1. Jedes börsengelistete Digital-Unternehmen, das ich kenne, veröffentlich Kennzahlen zu seinen Nutzerzahlen, ARPU und MAU. Bei Cliq wird einzig der Cliq Faktor genannt. Das stimmt misstrauisch. Zudem kann man zumindest in DE nur mit Kreditkarte ein Abo abschließen. Nicht gerade die beliebteste Zahlungsmethode bei einer Zielgruppe, der Netflix und Co. zu teuer wäre. Und hast du mal den Facebook Account von Cliq Digital gesehen? Dort tritt die Firma noch mit Sitz in Amsterdam auf, hat ein anderes Logo und erweckt den Eindruck einer Marketing-Firma. Mit diesem Account würde man kaum Werbung für die Streaming-Plattform machen. Aber womit dann?
2. Ist es ein skalierbares Geschäftsmodell, wenn sich die Kunden wirklich nach 6 Monaten wieder abmelden, bzw. das Unternehmen den Ruf einer Abo-Falle genießt? Ein Facebook Ad Click kostet vereinfacht 1€, bei einer Conversion Rate von 1% (für ein Produkt ohne Brand Effekt schon sehr hoch) wären das Customer Acquisition Cost von 100€. Damit müsste man für Break Even nur der Marketing-Ausgaben und des Brutto-Umsatzes einen Kunden mindestens 7 Monate bei der Stange halten. Bis ein Kunde einen Deckungsbeitrag abwirft, müsste er also deutlich länger aktiv sein.
3. Was sind dann die anderen Geschäftsfelder von Cliq, wenn cliqdigital.com nur 1% des Umsatzes ausmachen soll? Dazu wird nirgendwo Konkreteres gesagt. Wie kann das sein, dass das Geschäftsmodell für 99% des Umsatzes nicht näher erwähnt wird im Geschäftsbericht?
Kann es sein, dass das Unternehmen sich mit den Federn einer digitalen Multi-Content Streaming-Plattform schmückt, aber eigentlich mit ganz anderen Geschäften Umsatz macht oder wie passt das zusammen?