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| Fallender Deutsche Bank AG-Kurs | 3,83 | 6,34 | ||
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1. Wir haben den Grund bekommen, warum noch keine Zwischenergebnisse geliefert wurde, Kollege Chan und Co. Ihre Thesen sind wiederlegt.
Ja, sehe ich genau so. Der shit storm in den sozialen Medien geht schon los, mal schauen, wie sich seriöse Analysten heute über ihre Kollegen äußern (CNN etc. haben da sicher schon wen gebucht)
2. Spricht für die Wirkung des Impfstoffes. Es geht zwar auch um die Plazebos, aber eben auch um die geimpften Probanden.
Vorsichtiges Ja. Ich bin auch davon überrascht, dass die 32 noch nicht erreicht sind. Habe mich letztlich wie alle anderen, Pfizer wohl eingeschlossen, verkalkuliert. Mögliche Gründe wurden oben von anderen schon genannt, werden auch gerade in den USA diskutiert:
a.) Studienteilnehmer an sich, egal ob geimpft oder Plazebo, sind wohl stärker gegenüber Corona-Risiken sensitiviert und agieren vorsichtiger / sozial zurückhaltender als der Bevölkerungsdurchschnitt, so dass ihre Infektionsrate ebenfalls unterdurchschnittlich bleibt;
b.) Maßstab sind nicht Corona-Infektionen per se, sondern symptomatische Informationen. Letztere werden sehr viel weniger genau, wenn überhaupt, als Infektionen im Ganzen erfasst.
Beide Faktoren sind kaum zu quantifizieren und in Modelle einzubeziehen. Habe ich trotzdem mit meinem "Pi mal Daumen"-Modell mal probiert:
- Wenn ich für beide Faktoren zusammen 25% Abschlag bei der Infektionsrate ansetze, wären selbst bei 100% Impfeffektivität am letzten Freitag (23.10.) die 32 Fälle zu erwarten gewesen. Jetzt muss man natürlich noch Wochenende, Testdauer und Meldeweg einrechnen - kann sein, dass es knapp für gestern abend nicht gereicht hätte.
- Bei 50% Abschlag hätten wir letzten Freitag die 32 mit 50% Impfeffektivität zusammengehabt. Donnerstag ginge es auf über 70%. Daten jeweils zuzüglich Testdauer und Meldeweg.
Über viel mehr als 50% Abschlag dürften wir nicht reden. Alles deutlich darunter macht es unwahrscheinlich, dass Prof. Huber bzw. BioNTech am 14.10. schon von knapp unter 32 symptomatisch Infizierten Probanden reden konnte.
Also: Es bleibt alles weiter offen, wir müssen abwarten.
Positiv ist, dass die gleichen Effekte auch für alle anderen Phase 3-Studien zu erwarten sind. Bei denen wird es also ebenfalls länger dauern, bis sie der FDA gegenüber den Effektivitätsnachweis führen können. Sogar deutlich länger, weil die Auswertungspunkte später bzw. bei höheren Infiziertenzahlen gesetzt sind. Weiterhin positiv ist, dass die EMA sich weniger für Effektivität, dagegen v.a. für Sicherheit interessiert, und diesbezüglich sieht es ja immer noch gut aus.
3. Das es dauert, bis 32 Infektionen zusammen sind, begründet warum die Studie auf mehr Teilnehmer ausgeweitet wurde. Man will den GEsamtprozess beschleunigen.
Denke ich eher nicht. Für die Ausweitung gab es diverse andere, plausible Gründe (Minderheitenquote, Risikogruppen, geographische Erweiterung, Kapazitäten blockieren). Die neu Hinzugekommenen helfen ja zeitlich kaum. Dafür begann die Ausweitung zu spät, und die von der FDA geforderte 2-monatige Nachbeobachtung der Effektivitätsdaten würde den Zeitplan deutlich nach hinten verschieben, wenn man da auch auf den zweiten "batch" zurückgreifen muss.
https://blogs.sciencemag.org/pipeline/archives/2020/10/21/the-vaccine-tightrope#comment-331199
"Chris Phillips says: 27 October, 2020 at 12:07 pm
"It seems that analysts at Morgan Stanley had suggested yesterday that the first interim analysis might have taken place (in which case the lack of an announcement would have implied an apparent efficacy of less than 77%) The report says that Pfizer will be receiving information on efficacy as the trial proceeds, and will announce it, in contrast to Johnson and Johnson, where it appears the company will be told only when/if the data allow a filing for an emergency use authorisation."
Offensichtlich haben da reihenweise Analysten nicht mitbekommen, dass Pfizer von seinem Überwachungskomittee anders, nämlich über jeden read-out, informiert wird als Johnson & Johnson, die nur von positiven read outs in Kenntnis gesetzt werden. Stellen sich zwei Fragen:
1. Warum haben die Herren und Damen nicht einfach mal in das schon im September publizierte Studienprotokoll von BioNTech/ Pfizer reingesehen, bevor sie mit ihren "Erkenntnissen" in die Öffentlichkeit gingen?
2. Warum waren sie scheinbar alle so gut über den Ansatz von Johnson & Johnson informiert?
Das hast Du jetzt gesagt. Aber die Idee lag mir zugegebenermaßen auch nicht ganz fern..
Ich denke schon, dass Pfizer ganz ordentlich Lobby-Arbeit machen kann. Die haben bloß wohl gedacht, sie müssen es in diesem Fall nicht, die Daten sprächen für sich. Tja, und dann kommen eben keine Daten..
Bin nur froh, daß sich BioNTech nicht alleine in dieses Haifischbecken begeben hat - die wären da sicher völlig überfordert. Curevac kann sich glücklich schätzen, so spät dran zu sein, dass sie keiner wirklich auf dem Zettel hat. Moderna wird sich vielleicht auch noch wundern, was alles passieren kann, wenn ihr ehemaliger Miteigentümer und jetziger BARDA-Chef Siauoi seine Hand nicht mehr so effektiv über sie halten kann.
Sind beide kein Widerspruch. Die benötigten Daten sind sowieso weitgehend identisch, und sowohl EMA (via PEI) als auch FDA lesen die noch verblindeten Zwischenberichte schon mit, damit sie als Aufsichtsbehörden schnell eingreifen können, falls sich aus ihrer Sicht irgendwo Sicherheitsbedenken auftun. Die FDA wird natürlich von Pfizer übernommen, die EMA dagegen von BioNTech, da teilt sich die Arbeit.
Der einzige wesentliche Unterschied ist, dass die FDA den statistischen Nachweis von mindestens 50% Effektivität fordert. Auf den haben alle heute, leider vergeblich, gehofft.
Für die EMA ist Effektivität erst mal zweitrangig. Sie schaut v.a. auf Sicherheit und Verträglichkeit, und führt anschließend eine Nutzen-Risiko-Bewertung durch. Wenn das Risiko, auf Basis von mehreren zehntausend Probanden, als gering eingeschätzt werden sollte, könnte sie auch eine Impfeffektivität um die 50% schon als nützlich einordnen und vorläufig genehmigen. Macht aus meiner Sicht auch Sinn: Wir haben einige bereits zugelassene CoViD19-Therapieansätze, z.B. Remdesivir, deren Wirksamkeit bislang kaum nachgewiesen ist, die aber das zwanzig- bis hundertfache einer Impfung kosten. In der augenblicklichen Situation wäre selbst 25%iger Impfschutz von Risikogruppen eine enorme Verbesserung.
Nicht dass ich damit solch niedrige Effektivität von BNT161 als neuen Ziel ausrufen will. Ich hoffe nach wie vor auf deutlich über 50% Effektivität, und auch wenn heute keine diesbezüglichen Daten kamen, stimmen da die Phase 1/2a-Ergebnisse und die Tierstudien nach wie vor optimistisch.
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