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Novo-Nordisk-Aktie schon wieder unter Druck: Ist das jetzt die Rettung?

Die Anteile des dänischen Pharmaunternehmens können sich dem schwachen Gesamtmarktumfeld nicht entziehen. Bringt eine neue Meldung die Wende?
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Novo Nordisk ist ein dänisches Pharmaunternehmen, das auf Diabetes- und Hormontherapien spezialisiert ist.
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Novo Nordisk im Abwärtssog: Pharmabranche bietet keine Rettung

Der Iran-Krieg hat die weltweiten Aktienmärkte auch in der vergangenen Woche in Atem gehalten. Die explodierenden Energiepreise lassen eine Stagflation befürchten, während Händlerinnen und Händler inzwischen auf eine Zinserhöhung der Fed im kommenden Sommer wetten, was weiteren Gegenwind für den historisch teuren Markt bedeuten würde.

In solchen Krisenphasen setzen Investoren verstärkt auf defensive Basiswerte. Dazu gehört auch die Gesundheits- und Pharmabranche, die schon im vergangenen Jahr ein Outperformer war. Aufgrund der operativen Herausforderungen des Unternehmens konnte die Aktie von Novo Nordisk von dieser Entwicklung jedoch nicht profitieren.

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Die handelt gegenüber dem Jahreswechsel mit einem Minus von 28,0 Prozent. Allein im vergangenen Monat büßte das Papier am Handelsplatz XETRA 21,3 Prozent an Wert ein, was die Schwäche der Dänen eindrucksvoll unterstreicht.

Abnehmpräparate auch zur Behandlung psychischer Erkrankungen geeignet?

Zumindest am Freitag schlug sich das Papier etwas weniger schlecht als der breite Markt, der erneut unter Druck steigender Energiepreise und hohen Anleiherenditen stand.

Novo Nordisk profitierte von einer Meldung, wonach GLP-1-Präparate nicht nur bei der Gewichtsreduktion helfen, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur psychischen und emotionalen Gesundheit von Patientinnen und Patienten leisten können.

Ein Forschungsverbund aus der Universität Ostfinnland, dem Karolinska-Institut in Stockholm und der australischen Griffith University stellte fest, dass die Einnahme von Semaglutid das Risiko psychischer Erkrankungen um bis zu 42 Prozent senken kann. Bei Depressionserkrankungen sank das Risiko sogar um 44 Prozent.

Auch die Gefahr von Suchterkrankungen sinkt im Zusammenhang mit der Einnahme von GLP-1. In der unter über 95.000 Probandinnen und Probanden durchgeführten Studie sank die Zahl von Krankschreibungen und Krankenhausaufenthalten um 47 Prozent.

Allerdings warnten die Urheberinnen und Urheber der Studie vor dem voreiligen Schluss, dass der Gewichtsverlust für die verbesserte psychische Gesundheit verantwortlich sei.

Berichte über unerwünschte Nebenwirkungen und langfristige Folgen nehmen zu

Die neue Studie bestätigte bereits bestehende Forschungsergebnisse, wonach Medikamente wie Wegovy, Ozempic und Zepbound zu einer verbesserten emotionalen und psychischen Gesundheit führen, was sie zu einem Kandidaten auch für die Behandlung von Krankheitsbildern wie Depressionen machen könnte. Das würde einen deutlich größeren als bislang angenommenen Zielmarkt bedeuten.

Allerdings sind die langfristigen Folgen der Einnahme von GLP-1-Präparaten noch vergleichsweise unerforscht. Dass die Nebenwirkungen bei einer dauerhaften Einnahme größer als befürchtet sein könnten, legt eine weitere, am Freitag im Fachmagazin BMJ Medicine veröffentlichte Studie nahe.

Demnach kann das Absetzen von GLP-1-Präparaten zu einem erhöhten Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Eine von der Washington University School of Medicine unter 333.000 US-Veteraninnen und -Veteranen durchgeführte Studie kam zum Ergebnis, dass ein Behandlungsende das Risiko für Herzattacken, Schlaganfällen und Tod um bis zu 22 Prozent steigert. Die Gefahr ist umso größer, je länger das Behandlungsende her ist.

Auch das zwischenzeitliche Absetzen führten zu einem statistisch signifikanten Erkrankungsrisiko (4 bis 8 Prozent). Noch unerforschte Nebenwirkungen bei einer dauerhaften Einnahme könnten daher kurz- und mittelfristige Vorteile über die Gewichtsreduktion hinaus zunichtemachen, was wiederum für einen kleineren Zielmarkt (Total Adressable Market; TAM) sprechen würde.

Keine Trendwende in Sicht: Die Aktie könnte jederzeit auf neue Tiefs fallen

Da sich Novo Nordisk dem schwachen Gesamtmarktumfeld nicht entziehen konnte, ist die Gefahr weiterer Verluste hoch. Die ohnehin nur zaghafte Zwischenerholung ist fast vollständig wieder abverkauft, sodass angesichts der schwachen technischen Indikatoren jederzeit neue Mehrjahrestiefs angelaufen werden könnten.

Zwar liegen sowohl im Relative-Stärke-Index (RSI) als auch im Trendstärkeindikator MACD erste Aufwärtstrends vor, die für bullishe Divergenzen sorgen und damit Indizien für eine Trendwende liefern könnten, allerdings könnten diese rasch neuen Tiefs der Aktie zum Opfer fallen. Erste prozyklische Kaufsignale würden sich dagegen erst oberhalb von 300 Dänischen Kronen (DKK; 40,15 Euro) ergeben. Für einen Kursanstieg in diesen Bereich gibt es aktuell aber noch keine Anhaltspunkte.

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Fazit: Das dürfte nicht reichen, abwarten oder Alternativen erwägen

Neue Studiendaten erhärten den Verdacht, dass GLP-1-Präparate wie die von Novo Nordisk auch zur Behandlung von psychischen Erkrankungen geeignet sein könnten. Die zusätzlichen Behandlungsoptionen könnten für einen noch größeren Markt der Blockbuster-Medikamente sorgen. Allerdings wächst auch die Zahl der Berichte über unerwünschte Folgen der langfristigen Einnahme.

Auf den ersten Blick erscheint Novo Nordisk mit einem KGVe von 11,3 für 2026 und einer Dividendenrendite von 4,5 Prozent attraktiv bewertet. Allerdings hat das Unternehmen selbst vor rückläufigen Erlösen und Gewinn gewarnt, während die Pipeline angesichts enttäuschender Studiendaten möglicher GLP-1-Nachfolger stockt. Die Bewertung ist daher unter Vorbehalt zu genießen.

Anlegerinnen und Anleger, die innerhalb der Pharmabranche auf der Suche nach einem Value-Schnäppchen mit weniger schlechter Stimmung sind, sollten sich statt bei Novo Nordisk lieber bei Pfizer umsehen, wo auch die Dividendenrendite höher ist.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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