Dem pflichte ich bei, Cicero. Wenn Kurse stark steigen oder auch fallen, dann hat das in der Regel Ursachen und ich denke, es ist eine Funktion eines Forums, hierüber Gedanken auszutauschen. Was mir an diesem Forum gut gefällt ist, dass der Meinungsaustausch nahezu ausschließlich in einer kollegialen Form erfolgt, durchaus auch kritisch, aber sehr selten im Wege persönlicher Angriffe. Das ist eine spezielle Qualität dieses Forums und seiner Mitglieder ! Und das ist schön !! Das schließt in keiner Weise das Recht auf Kritik aus - sowohl an der Meinung einzelner, als auch an der Arbeit des Vorstandes von AT&S.
Die Positionen in Cutter_Slades2 letztem Posting (
#4461) sind in einigen Bereichen hinterfragenswert und passen nicht in den Umgang, den wir hier in der Regel untereinander pflegen. Jedenfalls in meiner persönlichen Sichtweise. Auch dagegen wollte ich mich in meiner Replik (#4463) wenden.
Eine Position habe ich dort noch nicht angesprochen, der Zorn sollte nicht meine Feder führen. Doch soll es nun nachgeholt sein, für jene, die es lesen wollen. Dabei beziehe ich mich auf den folgenden Abschnitt Cutter_Slades2 (# 4461):
"[....] aus dem Besitz ihrer paar Aktien aber gleichzeitig das Recht ableiten, den Vorstand mit einer arrroganten und selbstherrlichen Erwartungshaltung (Schmähungen bis hin zu teilweise beleidigenden Formulierungen inklusive) anzugehen als wären sie der König der Steiermark."
So möchte ich dazu sagen:
0.
Insoferne ich gemeint sein sollte, was ich aus den Zusammenhängen schließe, so muss ich bekannt geben, dass ich kein Steirer bin (und auch kein Monarchist). Aber ich kenne viele Steirer und schätze sie sehr, sowohl meine Bekannten, als auch die meisten mir persönlich unbekannten Steirer und Steirerinnen
1.
Informations- und Mitbestimmungsrechte sind rechtlich geregelt und kommen auch Kleinaktionären zu. Verantwortung und Verpflichtung trifft den Vorstand auch gegenüber "Kleinstaktionärshansel" (zit.
#4461) da sie Anteile besitzen und - noch viel weiter gedacht als das Gesetz - vielleicht einen Großteil ihrer PERSÖNLICHEN wirtschaftlichen Existenz für ein Unternehmen eingebracht haben. Ich achte das noch viel höher, als wenn ein Milliadär oder ein Fonds ein paar seiner Millionen einbringt - und begründe das Recht auch auf eine WEITGEHENDE kritische Meinung, auch darauf.
2.
Hätten Kleinstaktionäre keine Recht auch auf weitgehende Meinungsäußerung , käme dieses letztlich wohl kaum noch einer physischen Person zu. Selbst Dr. Androsch wäre (abgesehen von seiner Funktion als AR) im Verhältnis seiner PERSÖNLICHEN Aktienzahl im Verhältnis zur Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien nur noch ein Kleinaktionär (als den ich ihn aber nicht sehe !!). Im Ergebnis würden nur noch schwer fassbare juristische Personen herrschen und denken dürfen.
3.
Ganz speziell ein einem FORUM wie diesem, sollte die Anzahl der gehaltenen Aktien keine Voraussetzung für ein "abgeleitetes Recht" (zit 4461) zur Meinungsäußerung sein. Jedenfalls MICH interessiert die Meinung zu AT&S auch von Personen, die vielleicht ÜBERHAUPT KEINE Aktien besitzen, aber Wissen haben. Ich lese hier viele Positionen und schätze ihre Verfasser*innen. Darum nur zwei Beispiele von vielen: würde HZENGER, der, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, seinen gesamten Aktienstand verkauft hat, dennoch eine Meinung posten, so interessiert mich diese. Das gilt auch für CICERO, der vor kurzem und vorübergehend einen Teil (oder alles ?) von seinem Bestand abgegeben hatte.
4.
Schmähungen und Beleidigungen sind auch im Forum einem Vorstand gegenüber SELBSTVERSTÄNDLICH nicht angebracht. Das geschieht aber auch nicht. Kritik, Einordnungen und Erwartungshaltungen sind NICHT per se eine Schmähung oder persönliche Beleidigung. Zum Begriff "Schande" - auf den sich Cutter_Slade2 zu beziehen scheint - verweise ich u.a. auf den DUDEN.
www.duden.de/rechtschreibung/SchandeWenn die Teilnahme an einem Auswahlverfahren (hier: AMD / Glassubstrate) mit / gegen namhaften Mitbewerbern bei einem essentiellen Kunden (AMD) NICHT kommuniziert wird, sondern den Aktionären überlassen bleibt, das aus einer koreanischen Publikation quasi "zufällig" zu erfahren, dann ist das aus meiner Sicht kritikfähig und - jedenfalls in meinen Augen - eine Schande (Duden, 2. Bedeutungsstrang u.a..: "beklagenswerter, empörender, skandalöser Vorgang").
Umsomehr, wenn das Verschweigen in eine Reihe anderer Verschweigungen passt (die KE ist das plakativste Beispiel) und die Aktionäre neuerlich nicht ausreichend informiert werden.
5.
Die Beteiligung an einem solchen Wettbewerb (AMD / Glassubstrate) mit / gegen weltweit namhafte Produzenten, ist außerordentlich POSITIV, weil ein essentieller Kunde (AMD) zu erkennen gibt, dass man AT&S ebenso wie andere, diesbezüglich auf den Prüfstand stellt. Daraus lässt sich ableiten, dass man AT&S für fähig hält, aber die Leistungsfähigkeit unter den Produzenten vergleichen möchte. WENN dem Vorstand von AT&S (noch dazu in Zeiten einer angedachten KE) am Börsenkurs etwas liegt - was es eigentlich "sollte" - dann gehört die Teilnahme an einem solchen Auswahlverfahren und die eigene Position zu einer Technologie der Zukunft, kundgemacht ! Und das auf allen Kanälen. Tut man's nicht, dann KÖNNTE das unter Investoren die Interpretation zulassen, man ginge davon aus, dass man einen solchen Wettbewerb verliert und versucht daher aus diesem Grund das Thema "klein" zu halten. Jedenfalls ist das Schweigen "einzuordnen" - und aus meiner Sicht ist der Begriff "Schande" (Duden 1. Bedeutungsstrang u.a.: "etwas, was jemandes Ansehen in hohem Maße schadet") dafür noch relativ milde.