Da wir momentan ohnehin bei soviel Unsicherheit angekommen sind, dass 1% in wenigen Minuten rauf und runter drin sind, kann man sich morgen auf fette Schwankungen gefasst machen.
Ich glaube so schnell nicht an eine nachhaltige Erholung. Schaut euch dazu die Grafik hinter dem folgenden Link an und macht euch mal Gedanken darüber, was dies für Auswirkungen haben kann:
financial-charts.effingapp.com/
Einen Artikel zu der Grafik gibt es hier:
www.onvista.de/news/...r-buffett-und-das-shiller-pe-117848019
Wir haben aktuell also eine historisch gesehen sehr hohe Aktienquote in den USA. Da der Ami nicht von der Hand in den Mund zu leben pflegt, sondern eher vom Kredit(karten)limit in den Mund, wirken sich fallende Aktienkurse in den USA immer bei weitem stärker auf den Konsum aus als in gofG (good old fucking Germany, die Abkürzung stammt nicht von mir!). Aus diesem Grunde haben fallende Aktienmärkte durchaus das Potenzial, den wirtschaftlichen Aufschwung abrupt abzuwürgen - sogenannte Vermögenseffekte (das Vermögen wird weniger, also sinkt der Konsum).
Hinzu kommen nächstes Jahr Basiseffekte - die Basis für 2018 ist, bedingt durch D.Trumps Konjunkturprogramm, nach oben verzerrt. Während eigentlich deficit-spending eine angesangte Methode ist, eine Krise zu überwinden, heizt der Trumpel die ohnehin schon boomende US-Wirtschaft noch zusätzlich an und genau das läuft demnächst aus.
Es trifft momentan so vieles zusammen:
- auslaufendes Konjunkturprogramm
- auslaufendes quantitative easing (insbesondere die Fed reduziert die Bilanz und hebt die Zinsen an)
- hohe Aktienquote, fallende Aktienkurse und daraus resultierende Vermögenseffekte
- Handelsstreit
- sehr hohe Anzahl an Zombiefirmen (s. Link)
- durch die niedrigen Zinsen der letzten Jahre kaum mehr zu bezahlende Pensionen (s. Beispiel General electric - auch den Link füge ich bei). Die Pensionsverpflichtungen waren vor 10 Jahren übrigens der Grund, warum General Motors über die Klinge ging. Derartiges könnte in den USA zum Flächenbrand werden.
- letzter Punkt: Regulierung/Regulatorik:
aufgrund der regulatorischen Anforderungen können Banken gezwungen sein, in die Krise hinein zu verkaufen. Das gilt insbesondere, wenn Assetpreise fallen. Dann nämlich kann es sein, dass das Risikokapital der Banken sehr schnell aufgezehrt ist, und genau hier liegt das nächste Problem. Die lange anhaltende Niedrigzinsphase hat die banken ins Risiko getrieben. Irgendwo muss die Rendite ja herkommen. In dem Moment, wo der Markt kein Risiko mehr einkaufen will - die Situation haben wir gerade - fallen die Assetpreise. Das gilt seit nun fast 12 Monaten für fast alle Anleihensegmente, die mit Kreditrisiken behaftet sind Seit dem Sommer nun auch für Aktien und Rohstoffe. Wenn die Assetpreise einmal so weit gefallen sind, dass die großen institutionellen Investoren zum Verkauf gezwungen sind, dann gilt: Die Krise nährt die Krise. Dazu möge man sich den EuroStoxx Banks ansehen - ich denke, es hat schon einen Grund, warum gerade der am meisten abk...ckt.
Gestern nachmittag hegte ich noch Zweifel, ob der Draw-down nicht gerade zum erliegen kommt. Aber nun hat er neues Feuer bekommen, dadurch dass die Fed NICHTS dazu gesagt hat, dass man eventuell die Zinsen auch gar nicht weiter erhöhen wird, wenn die Konjunktur absäuft. Nein, es kommen auf jeden Fall noch zwei Zinserhöhungen in 2019.
Klar können nach dem Absturz der letzten Woche immer stärkere Gegenreaktionen eintreten. Aber seit Monaten wird jede Erholung abverkauft und mündet in einem noch schneller fallenden Markt. Das erinnert von der Form her ein wenig an Anno 2000. Man möge dem entgegenhalten, dass wir damals hoffnungslos überbewertet waren. Ja, teurer war der Markt damals, aber die Ungleichgewichte und Probleme sind bei weitem heute größer. Ich glaube, es wird dauern, bis ein echter Boden gefunden ist.
www.finanzen.net/nachricht/aktien/...nd-ueberbewertet-6193166
www.welt.de/finanzen/article172294342/...t-Wert-von-1929.html
www.institutional-money.com/news/...-der-geldschwemme-146908/
www.institutional-money.com/news/maerkte/...t-geht-um-149140/