Es gibt bekanntlich keine blöden Fragen … also oute ich hier meine Unkenntnis ob der vordergründig banalen Frage, wie sich der EUR/USD-Kurs auf den Kurs eines Gold-Shorts (oder jedes anderen Shorts auf in USD denominierte WP) ohne Währungssicherung auswirkt. Nehmen wir mal einen fallenden USD an (steigender EUR/USD-Kurs) und vernachlässigen wir die Erträge/Kosten am Geldmarkt:
These 1:
Einstieg in Zerti bei Goldpreis x USD, entsprechend y EUR. Beim Ausstieg zu gleichem Goldpreis, aber zwischenzeitlich gefallenem USD (also ceteris paribus, wenn auch unrealistisch) wäre also die vormals verkaufte Goldmenge auf EUR-Basis weniger wert, der in EUR denominierte Short also im Plus >>> der Zerti-Verkauf brächte also ein positives Ergebnis
These 2:
Einstieg in Zerti bei Goldpreis x USD. Der Emittent legt die von mir gezahlte Summe am EUR-Geldmarkt an und leerverkauft gleichzeitig x Unzen Gold. Die dadurch eingenommenen USD werden am USD-Geldmarkt angelegt.
Fall 2a: Ausstieg zu gleichem Goldpreis, aber zwischenzeitlich gefallenem USD:
Gold wird mit den vorhandenen USD ergebnisneutral zurückgekauft, der Leerverkauf damit geschlossen >>> der Zerti-Preis bliebe unverändert
Fall 2b: Ausstieg zu verändertem Goldpreis, aber zwischenzeitlich gefallenem USD:
Gold wird mit den vorhandenen USD zurückgekauft. Bei zwischenzeitlich gefallenem Goldpreis [USD] könnten die überschüssigen USD in EUR konvertiert werden, mit Realisierung eines zwischenzeitlichen Währungsverlustes. Bei zwischenzeitlich gestiegenem Goldpreis [USD] müssen zusätzliche USD aus dem vorhandenen EUR-Geldmarktkapital erworben werden, wobei dieser Aufwand durch den zwischenzeitlichen USD-Kursverlust etwas abgemildert wird.
>>> ein fallender USD würde also dem Effekt der Basiswert-Preisentwicklung entgegenwirken. Ein Short-Gewinn durch fallenden Goldpreis würde durch den USD-Verfall gemindert und ein Short-Verlust durch steigenden Goldpreis durch den USD-Verfall gemildert.
Dementsprechend würde ein steigender USD den Basiswert-Effekt verstärken, also Gold-Short-Gewinne und -Verluste jeweils noch erhöhen. Der Währungseffekt wäre dann umso größer, je größer die zwischenzeitliche Basiswert-Preisänderung und natürlich je größer der Hebel wäre.
Ich neige ja These 2 zu, oder denke ich zu kompliziert?
Die Verkaufsprospekte der Emis schweigen sich hierzu vornehm aus. Hat jemand einen guten Link zu der Problematik?