Offenbar erstmals Frau in Bundeswehrkaserne vergewaltigt
Ministerium bestätigt Vorfall in München - Kommandeur zeigte verdächtigen Soldaten an
München/Berlin (AP) Offenbar ist in München erstmals eine Frau in einer Bundeswehrkaserne vergewaltigt worden. Wie ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums am Freitag in Berlin bestätigte, wurde ein Soldat in Untersuchungshaft genommen. Die «Bild»-Zeitung (Freitagausgabe) berichtete, ein 22-jähriger Obergefreiter habe eine 17-Jährige gewaltsam missbraucht. Sie hatte laut Ministeriumssprecher Ende März während eines mehrtägigen Eignungstests in der Münchner Ernst-von-Bergmann-Kaserne übernachtet.
Der Ministeriumsprecher sagte, wenn sich die Vorwürfe bestätigen sollten, wäre dies der erste derartige Fall bei der Bundeswehr. «Wir arbeiten eng mit der Staatsanwaltschaft zusammen», betonte der Sprecher. Bei der Frau handele es sich nicht um eine Soldatin, sondern um eine Bewerberin für den Dienst an der Waffe, der seit Jahresbeginn auch Frauen offen steht.
Nach den Angaben des Sprechers erstattete die Bundeswehr am 2. April zeitgleich mit der Frau Anzeige. Zwei Soldaten hätten am Wochenende zuvor von dem Vorfall berichtet. Als die ersten Ermittlungen den Verdacht gegen den Soldaten bestärkt hätten, habe der Kommandeur am folgenden Montag die Kriminalpolizei eingeschaltet, sagte der Sprecher. Die Frau hatte offenbar mehrere Tage mit ihrer Anzeige gezögert.
Nach Angaben des Ministeriums leisten seit Januar 244 Frauen bei der Bundeswehr Dienst an der Waffe, insgesamt arbeiten 5.000 Frauen bei den Streitkräften.