Aktien-Volksaufklärung - und dann falsch...


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Vermeer:

Aktien-Volksaufklärung - und dann falsch...

 
21.06.09 19:16
Ich hätte gern mal einen Thread, in dem die Fälle gesammelt und diskutiert werden, wo die Presse oder Nachrichtenredaktionen großmächtig als Aufklärer für das ahnungslose Volk auftreten und "erklären" wie das mit den Akzien so ist, ... und dann schlimme Schnitzer publiziert werden, die von Ahnungslosigkeit am meisten bei den Volksaufklärern zeugen.
Das fällt mir so oft auf...
Mit Schaudern erinnere ich mich an einen Anlass vor einigen Jahren, als Altana sich selbst mehrheitlich verkaufte, daher eine Sonderausschüttung von, ich weiß nicht mehr, ca. 60% des Aktienwerts ankündigte -- und ard-boerse schrieb, die Aktionäre würden hier mit einer Sonderdividende "verwöhnt".  Grausam und gemeingefährlich!

Aber manchmal denk ich vielleicht nur hoppla, und die Volksaufklärer hatten doch recht, solte man dann auch diskutieren...
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Vermeer:

Der heutige Anlass: Spiegel online

 
21.06.09 19:35
www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,631391,00.html

Der Wirtschafts-Spiegel "erklärt" wie man einen günstigen Einstieg bei Aktien findet. Man solle in den Verwerfungen krisenhafter Zeiten wie jetzt eher nicht das KGV anscheuen.
O-Ton Spiegel: "... Als Orientierungshilfe deutlich besser geeignet ist nach Ansicht des Experten daher zurzeit das Verhältnis vom Kurs zum Buchwert"
(aha, der Journalist hat mit 1 Experten gesprochen). Und:
"Dabei gilt: Liegt das KBV über eins, so bewertet die Börse ein Unternehmen höher, als es der eigentliche Substanzwert rechtfertigt, der sich vor allem der Bilanz entnehmen lässt. Ein KBV von weniger als eins dagegen deutet auf eine Unterbewertung hin. Allein die Liquidierung aller Vermögenswerte w Aufgepasst, schon ein Blick in Wikipedia würde zeigen, dass der Buchwert NICHT der Liquidationswert oder Substanzwert ist.

Mich ärgert die Attitüde, mit der Journalisten und Magazine dann so publizieren, denn beim Geld und bei der Anlageberatung hört der Spass definitiv auf. Ok-ok, Journalismus ist schwierig, jeden Tag was neues und immer alles schnell-schnell. Aber wie kann jemand Wirtschaftsjournalist sein, wenn er solche Sachen nicht rafft?

Mich ärgerts sowas zu lesen wenn sogar ich es besser weiß, und ich bin ein Wirtschafts-Laie. Ich bring das hier an, gerade weil ich gar nicht der Durchblicker bin.

Würden die Experten nicht eigentlich sagen, dass der Buchwert tendenziell mehr Luftblasen enthält als der ausgewiesene Gewinn? Scheint mir doch schon so.
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Vermeer:

in #2 ist durch Paste Text verloren gegangen

 
21.06.09 19:40
#2 ist durch Paste Text verloren gegangen">
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Vermeer:

nochmal die entscheidende Stelle

 
21.06.09 19:41
Spiegel: "Dabei gilt: Liegt das KBV über eins, so bewertet die Börse ein Unternehmen höher, als es der eigentliche Substanzwert rechtfertigt, der sich vor allem der Bilanz entnehmen lässt. Ein KBV von weniger als eins dagegen deutet auf eine Unterbewertung hin. Allein die Liquidierung aller Vermögenswerte würde theoretisch mehr einbringen, als die Aktionäre dem Unternehmen in so einem Fall an Wert zumessen."

Vermeer: Aufgepasst, schon ein Blick in Wikipedia würde zeigen, dass der Buchwert NICHT der Liquidationswert oder Substanzwert ist.

etc.
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Vermeer:

boerse-ard

 
22.06.09 09:52
"Lufthansa vor Gewitterfront
Die Aktie der Lufthansa rauscht heute abwärts. Die Gewinnwarnung vom Freitag belastet. Die Fluggesellschaft befürchtet rote Zahlen. [mehr]"

...über so was macht man keine faulen Witze !!
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Vermeer:

schon wieder der Spiegel

 
06.07.09 19:52
Glaubt Ihr das??
www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,634170,00.html
Ein Journalist hat einmal einen Experten besucht und einen Artikel draus gemacht, in dem uns endlich gesagt wird, wie es wirklich geht:

"Wer ständig versucht, schlauer zu sein als der Markt, verliert rund drei Prozent Rendite gegenüber dem Index, den er eigentlich übertreffen will", fügt er an und verweist auf entsprechende Studien. Das hektische Hin und Her verursache hohe Kosten, die bereits einen Großteil der erwarteten Rendite auffressen.
"Wenn man den Markt nicht schlagen kann, kann man genauso gut mitschwimmen", rät Weber. Durch Investments in Indexfonds zum Beispiel, die einen möglichst breiten Marktanteil abdecken und als "passive Investments" günstiger sind als aktiv gemanagte Fonds. Als "Mitschwimmer" spare man nicht nur Geld: Man sei auch besser gewappnet vor Gefühlsausbrüchen, die an der Börse meist teuer werden."

Indexfonds kaufen, sagt der Experte, alles andere DUMM!
Peng.

Was ich dabei aber gar nicht verstehe:
1. WELCHEN Index soll man WANN kaufen?  -- Der DAX30 hat in der Zeit von 1. Januar bis heute abend 6,7% Wert verloren; der TecDAX im gleichen Zeitraum 16,4% gewonnen. Das ist ja immerhin ein Unterschied! Also was sagt der Experte nun dazu?
2. Die Ariva-User im Investor-Depotspiel, die genau dieselbe Performance haben wie der DAX30, haben die Plätze 2729 oder 2730 von genau 3000. Wieso sind die Arivaner so gut? Das müsste doch lt. Experte unmöglich sein--da eben bekanntlich niemand den Index schlagen kann?

Selbst meine Wenigkeit ist nicht gerade mit den Indices mitgeschwommen und ich durfte noch nicht mal meine 3 Lieblingsaktien kaufen, weil die allesamt unter 3 Euro notieren...
Aktien-Volksaufklärung - und dann falsch... 243125
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"Die Menschen sind komische Leute."
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