BÖRSENKRISE: Rote Zahlen im Vatikan


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BÖRSENKRISE: Rote Zahlen im Vatikan

 
06.07.02 23:56
Das Beben an den Weltbörsen hat sogar den Heiligen Stuhl erfasst. Wegen sinkender Einnahmen aus Finanzgeschäften ist die Bilanz des Vatikans ins Minus gerutscht.

Rom - Das Jahr 2001 sei mit einem Verlust von 3,474 Millionen Euro abgeschlossen worden, sagte der für die Finanzen des Kirchenstaates zuständige Kardinal Sergio Sebastiani am Freitag in Rom. "Dies ist dem ungünstigen Verlauf der Weltwirtschaft zuzuschreiben, die von den Attentaten vom 11. September besonders belastet worden ist, sagte Sebastiani auf einer Pressekonferenz. Seinen Angaben zufolge sind die Gewinne an den Finanzmärkten 2001 um 50 Prozent auf 32,9 Millionen Euro zurückgegangen.
Insgesamt standen Ausgaben von 200,371 Millionen Euro Einnahmen von 196,897 Millionen Euro gegenüber. In den vorangegangenen acht Jahren hatte der Vatikan noch einen Überschuss erwirtschaftet, der 2000 knapp neun Millionen Euro betragen hatte.

Die Spendenbereitschaft hat angesichts der schlechten Konjunktur laut Sebastiani jedoch nicht abgenommen. Der Vatikan verzeichnete sogar eine geringfügige Zunahme der Spendeneinnahmen auf rund 70 Millionen Euro. Zusätzlich bekam die Katholische Kirche über den so genannten Peterspfennig, der für Missions- und Hilfsprojekte verwendet wird, rund 50 Millionen Euro gespendet. Diese Einnahmen fließen nicht in die Bilanz des Kirchenstaates.

Nach Angaben des höchsten Finanzbeamten, Ivan Ruggiero, ist das Vermögen des Vatikan durch diesen Verlust nicht in Gefahr. Dies betrage zwar auf dem Papier nur 670 Millionen Euro, die meisten Gebäude seien aber in den Büchern nur mit symbolischen Beträgen aufgeführt. Das Vermögen des Vatikan dürfte also um ein Vielfaches höher liegen.  
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