschäft
zurückkehren kann.