Auch wenn ich es in deinem Fall nur äußerst ungern mache, aber der von dir gepostete Post aus einer Telegram - Gruppe, wo im Übrigen, sprich bei Telegram, sowieso tendenziell eher irgendwelche halbgaren Verschwörungstheorien ohne Substanz verbreitet werden, ist im Überwiegenden absoluter Blödsinn.
Aber fangen wir ganz von vorne an. Wie hier bereits von meinen Vorrednern korrekt erwähnt wurde, war das Thema mit den Odd Lots bzw. Round Lots vor ca. 1 1/2 Jahren bereits schon einmal ein ausführlicheres Thema gewesen und das Thema "Odd Lots" hat seine Thematik eigentlich aus Zeiten, wo es den modernen Online- / Computerhandel, so wie er heute besteht, noch nicht gab und zudem war dies hauptsächlich eher eine amerikanische als eine deutsche / europäische Thematik und wie ihr also somit daran bereits erkennt, spielt diese Thematik in der heutigen Zeit, vor allem für uns Deutsche / Europäer, eher eine untergeordnete Rolle und wenn überhaupt, dann spielt dieses Thema eher für die Clearingstellen bzw. Market Maker eine Rolle im Hinblick auf die Abwicklungsgebühren. Denn Odd Lots können für diese u. U. teurer sein als Round Lots, wobei ich vermute, dass dies, aufgrund von mehr oder weniger "Flat Rate" - Gebührenmodelle auch inzwischen eher der Vergangenheit angehört.
Denn Odd Lots, also sagen wir mal z. B. fiktive 123 Stück waren zu Zeiten des klassischen Parketthandels, welchen es so inzwischen ja nahezu nicht mehr gibt, schwieriger auszuführen als Round Lots, denn wenn überwiegend nur Round Lots gehandelt wurden war es somit für den Parketthändler schwieriger sich die verbleibenden 23 Stück aus anderen Odd Lots Aufträgen zuzammen zu suchen oder Round Lots entsprechend aufzuteilen. Daher wurden solche Aufträge gerne mal in der Ausführung zurückgestellt und in der Regel fielen für diese Aufträge dann auch noch höhere Abwicklungsgebühren an. Alles, was es heutzutage nicht mehr wirklich gibt. Denn z. B. ein Blick in das Handelsbuch bei Tradegate zeigt euch, wie heutzutage Odd Lots problemlos zusammengeführt werden. Auch im Orderbuch der Nasdaq ist es nicht viel anders, auch dort finden sich mehr Odd Lots als Round Lots inzwischen. "Dank" elektronischer Handelssysteme.
Wie bereits gesagt, wenn überhaupt dann "schädigt" ihr mit Odd Lots die Clearingstellen / Market Maker, weil die für Odd Lots höhere Abwicklungsgebühren als für Round Lots zahlen müssen, wobei ich dies, wie ebenfalls schon erwähnt, in der heutigen Zeit von Flat Rate Gebührenmodellen eher für unwahrscheinlich halte. Zudem kann hinzu kommen, wenn ihr "unrunde" Kauf- / Verkaufsaufträge einstellt, sprich Odd Lots, dass dann eure Ausführung etwas länger im Vergleich zu Round Lots dauern könnten. Dies wäre aber wohl nur bei Aktien, die ein sehr geringes Handelsvolumen haben, der Fall oder wenn ihr in der Nähe eines Spikes (ver-)kaufen würdet, was ich so auch schon mal bei einem Kauf von Curevac - Aktien hatte, die ich deswegen letztendlich nicht bekommen habe. Ob dies aber an der Odd Lots Thematik lag, darf bezweifelt werden. Zudem bremst ihr mit Odd Lots eher den Hochfrequenzhandel unserer "Freunde" etwas aus, sofern dies für einen Menschen überhaupt spürbar ist.
Was hingegen absoluter Blödsinn ist, ist die 1. Aussage. Es ist zwar Richtig, dass L. u. S. und Tradegate zum Teil mit PFOF arbeiten, aber nicht, um diese dann an oder über Shitadel zu leiten, da Shitadel in Deutschland / Europa keine Clearingstelle / Market Maker ist, sondern um Aufträge an ihre Börsen zu leiten und Tradegate ist eine klassische Lit Börse, da Tradegate quasi die Nasdaq der Deutschen Börse AG ist, und auch L. u. S. ist dies mehr oder weniger, sprich eine Lit Börse. Überhaupt nicht mit Dark Pools zu vergleichen, denn ihr könnt überprüfen, ob eure Aufträge an diesen Börsen, zumindest bei Tradegate, auch über Tradegate ausgeführt wurden, wenn ihr in das Orderbuch direkt auf der Website von Tradegate rein schaut. Also ihr könnt ganz beruhigt weiterhin bei Tradegate und auch bei L. u. S. kaufen, wobei ich aufgrund des höheren Volumens, vor allem im Bezug auf AMC / APE, Tradegate in Deutschland / Europa ganz klar vor allen anderen Börsen bevorzugen würde. Auch, weil es sich bei der Börse wie gesagt um eine 100%-ige Tochter der Deutschen Börse AG, mit Sitz in Berlin, handelt.
Wohingegen der Verfasser, zumindest in der Theorie, Recht hat, dass bei Odd Lots, eure Order evtl. nicht so schnell ausgeführt werden kann wie bei Round Lots, aber wie bereits gesagt, in Zeiten von Hochfrequenzhandel dürfte es sich dabei nur um Sekunden handeln und es ist eher Abhängig vom Handelsvolumen als von der Thematik "Round Lots" vs. "Odd Lots".
Was hingegen erneuter Schwachsinn ist, dass eure Verkaufsorder, welche ihr z. B. bei Tradegate aufgebt, dann gezielt und gebündelt an die öffentlichen US Börsen weitergeleitet werden. Wenn ihr euren Broker beauftragt, eure Aktien an der Börse Tradegate z. B. zu verkaufen, dann MUSS euer Broker, bis auf ganz wenige und seltene Ausnahmen, dies auch tun und ihr seht es z. B. auch ob euer Auftrag an der von euch ausgewählten Börse ausgeführt wurde oder nicht, wenn ihr in das Handelsbuch der Börse schaut und auch in eurer Abrechnung von eurem Broker steht drin, an welcher Börse zu welcher Uhrzeit und am welchen Tag euer Auftrag ausgeführt wurde.
Das was der Verfasser hier bezüglich der (Ver-)Kaufsorder beschreibt, dies könnte der Fall bei amerikanischen PFOF - Brokern sein, aber nicht bei europäischen / deutschen Brokern, wo man eine fixe Börse, wie z. B. Tradegate, in seinem Auftrag vorgibt. Andernfalls würde nämlich der Broker vertragsbrüchig werden und dies könnte dann u. U. Schadensersatzforderungen nach sich ziehen und ich hatte es bisher noch nie, dass ein Auftrag von mir nicht an der von mir vorgegebenen Börse ausgeführt wurde.
Auch die 2. Aussage des Verassers ist vollkommener Blödsinn. Wie bereits zuvor ausgeführt, Odd Lods sind alles Aufträge, welche nicht durch 100 teilbar sind und somit wäre z. B. 123 Stück auch schon ein Odd Lod, genauso wie 101 oder 99, und jede gehandelte Aktie beeinflusst den Kurs an den öffentlichen Börsen. Also ihr könnt somit weiterhin beruhigt und guten Gewissens auch unrunde Stücke kaufen. Inwiefern z. B. 1387 Stück die Preisbildung bei z. B. 50 Millionen gehandelten Aktien pro Tag beeinlussen, darüber kann man sowieso trefflich streiten. Letzendlich bilden die 50 Millionen Stück am Ende des Tages den Kurs und die 1387 Stück sind somit nur ein Teil davon.
Zu der 3. Aussage des Verfassers kann man nur wieder erstaunt feststellen, welches "Fachwissen" dieser zu haben scheint. Denn Tradegate ist eine normale, öffentliche Börse, genauso wie Frankfurt, München, etc.. Denn wie bereits gesagt, handelt es sich dabei um die "Nasdaq" der Deutschen Börse AG und Shitadel wird hier gar nix, weil Shitadel, wie bereits erwähnt, in Deutschland / Europa kein MM / Clearingstelle ist. Wenn ihr z. B. über Tradegate kauft, dann werde eure Aufträge nahezu zu 100% von der Clearstream AG, ebenfalls eine Tochter der Deutschen Börse AG, gecleart und nicht von Shitadel.
Erst wenn ihr eure Aktien direkt in Amerika kauft, dann könntet ihr Gefahr laufen über Shitadel gecleart zu werden. Dieses Risiko, sprich das Shitadel eure Aufträge in seine Dark Pools umleitet, könnt ihr dadurch minimieren, dass ihr bei euren Aufträgen die NYSE als Börse vorgibt und nicht so etwas wie Smart Routing oder ähnliches wählt. Zudem könnt ihr eure Aufträge auch im Orderbuch der NYSE nachvollziehen, sprich, ob euer Auftrag an der NYSE ausgeführt wurde und auch ein Blick in eueren Abrechnungsauftrag eures Brokers sollte euch hier Klarheit verschaffen, wo ihr gehandelt habt.
Wohingegen der Verfasser Recht hat, wenn wir weltweit unsere Nachkäufe koordinieren würden, dann könnten wir mit unseren Nachkäufen durchschlagskräftiger werden, aber dies ist dann ja wieder ein komplett anderes Thema und dazu bedarf es dann auch einem Art weltweiten Anführer, ähnlich einem Elon Musk (wobei ich damit jetzt nicht meine, dass wir Elon Musk brauchen; auf gar keinen Fall).
Also, lasst euch nicht von dem unqualifizierten Telegram Post verunsichern und kauft weiterhin ganz normal eure Aktien, so wie ihr es auch bisher getan habt, sofern ihr es in Deutschland und dort vorwiegend bei Tradegate getan habt. Es ist aber auch genauso in Ordnung, wenn ihr eure Aktien bei L. u. S. und in Frankfurt oder wo weiß ich gekauft habt. Auch direkt in Amerika ist es in Ordnung, sofern ihr dann immer die NYSE (Nasdaq bei anderen Aktien) als Handelsplatz für eure Aufträge fix vorgebt und notfalls könnt ihr ja euren Broker / Bank fragen, wer in Amerika für euren Broker / eure Bank die Aufträge an der NYSE / Nasdaq cleart, sofern euch dies interessiert.
Und wie bereits gesagt, Odd Lods sind wenn eher für die Clearingstellen / Market Maker ein Problem als für uns und ein ganz kleines bisschen bremsen diese auch den Hochfrequenzhandel unserer "Freunde" aus, weil dann nämlich das Handelssystem mehr rechnen muss als bei Round Lots und Rechnen benötigt halt nun einmal Zeit. Insgesamt jedoch gesehen, wird diese Thematik aber keinem allzu großen Einfluss auf unseren Klassenkampf haben. Da würde es an anderer Stelle viel wichtigere Stellschrauben geben als diese Thematik.
Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt, sehr wahrscheinlich wieder in der Nacht, auch noch mal etwas zu dem Thema Cryptos schreiben.
Wie immer, lediglich meine ganz persönliche Meinung zu dieser ganzen Thematik hier.