Interessentensuche für E-Card läuft auf Hochtouren
Bis zum Herbst soll entschieden werden, wer das Projekt nun umsetzt
Wien - Eine ganze Reihe von Interessenten buhlen um den 90-Millionen-Euro Auftrag zur Chipkarte, die künftig als Ersatz zum Krankenschein gelten soll. Trotz Geheimhaltung sickerte bereits durch, wer sich bewerben wird.
Es sind dies im Wesentlichen die Unternehmen, die bei der Erstausschreibung 2000/01 nicht zum Zug gekommen waren: Da ist einmal ein Konsortium - bestehend aus Telekom Austria, IBM und Konsortialführer Siemens -, das sich für den größten Block, die Ausschreibung zur zentralen Software, bewirbt, mit der die Versicherungsdaten übernommen werden. "Unsere Gruppe besteht aus den Marktführern in den relevanten Bereichen", sagt dazu Siemens-Konzernsprecher Karl Strasser.
Auch der Technologiekonzern HP will mitmischen. Neu in den Interessentenkreis ist das Bundesrechenzentrum (BRZ) eingetreten, das bereits mit der Einführung des elektronischen Akts (Elak) in den Ministerien betraut wurde. Schlussendlich sollen drei bis fünf Bewerber zur Angebotslegung eingeladen werden.
Von der Art der Bewerbungsunterlagen wird abhängig sein, ob es dann zu weiteren Teilausschreibungen zu den Bereichen Hardware und Lesegeräte für die 13.000 Vertragsärzte sowie zur Karte selbst kommt, heißt es aus dem Hauptverband. Auch sei möglich, dass Teile der Arbeit des Konsortiums EDS/Orga weiter verwendet werden.
Schlummerfunktion
Entgegen anders lautenden Gerüchten will die Firma Europay nicht mitmachen, obwohl die Betreiberfirma der Maestro-Karten - der ehemaligen Bankomatkarten - mit sechs Millionen Karten am Markt Know-how im Bereich Netzwerk, Sicherheit und Logistik hat. "Das müssen wir erst mit den Banken, unseren Eigentümern, diskutieren", sagt Europay-Geschäftsführer Ewald Judt. "Derzeit geht aber nichts, wir haben die nächsten Chips für die Karten, die 2004 bis 2007 im Umlauf sein werden, bereits geordert, und die hätten zu wenig Speicher für zusätzliche Funktionen." Bei den Maestro-Karten wird auch eine digitale Signatur, allerdings nur als "Schlummerfunktion", integriert sein. Von den ausgebenden Banken wird abhängig sein, ob die Signatur auch aktiviert.
Signaturfähig wird auch die E-Card sein, die ab 2004 (flächendeckend ab Mitte 2005) zum Einsatz kommt. Der Kartenchip wird ein Speichervolumen von 32 KB haben. Damit wäre es auch möglich, wenig speicherintensive Daten für Notfälle (vorstellbar wäre Blutgruppe oder Hinweise auf Diabetes u. ä.) neben Namen und Sozialversicherungsnummer aufzunehmen. Allerdings gibt es für solche Notfallsdaten noch keine entsprechende ministerielle Verordnung. (Johanna Ruzicka, Der Standard, Printausgabe, 05.06.2003)
Bis zum Herbst soll entschieden werden, wer das Projekt nun umsetzt
Wien - Eine ganze Reihe von Interessenten buhlen um den 90-Millionen-Euro Auftrag zur Chipkarte, die künftig als Ersatz zum Krankenschein gelten soll. Trotz Geheimhaltung sickerte bereits durch, wer sich bewerben wird.
Es sind dies im Wesentlichen die Unternehmen, die bei der Erstausschreibung 2000/01 nicht zum Zug gekommen waren: Da ist einmal ein Konsortium - bestehend aus Telekom Austria, IBM und Konsortialführer Siemens -, das sich für den größten Block, die Ausschreibung zur zentralen Software, bewirbt, mit der die Versicherungsdaten übernommen werden. "Unsere Gruppe besteht aus den Marktführern in den relevanten Bereichen", sagt dazu Siemens-Konzernsprecher Karl Strasser.
Auch der Technologiekonzern HP will mitmischen. Neu in den Interessentenkreis ist das Bundesrechenzentrum (BRZ) eingetreten, das bereits mit der Einführung des elektronischen Akts (Elak) in den Ministerien betraut wurde. Schlussendlich sollen drei bis fünf Bewerber zur Angebotslegung eingeladen werden.
Von der Art der Bewerbungsunterlagen wird abhängig sein, ob es dann zu weiteren Teilausschreibungen zu den Bereichen Hardware und Lesegeräte für die 13.000 Vertragsärzte sowie zur Karte selbst kommt, heißt es aus dem Hauptverband. Auch sei möglich, dass Teile der Arbeit des Konsortiums EDS/Orga weiter verwendet werden.
Schlummerfunktion
Entgegen anders lautenden Gerüchten will die Firma Europay nicht mitmachen, obwohl die Betreiberfirma der Maestro-Karten - der ehemaligen Bankomatkarten - mit sechs Millionen Karten am Markt Know-how im Bereich Netzwerk, Sicherheit und Logistik hat. "Das müssen wir erst mit den Banken, unseren Eigentümern, diskutieren", sagt Europay-Geschäftsführer Ewald Judt. "Derzeit geht aber nichts, wir haben die nächsten Chips für die Karten, die 2004 bis 2007 im Umlauf sein werden, bereits geordert, und die hätten zu wenig Speicher für zusätzliche Funktionen." Bei den Maestro-Karten wird auch eine digitale Signatur, allerdings nur als "Schlummerfunktion", integriert sein. Von den ausgebenden Banken wird abhängig sein, ob die Signatur auch aktiviert.
Signaturfähig wird auch die E-Card sein, die ab 2004 (flächendeckend ab Mitte 2005) zum Einsatz kommt. Der Kartenchip wird ein Speichervolumen von 32 KB haben. Damit wäre es auch möglich, wenig speicherintensive Daten für Notfälle (vorstellbar wäre Blutgruppe oder Hinweise auf Diabetes u. ä.) neben Namen und Sozialversicherungsnummer aufzunehmen. Allerdings gibt es für solche Notfallsdaten noch keine entsprechende ministerielle Verordnung. (Johanna Ruzicka, Der Standard, Printausgabe, 05.06.2003)