Brüssel droht USA im Streit um Deutsche Telekom
Hamburg (dpa) - Die Europäische Union will sich aus dem Abkommen
der Welthandelsorganisation WTO über die Telekom-Märkte
zurückziehen, wenn die USA den Einstieg der Deutschen Telekom in den
US-Markt per Gesetz stoppen. Ein Brief der EU-Kommission mit dieser
Drohung werde voraussichtlich am Montag in Washington zugestellt
werden, berichtet die «Financial Times» am Samstag.
«Dies geht über die Beilegung eines Streits hinaus», sagte der Leiter der
EU-Handelsdelegation in Washington, Bert van Barlingen, der «Financial
Times». «Wenn das jemals Gesetz wird, müssten wir das Gleichgewicht
wieder herstellen. Wir wüssten auch unsere Verpflichtungen
zurücknehmen.»
Damit ist der Zeitung zufolge das gesamte WTO-Abkommen über die
Telekommunikationsmärkte gefährdet. Van Barlingen erklärte zudem, das
US-Gesetz würde auch Washingtons Verpflichtungen im Allgemeinen
Zoll- und Handelsabkommen GATT aushebeln, das nicht zwischen
Staats- und Privatunternehmen unterscheide.
Die Telekom verhandelt mit dem US-Mobilfunkunternehmen VoiceStream
über eine Übernahme. Die Aufsichtsräte beider Firmen wollten an
diesem Sonntag darüber beraten. Laut «Wall Street Journal» bietet die
Telekom 3,2 T-Aktien plus 30 Dollar je VoiceStream-Aktie, was 51,5
Milliarden Dollar (107 Mrd DM) entspricht. Dieser hohe Preis ließ die
T-Aktie am Freitag um 3,32 Prozent auf 55,27 Euro sinken.
Allerdings stößt die Telekom in den USA auf starken politischen
Widerstand. Rund ein Drittel der US-Senatoren haben sich strikt gegen
den Verkauf einer US-Telefonfirma an ein ausländisches
Staatsunternehmen wie die Telekom gewandt. Dem Kongress liegt ein
entsprechender Gesetzesentwurf vor. Die US-Aufsichtsbehörde FCC
(Federal Communications Commission) kündigte eine eingehende
Prüfung des Kaufs an und begründete dies mit dem Schutz der
«nationalen Sicherheit».
22.07.2000
Hamburg (dpa) - Die Europäische Union will sich aus dem Abkommen
der Welthandelsorganisation WTO über die Telekom-Märkte
zurückziehen, wenn die USA den Einstieg der Deutschen Telekom in den
US-Markt per Gesetz stoppen. Ein Brief der EU-Kommission mit dieser
Drohung werde voraussichtlich am Montag in Washington zugestellt
werden, berichtet die «Financial Times» am Samstag.
«Dies geht über die Beilegung eines Streits hinaus», sagte der Leiter der
EU-Handelsdelegation in Washington, Bert van Barlingen, der «Financial
Times». «Wenn das jemals Gesetz wird, müssten wir das Gleichgewicht
wieder herstellen. Wir wüssten auch unsere Verpflichtungen
zurücknehmen.»
Damit ist der Zeitung zufolge das gesamte WTO-Abkommen über die
Telekommunikationsmärkte gefährdet. Van Barlingen erklärte zudem, das
US-Gesetz würde auch Washingtons Verpflichtungen im Allgemeinen
Zoll- und Handelsabkommen GATT aushebeln, das nicht zwischen
Staats- und Privatunternehmen unterscheide.
Die Telekom verhandelt mit dem US-Mobilfunkunternehmen VoiceStream
über eine Übernahme. Die Aufsichtsräte beider Firmen wollten an
diesem Sonntag darüber beraten. Laut «Wall Street Journal» bietet die
Telekom 3,2 T-Aktien plus 30 Dollar je VoiceStream-Aktie, was 51,5
Milliarden Dollar (107 Mrd DM) entspricht. Dieser hohe Preis ließ die
T-Aktie am Freitag um 3,32 Prozent auf 55,27 Euro sinken.
Allerdings stößt die Telekom in den USA auf starken politischen
Widerstand. Rund ein Drittel der US-Senatoren haben sich strikt gegen
den Verkauf einer US-Telefonfirma an ein ausländisches
Staatsunternehmen wie die Telekom gewandt. Dem Kongress liegt ein
entsprechender Gesetzesentwurf vor. Die US-Aufsichtsbehörde FCC
(Federal Communications Commission) kündigte eine eingehende
Prüfung des Kaufs an und begründete dies mit dem Schutz der
«nationalen Sicherheit».
22.07.2000