ftd.de, Do, 7.3.2002, 14:48
´Buy-Japan´-Motto treibt Yen und Nikkei hoch
Von Doris Grass, Frankfurt
Die anhaltende Kaufwelle am japanischen Aktienmarkt - gestützt durch die Kurskosmetik von Regierung und Notenbank - lässt die Börse Tokio und den Yen weiter nach oben klettern.
Am Donnerstag stieg der Nikkei-Index um weitere 2,6 Prozent auf 11.648 Zähler und damit das höchste Schlussniveau seit dem 15. August. Innerhalb eines Monats hat der Index rund 24 Prozent zugelegt. Der breiter gefasste Topix-Index zog um 2,33 Prozent auf 1098 Punkte an. Grund für die Hausse sind zum einen Maßnahmen der Regierung, die Leerverkäufe bis zum Ende des Fiskaljahres am 31. März untersagt hat und damit vor allem ausländische Fonds zwingt, ihre Positionen zu schließen. Das wiederum führt dazu, dass auch andere Geldmanager japanische Aktien hinzukaufen müssen, die ihre Portefeuilles zuletzt deutlich zurückgefahren hatten.
Merrill Lynch und Credit Suisse First Boston haben diese Woche ihren Kunden empfohlen, die japanischen Aktienbestände zu erhöhen. Die Entwicklung hilft vor allem den japanischen Banken. Wenn der Nikkei-Index bis Ende März auf rund 12.000 Punkte steigt, müssen die Institute weniger Buchverluste auf ihre Aktienportefeuilles abschreiben.
Die starken Mittelzuflüsse an die Börse verhelfen zugleich dem Yen zu einem Höhenflug. Japans Währung verbuchte am Donnerstag den größten Tagesgewinn seit sieben Monaten und erreichte mit 128,91 Yen je $ den höchsten Stand seit Weihnachten. Damit hat der Yen binnen einer Woche zum Dollar um rund 5 Yen zugelegt. Zum Euro hat Japans Währung seit Jahresbeginn rund 3,3 Prozent an Wert gewonnen.
Widersprüchliche Aussagen zur jüngsten Kursentwicklung kamen aus der Regierung und der Notenbank. Während Zentralbankgouverneur Masaru Hayami erklärte, der Yen-Anstieg sei keine schlechte Nachricht und der Markt entscheide über den Wechselkurs, bezeichnete Finanzminister Masajuro Shiokawa den heutigen Kurssprung als "zu schnell". Die Regierung beobachte die Entwicklung, es sei aber nicht ihre Aufgabe gegenwärtig am Markt zu intervenieren. Auch Wirtschaftsminister Heizo Takenaka bezeichnete den Kursanstieg des Yen als zu stark. Devisen-Strategen halten die Aufwärtsbewegung des Yen nicht für nachhaltig. Sobald die künstliche Belebung des Aktienmarktes beendet sei, werde es wieder abwärts gehen.
´Buy-Japan´-Motto treibt Yen und Nikkei hoch
Von Doris Grass, Frankfurt
Die anhaltende Kaufwelle am japanischen Aktienmarkt - gestützt durch die Kurskosmetik von Regierung und Notenbank - lässt die Börse Tokio und den Yen weiter nach oben klettern.
Am Donnerstag stieg der Nikkei-Index um weitere 2,6 Prozent auf 11.648 Zähler und damit das höchste Schlussniveau seit dem 15. August. Innerhalb eines Monats hat der Index rund 24 Prozent zugelegt. Der breiter gefasste Topix-Index zog um 2,33 Prozent auf 1098 Punkte an. Grund für die Hausse sind zum einen Maßnahmen der Regierung, die Leerverkäufe bis zum Ende des Fiskaljahres am 31. März untersagt hat und damit vor allem ausländische Fonds zwingt, ihre Positionen zu schließen. Das wiederum führt dazu, dass auch andere Geldmanager japanische Aktien hinzukaufen müssen, die ihre Portefeuilles zuletzt deutlich zurückgefahren hatten.
Merrill Lynch und Credit Suisse First Boston haben diese Woche ihren Kunden empfohlen, die japanischen Aktienbestände zu erhöhen. Die Entwicklung hilft vor allem den japanischen Banken. Wenn der Nikkei-Index bis Ende März auf rund 12.000 Punkte steigt, müssen die Institute weniger Buchverluste auf ihre Aktienportefeuilles abschreiben.
Die starken Mittelzuflüsse an die Börse verhelfen zugleich dem Yen zu einem Höhenflug. Japans Währung verbuchte am Donnerstag den größten Tagesgewinn seit sieben Monaten und erreichte mit 128,91 Yen je $ den höchsten Stand seit Weihnachten. Damit hat der Yen binnen einer Woche zum Dollar um rund 5 Yen zugelegt. Zum Euro hat Japans Währung seit Jahresbeginn rund 3,3 Prozent an Wert gewonnen.
Widersprüchliche Aussagen zur jüngsten Kursentwicklung kamen aus der Regierung und der Notenbank. Während Zentralbankgouverneur Masaru Hayami erklärte, der Yen-Anstieg sei keine schlechte Nachricht und der Markt entscheide über den Wechselkurs, bezeichnete Finanzminister Masajuro Shiokawa den heutigen Kurssprung als "zu schnell". Die Regierung beobachte die Entwicklung, es sei aber nicht ihre Aufgabe gegenwärtig am Markt zu intervenieren. Auch Wirtschaftsminister Heizo Takenaka bezeichnete den Kursanstieg des Yen als zu stark. Devisen-Strategen halten die Aufwärtsbewegung des Yen nicht für nachhaltig. Sobald die künstliche Belebung des Aktienmarktes beendet sei, werde es wieder abwärts gehen.