weil Grandie so nett gefragt hat...
Solche Saisoncharts gibt es für alle wichtigen Börsenwerte (Indizes, Rohstoffe, Währungen, Aktien).
Benutze einfach die Suchfunktion auf der verlinkten Webseite equityclock.com .
Besonders sinnvoll sind saisonale Betrachtungen bei Indexwerten (DAX, DOW, S&P500).
Ich orientiere mich da schon seit vielen Jahren dran, um die besten Einstiege zu erwischen.
Es gibt sogar ETFs, die versuchen, gewisse saisonale Muster in einer Strategie abzubilden.
Durch die vielen Krisen wie Pandemie 2020 und Überfall auf Ukraine (2022) gab es aber genug andere "leichtere" Kaufgelegenheiten.
Bei Einzelaktien ist das nicht so sinnvoll, da viele Branchen keine unterjährige Zyklik (z.B. nach Jahreszeiten) aufweisen, sondern eine mehrjährige Zyklik.
Die Automobilbranche z.B. hängt stark von der Konjunktur bzw. Zinsentwicklung ab. Eine unterjährige Betrachtung nach Monaten oder Jahreszeiten ist da wenig zielführend für längerfristige Investments.
Beispiel: Volkswagen steigt statistisch gesehen (also durchschnittlich) von Jahresanfang bis Weihnachten um 17%, also 51% in 3 Jahren. Tatsächlich hat sich die Aktie in den letzten 3 Jahren mehr als halbiert. Das war zumindest für die letzten 1-2 Jahre wegen der Zinserhöhungen absehbar. Autos sind "langlebige Güter" und größtenteils Kreditfinanziert und damit ist der Autoabsatz recht zinssensitiv.
Bei Zinserhöhungen gibt es einen gewissen Konjuktur-Automatismus. Zuerst schmieren die Branchen ab, die aus "Luftnummern" bestehen und keine profitables Geschäft aufweisen, sowie die Werbe- und Medienbranche. Dannach folgen die stark kreditfinanzierten Branchen, z.B. Immmobilienfinanzierer, REITs usw. Als letztes sind die langlebigen Güter dran (consumer discretionary). Im Gegensatz dazu sind z.B. Alltagsgüterbranchen (consumer staples) wie Lebensmittel und Drogerieartikel recht robust.
Wenn dich das interessiert dann recherchier mal zum Thema "Sector Rotation Model". (siehe Bild unten)
Statistiken und Zusammensetzung von Branchen gibts z.B. unter www.sectorspdrs.com/SectorTracker für den US-Markt.
Zu den "consumer discretionary" zählen neben Autos praktisch alles "Verzichtbare" wie Luxus und Freizeit (Gambling, Tourismus, Hotellerie, usw.)
(Verkleinert auf 93%)

