- General Mills bietet eine Dividende von 6,5 Prozent.
- Die Aktie hat fast 60 Prozent ihres Wertes verloren.
- Der Gewinn pro Aktie soll um bis zu 20 Prozent sinken.
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US-Lebensmittelhersteller: Beliebte Dividendenzahler in der Dauerkrise!
Wie viele Branchen, die nichts mit dem KI-Boom zu tun haben, befindet sich aktuell auch die US-Lebensmittelindustrie in der Krise. Hohe Lebenshaltungskosten zwingen Verbraucherinnen und Verbraucher immer häufiger zum Sparen. Sie greifen wie in anderen Teilen der Welt längst üblich verstärkt zu den günstigen Handelsmarken der Einzelhandelsriesen Costco und Walmart während Markenprodukte auf der Strecke bleiben.
Gleichzeitig kämpft die Branche mit stark steigenden Kosten für Energie und Agrarprodukte, was neben dem Umsatzwachstum auch die Margen unter Druck setzt. An der Börse wird das mit anhaltenden Kursverlusten quittiert. Eigentlich als defensive Anlagen in unsicheren Zeiten geschätzt, befinden sich Aktien wie Campbell's, General Mills und Kraft Heinz in hartnäckigen, inzwischen mehrjährigen Bärenmärkten.
Fallende Aktienkurse, steigende Dividendenrenditen
Viele Titel der Branche sind als langfristig zuverlässige Dividendenzahler bekannt. Diese blieben trotz der operativen Schwächen in den vergangenen Jahren bislang unangetastet. Die Talfahrt der Aktienkurse hat daher für außerordentlich hohe Dividendenrenditen gesorgt.
Ein Beispiel hierfür ist der Spezialist für abgepackte Lebensmittel General Mills (in der DACH-Region bekannt für die Marken Knack und Back sowie Häagen Dazs), der seine Anlegerinnen und Anleger seit mehr als 100 Jahren mit einer Ausschüttung belohnt, wenngleich diese nicht immer kontinuierlich gewachsen ist.
Gegenüber ihrem Allzeithoch bei mehr als 90 US-Dollar hat die Aktie in den vergangenen knapp 3 Jahren fast 60 Prozent ihres Wertes verloren. Am Donnerstag fiel sie sogar auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2018. Dadurch liegt die Dividendenrendite inzwischen bei stolzen 6,5 Prozent. Das sollte bei ausschüttungsorientierten Investoren eigentlich zu Begehrlichkeiten führen.
Die Schwäche kommt nicht von ungefähr
Tatsächlich zieren sich potenzielle Käuferinnen und Käufer der Aktie bislang, denn die Kursschwäche kommt nicht von ungefähr. Die Erlöse und Gewinne sind hier inzwischen rückläufig. Gleichzeitig erwartet das Management nach den am Mittwoch vorgelegten Quartalszahlen fortgesetzte Schwäche und einen Rückgang der organischen Erlöse um bis zu 2 Prozent, während der bereinigte Gewinn pro Aktie im laufenden Geschäftsjahr sogar um bis zu 20 Prozent zurückgehen soll.
Zwischenzeitliche Hoffnungsträger wie das Geschäft mit Tiernahrung, darunter mit der Hundefuttermarke Blue Buffalo eine der wachstumsstärksten der USA, haben sich ebenfalls als Rohrkrepierer entpuppt. Nur das internationale Geschäft macht aktuell noch Hoffnung. Sollte es im Zuge des Iran-Krieges allerdings zu einem nachhaltigen Inflationsschock kommen, dürfte auch dieser Hoffnungsschimmer schwinden.
Eine Erholung der Geschäfte hat das Unternehmen erst für 2027 in Aussicht gestellt. Bis dahin sollen weitere Restrukturierungs- und Divestmentmaßnahmen die Ertragslage stärken. Billig ist das allerdings nicht. In den vergangenen Monaten beliefen sich die Kosten für Transformationsmaßnahmen auf knapp 163 Millionen US-Dollar.

Neues Mehrjahrestief und kein Ende in Sicht?
Die anhaltenden Kursverluste demonstrieren den Vertrauensverlust von Investoren in die Fähigkeit des Unternehmens, im aktuell schwierigen Marktumfeld einen operativen Turnaround herbeizuführen. Die Aktie befindet sich in einem hartnäckigen Abwärtstrend und droht nun dessen Unterkante zu erreichen.
Von deutlich niedrigeren Notierungen trennt die Aktie aktuell nur noch ein Tief bei 36,40 US-Dollar. Wird auch dieses unterschritten, könnte General Mills (General Mills Aktie) angesichts der ausgeprägten technischen Schwäche sogar bis 30 US-Dollar fallen. Allerdings deutet der Chart auch darauf hin, dass die Aktie inzwischen überverkauft ist.
KGV bald einstellig: Bewertung zum Kampfpreis
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung ergibt sich ein günstiges Gesamtbild. Für das laufende Geschäftsjahr ist General Mills mit dem 10,9-Fachen seiner erwarteten Gewinne bewertet. Das liegt um knapp 32 Prozent unter dem 5-Jahres-Mittel von 16,0 sowie um 25,5 Prozent unter dem Branchendurchschnitt von 14,6. Ein KGVe von 10,9 entspricht außerdem einer Gewinnrendite von 9,2 Prozent. Daraus ergibt sich gemeinsam mit der Dividende von 6,5 Prozent eine Gesamtrendite von 15,7 Prozent. Das ist im aktuell teuer bewerteten Gesamtmarkt ein attraktives Gesamtpaket.
Vor der Krise war General Mills ein überaus erfolgreiches Unternehmen. Selbst nach der operativen Verschlechterung ist der Konzern daher in der Lage, seinen Aktionären hohe Mittelzuflüsse zu generieren. Das Kurs-Cashflow-Verhältnis liegt aktuell bei knapp 9, was einer Cashflow-Rendite von 11,1 Prozent entspricht. Das genügt, um die Deckung der Dividende sicherzustellen und gleichzeitig Schulden zu tilgen sowie eigene Aktien zurückzukaufen. Die Aktie ist gegenwärtig ein klassischer Value-Wert.
Fazit: Dividenden-Falle? Die Gefahr ist leider hoch!
Allerdings besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich General Mills in den kommenden Jahren zu einer sogenannten Value- beziehungsweise Dividenden-Falle entwickeln dürften. Darunter werden Werte verstanden, die zwar günstig zu haben sind und eine hohe Ausschüttung bieten, die gleichzeitig aber nicht ausreichend ist, um eine dem Gesamtmarkt entsprechende Rendite zu bieten, was zu Opportunitätskosten führt.
Grund für diese Annahme ist die Beobachtung, dass sich für keines der operativen Probleme eine schnelle Lösung abzeichnet. Selbst wenn der Ölpreis wieder fällt, dürften Agrarrohstoffe teuer bleiben, da sich aktuell ein El-Nino-Jahr abzeichnet, das zu weltweiten Ernteausfällen führen könnte. Auch die Lebenshaltungskostenkrise in den USA erweist sich als äußerst hartnäckig. Der Trend zu günstigen Handelsmarken dürfte daher selbst in den markenbewussten Vereinigten Staaten anhalten.
Die Aktie von General Mills ist daher aktuell nur für hartgesottene Fans des Unternehmens und Antizykliker geeignet. Wer als Anlegerin, als Anleger eine vergleichbar hohe Dividendenrendite bei besseren Geschäftsaussichten erwerben will, sollte sich lieber beim Pharmakonzern Pfizer (6,3 Prozent) oder dem US-Immobilieninvestitionsfonds (REIT) EPR Properties (~7,0 Prozent) umsehen.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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