Die Regierenden feiern sich als Euro-Retter: Alles wird gut. Doch die Experten glauben nicht, dass die Eurozone ihr Schuldenproblem allein mit den neuen Regeln lösen kann. Der nächste Krisengipfel kommt bestimmt.
Von all den vielen Rettungs-Gipfeln der vergangenen Jahre war der jüngste der dramatischste - so klang es zumindest vorher. Selbst EU-Währungskommissar Olli Rehn hatte angefangen, den Euro öffentlich herunterzureden. „Diese Woche steht die stabile Zukunft des Euro auf dem Spiel“, sagte er. Anfang der Woche war sogar bekannt geworden, dass die britischen Botschaften Notfallpläne ausarbeiteten für den Fall des Euro-Zusammenbruchs, um dann ihre Staatsbürger vor den Problemen zu schützen.
Zwei Tage nach dem Gipfel scheint es, als seien die Meldungen über das Ableben der Gemeinschaftswährung verfrüht gewesen. Haben die Beschlüsse von Freitagmorgen den Euro wirklich geheilt?
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Gefahrenzone für die Finanzmärkte
Zumindest die Skeptiker der vergangenen Woche sind nicht zufrieden - vor allem die Amerikaner und die Briten. Bill Gross, ein einflussreicher Anleihen-Fondsmanager und Kreditgeber für Staaten, hatte vor dem Gipfel noch die „Gefahrenzone für die Finanzmärkte“ ausgerufen. Nach dem Gipfel klagt er: „Oh, was für ein kompliziertes Netz die EU gewoben hat. Das ist eine unendliche Geschichte, es fällt schwer, Vertrauen zu fassen.“