...etwas pushen, kennt ihr schon den neuesten Artikel aus der FTD? ;-))
mfG: Speculator
www.ftd.de/bm/bo/FTD2YUQ4YXC.html?nv=hpm
Aus der FTD vom 22.2.2002 www.ftd.de/kapital
Das Kapital: Für Aktien sieht es erst mal gar nicht schlecht aus
Der Aktienmarkt mutet so merkwürdig an, dass einem Angst und Bange werden kann. US-Aktien sind sogar gut ein Jahr nach der ersten Zinssenkung durch die Fed noch deutlich im Minus - und fallen per saldo weiter. Das gibt es nicht so oft.
Merkwürdige Börse
Äußerst ungewöhnlich ist auch, dass die Börsen die Frühindikatoren ignorieren, die seit Monaten fast rund um die Erde anziehen. Die US-Frühindikatoren sind im Januar zum vierten Mal in Folge gestiegen, kräftig. Sie liegen um drei Prozent über dem Vorjahr. Das hat es zum letzten Mal im Januar 2000 gegeben. Die Produktion wird früher oder später nachziehen. Solange der Konsum nicht einbricht, würde die Wirtschaft schon einen massiven Impuls erhalten, wenn die Firmen nur aufhören, ihre Läger abzubauen.
Die Verbraucher sehen den Lauf der Dinge erstaunlich gelassen. Der Index der Universität Michigan ist zuletzt auf ein 12-Monatshoch gestiegen, vor allem wegen optimistischerer Erwartungen. Auch die Liquidität bleibt überall reichlich. In Japan ist die monetäre Basis im Januar saisonbereinigt um 6,2 Prozent explodiert, im Monatsvergleich.
All das scheint im Moment keine Rolle zu spielen. Vor dem Hintergrund der zu hohen Bewertung, der Sorgen um die Buchführungspraktiken, der makroökonomischen Ungleichgewichte und der Furcht vor einem doppelten Konjunkturrückschlag ist der Verdruss nur allzu verständlich. Es bleibt dabei, dass Aktien auf Sicht der nächsten Jahre ausgesprochen schwache Perspektiven bieten.
Aber das heißt ja nicht, dass der Markt nur fällt. Wie die letzten zwei Jahre zeigen, schöpfen die Anleger zwischendurch immer wieder Hoffnung - auch weil viele das schwache Fundament der Börse nicht wahrhaben wollen. Für die kommenden Monate sind die Aussichten deshalb nicht so schlecht.
Die Zuversicht jedenfalls dürfte mit jedem weiteren verbesserten Konjunkturindikator steigen. Die US-Firmen haben so massiv auf den Abschwung reagiert, dass die Arbeitsproduktivität noch mitten in der Rezession gewachsen ist. Aufs Jahr hochgerechnet ist sie seit März 2001 im Schnitt um 2,3 Prozent gestiegen. Da der Lohnkostendruck gleichzeitig nachlässt - und mit steigender Arbeitslosigkeit weiter sinkt - werden die Margen anziehen, zumindest vorübergehend. Sollte die - eher überverkaufte - Börse unter diesen Umständen nicht wenigstens für eine Weile zu ihren alten Mustern zurückfinden, kann einem tatsächlich Angst und Bange werden.