@alle Schröder/Stoiber Fans o.T.


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Slater:

@alle Schröder/Stoiber Fans o.T.

 
19.09.02 09:59
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Slater:

ach ja hier der Text

 
19.09.02 09:59
Das Kapital: Anleger, hört die Signale

Zumindest eins ist sicher: Wer auch immer am Sonntag gewinnt, wird spätestens 2006 abgewählt. Allen Parteien fehlt der nötige Mut zu unpopulären Reformen - von der Kompetenz ganz zu schweigen. So wird sich Deutschland von der auf absehbare Zeit schwachen Weltwirtschaft nicht abkoppeln.

Dass die SPD stolz auf den Zuwachs an freigestellten Betriebsräten verweist, sagt zu dieser Alternative eigentlich schon alles. Ein Wechsel könnte die Stimmung kurzfristig aufhellen, vor allem unter ausländischen Anlegern, die sich zuletzt vom Dax abgewendet haben. Nur sind die Unionsversprechen zur Steuerreform mangels Finanzierungsvorschlägen mit Vorsicht zu genießen. Tendenziell sollten die verfügbaren Einkommen aber steigen, wovon konsumnahe Sektoren profitierten. Vor allem dem Einzelhandel würden zudem die Erleichterungen bei Zeitarbeit und befristeter Beschäftigung helfen.

Banken und Finanzdienstleistern wird von der CDU ein Aufschwung durch die stärkere Selbstbeteiligung bei den Renten in Aussicht gestellt. Andererseits würden sie unter der Wiedereinführung der Kapitalertragsteuer leiden. Wie beispielsweise die Versorger gerieten sie außerdem unter Druck, sich noch 2003 von Beteiligungen zu trennen. Immerhin könnten RWE und Eon ihre Atomkraftwerke länger betreiben, was vor allem bei den schon abgeschriebenen Anlagen lukrativ wäre. In der Haut der am Neuen Markt gelisteten alternativen Versorger wollte man dann lieber nicht stecken.


Die von der CDU vorgeschlagene Begrenzung der Verlustvorträge würde hingegen alle Branchen belasten. Und zu den wirklich wichtigen Fragen wie dem Kündigungsschutz oder der Entschlackung des Staatsapparates hört man ohnehin so gut wie nichts. Selbst bei der Mitbestimmung strebt die CDU nur eine Modernisierung an - um die "Vielfalt der Arbeitnehmer-Interessen zu wahren". Völker, hört die Signale.



Hershey


Bitter geht es auch in US-Wahlkämpfen zu. Jetzt hat die Hershey-Stiftung den Verkauf ihres Schoko-Imperiums gestoppt. Dabei hätte Wrigley 12,5 Mrd. $ hingelegt. Ein süßes Angebot, obwohl der Kaugummiriese teils mit Aktien zahlen wollte. Der 28fache 2002er Gewinn wäre ein stolzer Preis für Schokolade, die nach einer Enthüllung des "Economist" aus saurer Milch gemacht wird.


Den Deal haben die guten Bürger der Stadt Hershey mit tatkräftiger Unterstützung von Pennsylvanias Generalstaatsanwalt Mike Fisher verhindert. Der hat zwar noch im Dezember gefordert, die Hershey-Stiftung möge ihr Vermögen breiter streuen. Aber seit Fisher Gouverneur werden will, sind solche Binsenweisheiten nebensächlich. Schade, denn auf sich allein gestellt hat Hershey geringe Chancen, das karge Absatzwachstum von zuletzt einem Prozent zu steigern.


Immerhin hat Nestlé die Kritik an teuren Käufen Ernst genommen. Zusammen mit Cadbury hätten die Schweizer vertretbare 10,5 Mrd. $ geboten. Auch bei Adams dürfte sich Nestlé zurückhalten. Über die Kaugummisparte von Pfizer weiß man nur, dass sie 1999 bei 2 Mrd. $ Umsatz einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 240 Mio. $ erzielte. Seither dürfte Adams kaum gewachsen sein. Der erhoffte Kaufpreis von 4 Mrd. $ würde also im Schnitt vergleichbarer Deals liegen. Mehr dürfte nur der etwas megalomane William Wrigley jr. bieten. Aus kartellrechtlichen Gründen bräuchte der indes einen Partner für das US-Geschäft. Ein Kandidat wäre Hershey. Was tut man nicht alles, um zu diversifizieren.



Oracle


Larry Ellison beginnt zu orakeln. Bei der Präsentation der Zahlen für das erste Quartal des Fiskaljahres 2003 sprach er zunächst davon, dass der Gewinn je Aktie im Geschäftsjahr um einen Penny sinkt. Dann hieß es, die Umsätze hielten sich, während die Margen eher stiegen. Zuvor hatte Finanzchef Jeff Henley einen Rückgang des Gewinns je Aktie von ein paar Cent angedeutet. Der typische optimistische Grundton jedenfalls ist dahin.


Aber davon abgesehen, dass die Lizenzeinnahmen mit Rückgängen von 23 Prozent weiterhin im freien Fall sind: Steckt nicht alles Ungemach inzwischen in der Aktie drin, die nach den neuen Schätzungen noch mit dem knapp 19fachen des für das Kalenderjahr 2003 geschätzten Gewinns von 43 Cent notiert? Angesichts der enormen Mittelzuflüsse - auch nach Investitionen - ist das auf Grund der langfristigen Wachstumsaussichten vorderhand der Fall, trotz des schärferen Wettbewerbs bei Datenbanken und Anwendungen. Nur werden eben auch bei Oracle die Mitarbeiter zu einem guten Teil mit Optionen bezahlt. Wären diese als Gehalt verbucht worden, hätte man selbst im Rekordjahr 2001 nur 34 statt 44 Cent je Aktie verdient. Das entspricht einem KGV von rund 24. Da braucht es kein Orakel, um zu erkennen, wie teuer die mit dem 4fachen Umsatz bewertete Firma noch immer ist.



© 2002 Financial Times Deutschland
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