Autoaktien trotz Krise des Automobilsektors


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sir charles:

Autoaktien trotz Krise des Automobilsektors

 
25.02.02 09:54
Autoaktien trotz Krise des Automobilsektors

Europäische Hersteller auf der Überholspur

Peugeot und VW gehören zu jenen Autoherstellern, die der negativen Entwicklung am Automobilmarkt halbwegs ausweichen können.



2001 war kein gutes Jahr für die Autoindustrie, 2002 wird noch schlechter werden. Vor allem die großen drei in der amerikanischen Autoindustrie, General Motors, Ford und Chrysler, leiden unter der schon vor dem 11. September akut rückläufigen Nachfrage in den USA, und konnten im Vorjahr nur mit teuren (und das Ergebnis belastenden) "Incentives" den Absatz halbwegs ankurbeln. Das wird sich heuer nochmals negativ auswirken, denn viele Amerikaner haben im Vorjahr die Chance genutzt und ihren ohnehin geplanten Autokauf vorgezogen. Doch nicht alle Autohersteller leiden gleichermaßen unter der Krise. Vor allem die europäischen Produzenten befinden sich seit einiger Zeit auf der Überholspur. Ein Grund dafür ist die Technologieführerschaft: Traditionellerweise investieren die europäischen Autokonzerne deutlich mehr in technische Weiterentwicklungen als die Konkurrenz in den USA und in Japan. Ein Umstand, der nun auch honoriert wird. So können am wichtigen US-Markt die Europäer (aber auch die Japaner) deutlich zulegen, was den US-Giganten weitere Probleme bereitet.

Doch auch unter den europäischen Konzernen gibt es deutliche Unterschiede. So hat der italienische Hersteller Fiat (bei dem General Motors schon entscheidend mitredet) mit deutlichen Absatzrückgängen zu kämpfen. DaimlerChrysler kann zwar große Erfolge mit seiner europäischen Automarke Mercedes (und etwas weniger große mit dem Smart) verzeichnen, leidet aber unter der Krise seiner amerikanischen Tochter Chrysler.

Generell gut geht es den Anbietern der sogenannten Premiummarken, also des technisch hochwertigen (und hochpreisigen) Segments. Dazu gehören neben Mercedes noch BMW und Audi.

Aber auch Hersteller von Massenprodukten weisen teilweise eine gute Performance auf. In jüngster Zeit gab es Analystenempfehlungen für die zwei größten europäischen Hersteller, nämlich für Volkswagen und Peugeot. Die Analysen schätzen zwar die Marktentwicklung generell skeptisch ein, sehen aber für beide im wesentlichen eine positive Entwicklung.

Der französische Autoriese PSA (Peugeot, Citroën) konnte im Vorjahr den Absatz um 11,3 Prozent auf 3,25 Mill. Autos steigern und legte auch heuer mit einem Plus von sechs Prozent im Jänner einen Frühstart hin. Für das Gesamtjahr erwartet sich der Konzern ein Plus bei den Verkäufen um drei bis vier Prozent, eine Steigerung der Umsätze um 4,8 bis fünf Prozent und ein operatives Ergebnis von 2,8 bis 2,9 Mrd. Euro (bis 40 Mrd. S).

Bezüglich des Wachstums sei man weniger optimistisch, heißt es dazu in einem Analystenbericht von Morgan Stanley. Man schätze auch das Ergebnis um zehn bis fünfzehn Prozent niedriger ein. Die Nachfrage werde zwar als hoch eingestuft, eine weitere Steigerung der Preise sei aber unwahrscheinlich. Trotzdem sei PSA aber mit neuen Produkten gut aufgestellt. Morgan Stanley bewertet die Aktie mit "Outperform".

Der deutsche Volkswagen-Konzern mit den Marken VW, Audi, Skoda und Seat hat im Vorjahr seinen Absatz um 0,4 Prozent auf 5,08 Mill. Fahrzeuge gesteigert. Ein schwaches viertes Quartal trug dazu bei, daß das angestrebte Ziel von 5,25 Mill. Fahrzeuge nicht erreicht werden konnte.

Während Peugeot vor allem für den europäischen Markt produziert, ist Volkswagen weltweit tätig und so auch von den entsprechenden Schwankungen auf den einzelnen Märkten betroffen. Im Vorjahr hat vor allem die Krise in Südamerika das Ergebnis stark belastet.

Die Empfehlungen der Analysten für den deutschen Weltkonzern sind unterschiedlich. Während ABN-Amro Volkswagen mit "Add" einstuft, halten Goldmann Sachs am Rating "Market Performer" und Merck Fink & Co an "Underperformer" fest. Generell wird Vorsicht empfohlen - zumindest, bis VW selbst einen Ausblick auf die Erwartungen des heurigen Jahres gibt.

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