Verabschiede dich von der Ansicht einer Aktie, also einem physischen Gegenstand. Was du kaufst, ist ein prozentualer Anteil. Dieser ist rechtsverbindlich, sobald dieser Anteil in deinem Depot ist. Wo der herkommt, ist vollkommend wurscht und es ist auch nicht nachvollziehbar, ob der aus dem abartigen amerikanischen Finanzsystem künstlich erschaffen wurde.
Sollte ein Anteil künstlich erschaffen worden sein, dann kann dieser nur durch einen realen, Anteil wieder ausgeglichen werden. Soll heißen, der HF hat über einen MM einen Anteil verkauft, ohne diesen geliehen (Also einen Gegenpart) zu haben oder selbst zu besitzen. Mit der Maßgabe, dass der HF diesen "erschaffenen" Anteil irgendwann mit einem echten Anteil beim MM wieder ausgleicht. Normal sorgen Fristen dafür, dass sowas nicht ausartet. Und genau das passierte bei AMC. Es wurden so viele synthetische Anteile erzeugt, dass diese gar nicht mehr zu den von den HF gewünschten Preisen glattgestellt werden können. Trotzdem sind sie vorhanden und müssen irgendwann wieder verschwinden.
Sollte wirklich die dreifache Menge "künstlich" erzeugt worden sein, ist es meiner Meinung nach den HF nahezu unmöglich, dass wieder ohne erhebliche Probleme (Pleite) auszugleichen. Sie müssten ja den kompletten "richtigen" Bestand drei mal aufkaufen. Wer hat bei AMC den größten Teil der Anteile? Richtig, wir. Wer entscheidet, zu welchem Preis wir verkaufen, auch wir. Und wenn die Freunde Pleite gehen, dann kommen andere für den vom HF verursachten Schaden auf. Die Anteile sind da und haben auch einen Rechtsanspruch. Mit Löschen ist da nix.
Soweit meine simple Logik und Verständnis zu der Sache.
Was das Ganze meiner Meinung etwas hinauszögert, ist die Tatsache, dass AMC mittlerweile durch den Aufstieg in verschiedene Indizes in den breiten Anlagefocus von Fonds und ETF´s gerückt ist. Die decken sich ein und machen zusätzliche Geschäfte mit dem Ausleihen ihrer Anteile. Außerdem wird dadurch die Dynamik von AMC mit dem neuen Investitionsvollumen dem allgemeinen Börsenhandel angeglichen. Also schlechte Nachrichten aus der Wirtschaft, = fallender Kurs. Das war bisher eben nicht ganz so. Da wurde gehalten und gekauft, wurscht welche Nachrichten es gab. Shortattacken
wurde mit Gegenkäufen gekillt.
Positiv ist dabei, dass es mittlerweile mit den Investitionen der finanzkräftigen Institutionen ein sicherer Hafen ist. Eine Pleite wird es für die nächsten paar Jahre mit Sicherheit nicht geben.
Die Augangslage für den Knall hat sich nicht geändert. Es braucht halt Zeit.
Meine Meinung dazu.