Anzeige
Meldung des Tages: Wegweisende News: NurExone – Pionier der regenerativen neuronalen Medizin!

40 Jahre Mauerbau


Beiträge: 102
Zugriffe: 7.225 / Heute: 3
Technology All S. 3.617,34 +0,59% Perf. seit Threadbeginn:   +207,55%
 
Arbeiter:

40 Jahre Mauerbau

 
13.08.01 00:17
40 Jahre Mauerbau

Mauer spaltet die Nation


40 Jahre Mauerbau 391049Zehnjährige Kinder kennen sie heute nur noch aus Geschichtsbüchern und den Erzählungen ihrer Eltern: Die Mauer, die Berlin in zwei Teile schnitt. Viele ihrer Lehrer und Eltern haben Bau und Fall dieser Mauer aber selbst erlebt. Vor 40 Jahren, am 13. August 1961, begannen Arbeiter und Soldaten mitten durch die Metropole Stacheldrähte zu ziehen. Wenige Tage später wurde an deren Stelle die bekannteste Mauer der Welt errichtet.
Die Berliner Mauer wird ab 1965 erweitert.

Augenfälliges Symbol der deutschen Teilung


40 Jahre Mauerbau 391049

Die vier Besatzungsmächte hatten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges das Fundament für die steinerne Grenze gelegt: Die westlichen Siegermächte Großbritannien, USA und Frankreich kontrollierten den Westen Deutschlands, die sozialistische Sowjetunion den Osten. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der DDR zog es viele Menschen aus dem Osten in den freien Westen Deutschlands, wo wegen des Marshallplans der USA auch wesentlich bessere Lebensbedingungen herrschten. Mehr als 3 Mio. Menschen verließen die DDR zwischen 1949 und 1961 – darunter besonders viele Facharbeiter, Ärzte, Ingenieure etc.


Ein DDR-Volksarmist springt
am 15. August 1961 an der Bernauer Straße
über den Stacheldraht.

Gerüchte, dass die DDR-Regierung dieses Ausbluten durch eine Abriegelung verhindern wolle, hatte der Partei- und Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht aber noch am 15. Juni 1961 weit von sich gewiesen: “Die Bauarbeiter unserer Hauptstadt sind hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigt, und ihre Arbeitskraft wird dafür voll eingesetzt. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.”

Zwei Monate später zogen Bauarbeiter den sog. antifaschistischen Schutzwall hoch. Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) feierte den Bau als Sieg über den Imperialismus. Die Mauer teilte nicht nur die Stadt, sie teilte die Welt endgültig in feindliche Machtblöcke.

Opfer des Mauerbaus


40 Jahre Mauerbau 391049



Rund um den Westteil der Stadt wuchsen nach und nach 46 km Mauer. Entlang der 160 km langen Demarkationslinie zwischen Bundesrepublik und DDR entstanden Todesstreifen mit Minen und Selbstschussanlagen. 10.000 Soldaten und Offiziere bewachten die Grenze in Hunderten von Türmen, Bunkern und Schützenstellungen, auf Grenzwegen und an den wenigen Grenzübergängen.




Der Ostberliner Peter Fechter stirbt
am 17. August 1962 bei dem Versuch,
die Mauer zu überqueren.
Er wird angeschossenh und verblutet.

Trotz des Risikos versuchten im Laufe des 28-jährigen Bestehens der Mauer mindestens 5.000 Menschen zu fliehen. Am 24. August 1961 wurde der erste Flüchtling von Volkspolizisten erschossen. Insgesamt kamen bei Fluchtversuchen an der deutsch-deutschen Grenze knapp 1000 Menschen ums Leben, rund 25% davon an der Berliner Mauer.

Große Erschütterung über das Menschen verachtende Vorgehen des DDR-Regimes rief am 17. August 1962 der Tod des 18–jährigen Peter Fechter hervor. Schwer verwundet durch die Schüsse der Grenzposten lag er fast eine Stunde lang verblutend am Fuße der Mauer, ohne dass ihm jemand zu Hilfe kam. Der letzte an der Mauer ermordete Flüchtling war Chris Gueffroy, der ein paar Wochen vor Aufhebung des Schießbefehls, am 6. Februar 1989, im Kugelhagel starb. Das allerletzte Opfer der Mauer war jedoch Winfried Freudenberg, der mit seinem selbst gebauten Ballon am 8. Mai 1989 in Zehlendorf abstürzte.

Überraschende Öffnung


40 Jahre Mauerbau 391049Das von dem sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow eingeleitete Ende des kalten Krieges zwischen Ost und West erreichte die DDR nur zögernd. Mitte 1989 flohen Tausende von DDR-Bürgern über Ungarn in den Westen. Am 9. November 1989 verkündete Günter Schabowski, Mitglied des DDR-Politbüros, eher beiläufig und völlig überraschend die sofortige Öffnung der Mauer:
Deutsche aus Ost und West feiern
am 9. November 1989
die Öffnung der Mauer.

“Etwas haben wir ja schon getan. Ich denke, Sie kennen das. Nein? Oh, Entschuldigung. Dann sage ich es Ihnen.” Im Anschluss verlas Schabowski einen Beschluss des DDR-Ministerrates, der die freie Ausreise in die Bundesrepublik garantierte. Viele Ostberliner strömten zu den Grenzübergängen, die am Abend schließlich wirklich geöffnet wurden. In der Nacht bejubelten Berliner aus Ost und West das Wiedersehen in einer gigantischen Feier.

Die Mauer selber wurde hingegen zu einem Kultobjekt. Touristen reisten in die Hauptstadt, um sich Teile des Bauwerks zu sichern. Einzelne Mauerstücke fanden dankbare Abnehmer bei Souvenirjägern in der ganzen Welt. In Berlin entstand die East-Side-Gallery, ein 860 m langes Teilstück der Mauer, das mit Kunstwerken bemalt ist. Zur Erinnerung an die Bedeutung der Mauer in der deutschen Geschichte wurde ein Teilstück der Mauer in das Haus der Geschichte nach Bonn verfrachtet.
Antworten
Kicky:

so viele Erinnerungen

 
13.08.01 00:47
an die Zeit des Mauerbaus-,mein Sohn war gerade 2 Jahre,der Flüchtlingsstrom und das Flüchtlingslager in Marienfelde,- und plötzlich brauchte man ein Visum ,um rüberzukommen.Dann die ständigen Kontrollen an der Grenze ,Schikanen von den Vopos mit sächsischem Akzent,noch heute kriege ich ne Gänsehaut und frage mich,wo sind die alle geblieben.Ich konnte meine Tante auf Rügen nicht mehr besuchen,weil es Grenzland war.Wenn wir Freunde meines Vaters in Ostberlin besuchten,sprach man leise,damit keiner zuhörte.Meine Cousine durfte ihre Mutter in Westberlin nicht mehr sehen,weil ihr Sohn eine Generalstochter geheiratet hatte.                                                              Eine Woche nach dem Mauerfall musste ich nach Berlin,die Vopos an der Grenze waren freundlich und deutlich verunsichert,noch waren alle euphorisch gestimmt.Ein junger Verkäufer in der Buchhandlung unter den Linden schenkte mir eine silberne Karl-Marx-Münze.Junge Leute erzählten mit Tränen in den Augen,wie sie sich am Tag des Mauerfalls mit Trabbi aufgemacht hatten nach Westberlin.Am Brandenburger Tor floss der Sekt in Strömen.
Danach begann die kapitalistische Schnäppchenjagd auf billige Häuser,Grundstücke,Investitionsprojekte mit Abschreibungsmöglichkeit en masse,alleine mindestens 10 geplante Golfplätze,Gewerbegebiete,Rehabilitationszentren...und die Haie der Versicherungsbranche und der Vermögensberater mit den 100%Versprechen,und die wirklich unerfahrenen Ossis,die noch nicht mal ne Steuerklärung kannten,für die eine Fülle neuer Vorschriften kamen-und erstmalig die Arbeitslosigkeit.
Antworten
Arbeiter:

Und der Wessi...

 
13.08.01 01:33
hat sich nach der Öffnung, dumm und dämlich daran verdient
(z.B. Gebrauchtwagen- Verkauf). *g*
home.snafu.de/mcs/hymnen/ddr.mid Loop=1>
Antworten
hjw2:

..da die Ossis weniger produktiv als die Wessis

 
13.08.01 01:44
sind, haben sie nur 80% des Lohnniveaus der Wessis.(????)
...warum sehe ich ich nur so viele Ossifirmen an Wessibaustellen, fragt sich der Wessiunternehmer?
Antworten
woody w:

Nur 20x gelesen?? Das interessiert die jüngere

 
13.08.01 08:04
Generation nicht mehr?????????????????????????????????????????????

S C H A D E

Im stillen Gedenken an die vielen Opfer beidseitig der Mauer!!


.. damit sind auch psychische Verletzungen gemeint!

Hoffentlich gibt es in Deutschland nie wieder ein derartiges Verbrecherregime!
Antworten
Gruenspan:

Mielke und Ulbricht nannten es "Aktion Rose"

 
13.08.01 08:36

               13.August 1961

DDR-Grenzer beginnen am Potsdamer Platz unter dem Decknamen
"Aktion Rose" den Ostteil der Stadt Berlin mit Stacheldraht und Straßensperren in Richtung Westen abzuriegeln.
An diesem Tag werden 4000 Ostberliner inhaftiert, rund 3000 Menschen werden umgesiedelt, und viele Familienbande fast zerschnitten.
Doch Stacheldraht aus Rumänien, Beton aus Rüdersdorf, Wasser der Spree, Panzer und Maschinenpistolen der Schützer des sog.
"antifaschistischen Schutzwalls" konnten den Freiheitsdrang der Menschen in der DDR nicht für immer aufhalten.
Die Teilung Berlins sollte am 9.August 1989 ihr Ende finden.

Im stillen Gedenken an die vielen Opfer beidseitig der Mauer!!

PS:  Die PDS-Vorstand verurteilte jüngst zwar den Mauerbau-
    für die vielen Toten an der Grenze entschuldigte man
    sich nicht

Antworten
major:

.. 10 jahre soli o.T.

 
13.08.01 09:00
Antworten
maxperforma.:

lieber soli als stasi o.T.

 
13.08.01 09:06
Antworten
hjw2:

Ossis zahlen Soli auch...!! o.T.

 
13.08.01 09:07
Antworten
woody w:

.. besser 30 Jahre Soli als 1 Tag Krieg! Und der

 
13.08.01 09:08
war zur Zeit des "kalten Krieges" jederzeit möglich!

Zum anderen waren die Menschen in Ostdeutschland lange genug die Leidtragenden der Folgen des "braunen Verbrecherregimes"!
Antworten
Arbeiter:

Wo sind denn unsere Boardteilnehmer...

 
13.08.01 09:58
die aus den neuen Bundesländer kommen? Wovon, habt Ihr Euch in den ersten Tagen blenden lassen oder mein erster Fehler im Westen? Ich kenne Leute die trauern der Mauer nach !?! Ein Bekannter von mir, hat viel Geld mit Gebrauchtwagen gemacht. Er hat alles was er hatte in den Osten verscherbelt. Die Ossis haben blind gekauft.
Antworten
Arbeiter:

@woody w Dein Posting um 08.04 Uhr 20 x gelesen

 
13.08.01 11:50

Wenige Deutsche wollen Erinnerung wachhalten


Nur wenige Deutsche halten den Mauerbau vor 40 Jahren für erinnerungswürdig. Eine Umfrage belegt zudem ein zwischen Ost-und Westdeutschen gespaltenes Geschichtsbewusstsein.

In der Umfrage der Münchner Forschungsgruppe Deutschland zählten nur drei Prozent der Westdeutschen und zehn Prozent der Ostdeutschen die Schließung der innerdeutschen Grenze zu den Ereignissen der deutschen Geschichte der letzten 100 Jahre, an die die Erinnerung wach gehalten werden sollte. Auch der Fall des Eisernen Vorhangs (elf Prozent West/14 Prozent Ost) und die Wiedervereinigung (14 West/22 Ost) spielen im Geschichtsbewusstsein der Befragten nur eine untergeordnete Rolle.

Weltkrieg bedeutsamer

Für die historisch bedeutsamsten Ereignisse werden der Umfrage zufolge eindeutig der Zweite Weltkrieg (40 Prozent West/49 Prozent Ost) sowie die Verbrechen der Nationalsozialisten (42 West/30 Ost) gehalten. Als ähnlich unwichtig wie der Mauerbau wird dagegen die Gründung der Bundesrepublik 1949 eingeschätzt. Sie wurde nur von fünf Prozent der Westdeutschen und zwei Prozent der Ostdeutschen zu den erinnerungswürdigen Ereignissen gezählt.

Trennung zwischen Ost und West

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit trennt nach den Ergebnissen der Umfrage die Deutschen in Ost und West. Das Geschichtsbewusstsein ist gespalten: Während 29 Prozent der Ostdeutschen der Auffassung sind, die deutsche Einheit sei für das heutige Deutschland von größter Bedeutung, sehen dies nur 13 Prozent der Westdeutschen so. Stattdessen halten die Westdeutschen den Zweiten Weltkrieg und den Nationalsozialismus für die bedeutsamsten Abschnitte der deutschen Geschichte.

Insgesamt erklärten 82 Prozent der 1502 für die Studie in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband deutscher Banken Befragten, sie interessierten sich für Geschichte. Das Hauptinteresse richtet sich dabei auf die eigene, deutsche Geschichte. Fast einhellig wurde zudem die Auffassung vertreten, verantwortungsvolle Politik sei nur möglich, "wenn man sich seiner Geschichte bewusst ist".

Mauer im Kopf

Der Studie zufolge wird die Vereinigung von der großen Mehrheit in ganz Deutschland nach wie vor begrüßt. Identitätsstiftende Impulse habe diese historische Zäsur bislang allerdings kaum entfaltet. Vielmehr bringe die viel zitierte "Mauer in den Köpfen" formelhaft das Unbehagen über messbare Distanzen zwischen alten und neuen Bundesbürgern zum Ausdruck.

Schwaches Zugehörigkeitsgefühl

Eine positive Identifikation mit der Bundesrepublik Deutschland ist laut Umfrage im Osten nur schwach ausgeprägt. Immerhin 45 Prozent der Westdeutschen, aber nur 22 Prozent der Ostdeutschen seien stolz auf die demokratische Ordnung des Landes. Die gravierenden ökonomischen Folgekosten und sozialpsychologischen Belastungen des Einigungsprozesses führen den Angaben zufolge im Osten dazu, dass die Skepsis gegenüber dem von der Bundesrepublik übernommenen politischen System wächst, während die DDR rückblickend in milderem Licht gesehen wird.

Auch die Debatte, wem die Geschichte der deutschen Einheit gehöre, werde in Ostdeutschland als Dominanz des Westens und Entwertung der eigenen Lebensleistung interpretiert. Nach Analyse der Wissenschaftler der Forschungsgruppe Deutschland am Centrum für angewandte Politikforschung in München bildet diese Befindlichkeit den Resonanzboden für den Erfolg der PDS in den neuen Bundesländern.

© AP
Antworten
major:

soli = solidaritaet, fuer mich :zwangssolidaritaet o.T.

 
13.08.01 11:55
Antworten
flexo:

Ein hoch auf die volkssolidarirät....

 
13.08.01 12:05
...mal wieder ein Knüllerbeitrag vom Arbeiter - ich finde du solltest morgens mal eine Programmvorschau verfassen ;-)
Antworten
klecks1:

Vielleich hätte die Grenze öffnen müssen, die DDR

 
13.08.01 12:07
anerkennen sollen und sie selbst wirtschaften lassen müssen (mit entsprechenden Hilfen). Ich möchte nicht wissen wie gross das Gejammer dann heute wäre.

Das meiste Geld, das in den Osten fliesst, versickert, denn man hat schnell gelernt...

Am Schluss bestand in der DDR Beschäftigungstherapie. Das "Land" wäre wirtschaftlich zusammengebrochen, weil der  Ruuse selbst am Ende war.

Und dann schwärmen die "ultralinken von der PDS" von früheren Zeiten.

Ich kenne auch Ossis (nicht unbedingt Wohlhabende), die zufrieden sind und dazu auch noch froh, dass die Stasi-Scheisse vorbei ist.

Wie alt bist Du arbeiter und wieweit haben Dich die Probleme überhaupt beschäftigt??

Ossis hätten lieber noch die Mauer, dann sollen sie doch anfangen zu bauen.

Früher hatte man auf Fernseher, Autos etc. Jahre gewartet. Als die Mauer auf war dachte man, dass man hier alles sofort bekommt.

BRD-das Land wo Milch und Honig fliesst (vor Maueröffnung)
BRD-West die Unterdrücker des Ostens- ich lach mich kaputt (nach Maueröffng,)

Sarkasmus: Die DDR war die teuerste Übernahme der Welt

Ich hoffe, dass OSSIS und WESSIS endlich zusammenfinden!
Antworten
woody w:

Hi klecks, Du bist doch sonst so intelligent, wa-

 
13.08.01 12:26
rum versuchst Du nicht einmal den geschichtlichen Zusammenhang zu sehen!

Als Wessi mit vielen Ossi-Bekannten glaube ich nicht, dass die Mehrheit der Ossis der DDR nachtrauern.

Die PPS hat nur deshalb so viel Erfolg, weil die westdeutschen Parteien sich kaum um die ostdeutschen Probleme kümmern und auch sonst wohlgefällig pennen.

"Ihr fetten Wessi-Bäuche könnt gut reden - bis Euch eines Tages die hungrigen Polen am Arbeitsmarkt wegschwemmen!"

HAHAA
Antworten
flexo:

Warum sollten Ostdeutsche eigentlich unzufrieden

 
13.08.01 12:33
sein? Wir leben doch alle im Sozialismus. Warum eigentlich noch die PDS wählen?
Antworten
Arbeiter:

Lieber Klecks1

 
13.08.01 12:33
Ich hatte mit der Mauer keine Probleme, ich wohnte ja 500 Kilometer davon entfernt. Ich war froh, das die Mauer fiel, denn ich war am Gebrauchtwagen- Verkauf beteiligt. Die paar Kröten die ich für Aufbau- Ost spende tun mir nicht weh. Das eigentliche Problem seid Mauerfall, wir haben das Tor für den ganzen Osten geöffnet. Das vorher gut bewacht wurde.  
Antworten
Reila:

@Arbeiter: Mauer weg --> Chancen und Risiko

 
13.08.01 12:34
Du fragst, ob die Ossis sich in den ersten Tagen haben blenden lassen.
Viele sicher.
Wer in der DDR einen gewissen Überblick über wirtschaftliche, vor allem außenwirtschaftlich Prozesse hatte, erwartete den Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft schon lange. Ich hatte Anfang 1989 mit meinem Hauptbuchhalter gewettet, wann es mit der DDR-Wirtschaft zu Ende sein würde. Er tippte auf 2 Jahre. Ich fand, die Wirtschaft sei ein so träges Räderwerk mit großen Schwungmassen, die würde auch mit viel Sand im Getriebe noch 5-10 Jahre zunehmend langsamer weiterlaufen. Nun, ich habe die Wette verloren, weil die Unzufriedenheit der DDR-Bürger zu groß war und die ganze Geschichte letztlich durch außerökonomische Prozesse beendet wurde.
Die Mauer hat mich an der DDR am meisten gestört. Oft stand man am Brandenburger Tor und blickte nach Westen oder am Ostsseestrand und träumte von einem Abstecher nach Schweden. Wenn es den DDR-Bürgern materiell an relativ wenig gefehlt hat (Manches gab es nur in minderer Qualität oder man mußte relativ lange darauf warten), war das Gefühl des Eingesperrtseins und der Bevormundung für mich und wohl für viele andere das Schlimmste.

Über den Westen habe ich mir keine Illusionen gemacht. Als DDR-Bürger war man relativ gut informiert, viele hatten Freunde und Verwandte hinter der Grenze. Ich sehe mich heute noch im Januar 1990 auf dem Balkon eines Hochhauses in Marzahn. Alles ist grau und neblig. Ich weiß, daß mein Job keine Zukunft hat. Ich weiß noch nicht was ich später tun werde, um Geld zu verdienen. Die Unsicherheit ließ mich kurzzeitig den Gedanken haben, was wäre, wenn ich jetzt springen würde. Politisch war die Zeit von Grenzöffnung bis etwa I/1990 eine aufregende Zeit. Man glaubte vieles bewegen zu können, bevor alles in ordentlichen bundesdeutschen Bahnen und politischer Erstarrung endete. Wirtschaftlich gab es zum westlichen System keine Alternative. Meine Ex-Kommilitonen, die im Außenhandel gearbeitet haben, versuchten, sich bei ihren ehemaligen Westparnern anzudienen oder bei Banken oder als Vertreter für Versicherungen oder Hundefutter oder Pampers oder... unterzukommen. Jedenfalls wurden unsere Leben komplett umgekrempelt. Manche Ehen gingen kaputt. Es war eine Zeit großer Sorgen, aber z.T. auch großer Hoffnungen. Den meisten geht es heute gut. Wir hatten das große Glück, daß wir gerade 30 Jahre alt waren, eine gute Ausbildung hatten und ein Markt mit 16 Millionen Menschen völlig neu aufgeteilt wurde an Glücksritter aus dem Westen, an bundesdeutsche Konzerne und eben auch an uns. Die, die über 40 waren, hatten es da schon schwerer. Meine Eltern waren glücklicherweise gerade ins Rentenaler gekommen.
Insgesamt ist die Mauer ein großes Thema, denn hier erlebte ein ganzes Volk einschneidende Veränderungen im Leben, wie es das sonst so massenhaft und abrupt kaum je gab. Im Fernsehen wird es immer etwas verkürzt dargestellt. Naja, auch meinen Kindern werde ich das, was ich selbst erlebt und empfunden habe kaum wirklich nachvollziehbar darstellen können.

R.
Antworten
ecki:

Hej Reila, sag sowas nicht!

 
13.08.01 12:44
Ich meine das von deinen Kindern.
Ich (Wessi) habe einen Sohn mit knapp 9. Und er weiß schon das die Mauer beschi... war. Warum solltest du das nicht vermitteln können? Das selbsterlebtes und von anderen eerzähltes nicht das gleiche ist, ist doch klar, aber deine Aussage stellt ja die Lernfähigkeit aus Geschichte in Abrede.

Im übrigen: Soli muss weg! Die staatlichen Aufgaben müssen normal finanziert werden, auch wenn weiterhin ein verstärktes Umlenken in den Osten für nötig gehalten wird.

Übrigens: Hier in Geislingen wird bei 35000-40000 Fahrzeugen täglich keine Umgehungsstr. gebaut (Bundesstraße). Geld ist nur für Oststraßen da, heißt es im Verkehrsministerium. Warten auf 2025!
Antworten
hjw2:

Wer behauptet da, die Mauer sei weg? o.T.

 
13.08.01 12:48
Antworten
tom68:

Eure Sorgen und Euer Verständnis sind echt rührend o.T.

 
13.08.01 12:51
Antworten
klecks1:

woody w

 
13.08.01 12:56
ich habe selbst einige Verwandte in der ehemaligen DDR, die froh sind das die Mauer weg ist, aber es gibt eben sehr viele, die dem alten Regime nachtrauern.

Ich habe mich sehr viel mit der DDR beschäftigt und bin auch kein fetter Wessi-Bauch, aber über kurz oder lang wird die BRD noch viele Probleme bekommen, denn durch die Öffnung der Mauer (ich habe mich damals sehr gefreut darüber)sind auch
die Grenzkontrollen fast alle weggefallen und die Ostblockbewohner streben gen Westen..

Kriminalitätsrate steigt, Russen-Mafia wird immer organisierter, illegale Arbeiter, die mal eben über die Grenze "hüpfen", korrupte Unternehmen, die diese beschäftigen und und und

Ich werde mich jetzt besser nicht mehr zu diesem Thema äussern, weil man sehr leicht missverstanden werden kann.

Zum Schluss: ich möchte nicht wissen wieviele Schwarzgeldkonten bei der SPD bestehen und wieviel kriminelles Potential (in Bezug auf Korruption) sich in Reihen der Partei befindet, aber Helmut Kohl war die Rettung: man konnte gnadenlos einen deutschen Bundeskanzler demontieren und von sich selbst ablenken. In jedem anderen Staat hätte man Dr. Kohl nicht derartig diffamiert (ich sage nicht, dass er alles korrekt gehandhabt hat, aber wo war der grosse Schaden, den er angerichtet hat? Und dann noch Oberkläger Thierse, der Rauschebart mit toller Vergangenheit, der Sprüche loslässt, die man ihm wohl zu lange verboten hat im Osten.
Antworten
woody w:

Thierse am Prenzlauer Berg (aus einer Berliner

 
13.08.01 14:08
Zeitung, sinngemäß)

Thierse zu einem Arbeiter:" Was verdienen sie denn so hier?"

Arbeiter: "12 Mark die Stunde."

Thierse. "Was, so wenig? Dafür arbeiten sie?
Ich verdiene mindestens 350 DM pro Stunde!"
Antworten
Reila:

Nichts ist unmöglich, aber kann Thierse wirklich

 
13.08.01 14:11
so blöd sein?
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.

Seite: Übersicht Alle 1 2 3 4 5 WeiterWeiter

Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen

Neueste Beiträge aus dem Technology All Share (Performance) Forum

Wertung Antworten Thema Verfasser letzter Verfasser letzter Beitrag
11 532 Elmos Semiconductor Jorgos Highländer49 24.02.26 13:05
11 1.124 USU Software --- Cashwert fast auf ATL -- Lalapo MrTrillion3 15.07.25 14:19
10 2.240 RENESOLA startet Lapismuc SoIsses01 16.01.25 13:57
  19 Bitte an Ariva Spitfire33 taos 28.09.24 11:26

--button_text--