Bei der Analyse des Geschäftsberichts ist mir folgendes aufgefallen:
Das Konzernergebnis nach Steuern wird mit 10.425 T€ ausgewiesen. Ausgegeben sind ca. 6,189 Mio. Aktien. Hierbei komme ich rechnerisch auf ein EPS von 1,68 €. Ausgewiesen werden aber nur 1,16€.
Dies liegt daran, dass das Ergebnis von 10,4 Mio. Auch auf Minderheitsanteile aufgeteilt wird. Hierauf entfallen 3,266 Mio.€ des Gesamtergebnisses. Unter den Minderheitsanteilen werden im wesentlichen Aktienoptionen erfasst.
Weiter im Geschäftsbericht werden die Minderheitsanteile von insgesamt 3.064.991 Stück aufgeschlüsselt. Ein Teil kommt aus Aktienoptionsprogrammen fürs Managment und Mitarbeiter. (2008: 14.000 Stück, 2012: 250.000 Stück, 2017: 320.000 Stück) Der wesentliche Teil von 2.480.991 Stück kommt aus der Genehmigung von bedingtem Kapital von bis zu 30 Mio. € für eine evtl. Wandelschuldverschreibung. Diese Wandelschuldverschreibung ist noch nicht emittiert worden, sondern könnte evtl. Bei einer Übernahme eingesetzt werden. Das heißt, dass obwohl nur die HV Genehmigung für die Anleiheemission vorliegt, wird bei der Berechnung des EPS schon die Anzahl der maximal möglichen Aktienoptionen berücksichtigt. Daher eben nicht ein EPS bei 1,68€ sondern „nur“ bei 1,16€.
Ich konnte im Netz auch unter IAS keine Anweisung dazu finden. Hat von Euch jemand eine Erklärung dazu?
Wirtschaftlich halte ich es für Quatsch, zu mal bei dem derzeitigen Aktienkurs sicherlich keine 2,5 Mio. Aktien in eine evtl. Wandelschuldverschreibung von max. 30 Mio. € notwendig sind. Mit einem bisschen Aufgeld wäre 30€ ein schon recht günstiger Wandlungspreis. Dann wären für die max. genehmigten 30 Mio Wandelschuldverschreibung nur 1 Mio Aktien notwendig. Allein das würde das EPS schon um 25 Cent anheben. Abgesehen davon unterhalten wir uns hier über ungelegte Eier. Gut, die Aktienoptionsprogramme der Mitarbeiter werden irgendwann gewandelt werden und tatsächlich zu Aktien, aber die WSV ist wirklich nur EINE Möglichkeit zur Kapitalaufnahme, dennoch wird dies bei der EPS Berechnung so gestellt, als wären die Aktien schon am Markt und Gewinnberechtigt. Für mich nicht nachvollziehbar. Somit sollte m.E. das EPS eigentlich ne ganze Ecke höher sein.