jetzt zufällig dein Posting hier gesehen weil ich auch nicht immer hier reinschaue.
Ich möchte trotzdem kurz auf deine Anmerkungen eingehen und vorab meinem Vorredner nur für den guten Beitrag danken. Ich bin zwar nicht so bewandert, was die verschiednen CashFlow - Arten angeht aber trotzdem kann ich das meiste gut einordnen. Da spielen bei den unterschiedlichen Betrachtungen auch die bilanziellen Möglichkeiten eine große Rolle.
Der BVB muss bilanziell und damit auch Bewertungsgründen ganz anders behandelt werden als klassiche Aktien von Unternehmen. Vielleicht wird er auch deswegen immer als Faninvestment verpöhnt, da wirklich einige Sachen emotionaler und hoher volatiler Bewertung unterliegen.
Mit Ausschütungsquote meine ich die Dividende als Quote. Ich sage deswegen Ausschütungsquote, da es sich bei vielen Unternehmen ja tatsächlich um solch eine handelt s. z.B. die damalige Celesio AG die eine Verpflichtung in der Höhe des auszuschüttenden Betrages des Gewinns festgelegt hat. Dies gibt dem Aktionär natürlich auch eine Art, kalkulierbares Chancen/Risiko Verhältnis mit an die Hand. Bei Fußballaktien und speziell beim BVB sehe ich das etwas differenzierter.
Zum einen haben die etlichen Kapitalerhöhungen dazu geführt, dass die Dividende ceteris paribus auch mit den Anteilen verwässert wurde/n. Da ich aber als Investor die Dividende nicht fordergründig als Investmententscheidung betrachte (instis mal ausgenommen,genauso wie du), ich es aber als imaginäre "echte" und "emotionale" Pufferzone des Kurses sehe, trägt es zu meiner Investmententscheidung herbei. Man kann sagen, dass wenn eine minimale Dividende des BVB's auf den Kurs gesehen bei ca. 5-8% liegen würde, der Abverkauf unter eine gewisse Grenze mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vollzogen wird. Dies kommt durch den etwas konjunkturunabhängigeren Zusammenhang noch deutlicher zum tragen.
Ebenso spiegelt eine dauerhafte Dividende auch eine gleichbleibende Ertragskraft des Unternehmens wider bzw. was das Unternehmen sich selber mit seinem Versprechen zutraut. Da der Kaderwert durch buchhalterische Gesetzmäßigkeiten nicht die Substanz aufweist die ihm zugesprochen wird, verringert dies den tatsächlichen Buchwert des BVB's ungemein und dient schwierig zur Stichtagsbezogenen Auflösung des kompletten BVB's (da wenn andere Marktteilnehmer von einer Insolvenz wüssen a) die Spieler sich bewusst und schnell neue Vereine suchen würde und b) die hochgehandelten Marktwerte beim VK weit unter dem Niveau liegen würden ... ziemlich ernüchternd). Damit will ich sagen:
Auf der einen Seite haben wir durch die Kaderwerte sehr volatile Substanzwerte (nur aus Investorensicht: stürzt die ganze Mannschaft mit dem Flugzeug ab, dann haben wir nur Abschreibungen i.H. des Anschaffungswertes in voller Höhe zu leisten, kaufen wir aber Spieler XYZ, und Spieler XYZ hat eine 200%ige Wertsteigerung, hat der BVB bis zur Realisation des Gewinns nur den Anschaffungswert im Buchwert). Auf der anderen Seite haben wir die psychologische kleine Dividende des BVB's die in ihrer jetzigen Form auch keine wirkliche emotionale Pufferzone darstellt. Da man gegen die Volatilität im Kaderwert weniger dagegen ankämpfen kann als sich eine konstante Dividende auf die Fahne zu schreiben, sehe ich hier gerade beim BVB die Dividende als wichtiges Instrumentarium der Investmententscheidung an. Jetzt werden natürlich viele sagen: Natürlich kann man auf die Volatilität des Kaderwerts großen Einfluss nehmen: Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen aber dann wären wir nicht mehr im Fußballgeschäft an sich, sondern im moderen "Menschenhandel" angekommen. Deswegen fällt diese zu beeinflussende Größe auch wg. der stichtagsbezogenen Möglichkeit das Unternehmen komplett zu liquidieren ungemein weg.
Gilt das Festgeldkonto jetzt als prall gefüllt werden Begeherlichkeiten geweckt und man muss ich sich fragen, was schüttet man aus, was reinvestiert man. Dabei wird die Ausschüttung an die Profis nicht ausgenommen.
Erhöhte Einnahmen im Fußball haben immer zu erhöhten Spielergehältern und zu erhöhten Kosten geführt (s. England jetzt und vor zwei Jahren). Wie in jedem Unternehmen auch, nur das bei den Spielergehälter und Co keine Grenzen gibt. Und der Aktionär kann meines erachtens nur an einer großen Kluft zwischen erhöhter Einnahmen und der Erhöhung des Spielergehälter oder Minimierung der Kosten profitieren mit der Untermauterung des sportlichen Erfolges. Alles was im Hintergrund steht bzgl. Einnahmen aus Merchandise und co ist ein nachgelagerte Geschichte. Und wenn der BVB über Jahre hinweg kein echte Substanzwerte aufbaut bzw. sich dieser Problematik bewusst scheint und darüber keine Dividende auszahlen möchte, wieso sollte ich mich dann als Investor am BVB beteiligen?
Es ist jetzt vielleicht überspitzt dargestellt, das ist mir selbst klar. Ich bin ja auch investiert u.a. auch in der Hoffnung aus höhere Einnahmen und zeitgleich höheren Bewertungen und zeitgleich einer höheren Dividende. Aber wenn wir das Spiel mal paar Jahre nach vorne betrachten, dann sehe ich irgendwo eine Grenze dessen, was die Möglichkeiten des BVB betrifft in dem Kurs und der Ausschüttung.
Das Festgeldkonto hat ca. 70 Mille aufm Konto.
a) bis zu welchem Betrag will Watzke seinen Aktionären nichts von dem Kuchen abgeben?
b) wird er sich zutrauen die Ertragskraft des BVB's mit Hilfe einer festen Dividende oder Ausschütungsquote (finde ich besser als starre Dividende) zu untermauern?
c) Wie will er den exoribitanten Gehaltssteigerungen entgegenwirken?
und bei c) muss man sich fragen, wenn die Spieler nach Leistung entlohnt werden bzw. eine Klausel drin haben, dann müssen auch die Aktionäre bei mehr wirtschaftlicher Leistung beim BVB partizipieren. Schließlich ist Herr Watzkes Gehalt die letzten Jahre deutlich gestiegen. Diesen Profit erkenne ich seitdem Börsengang bei den Aktionären nicht. Und sich hier immer auf die Pennystockzeiten zu berufen halte ich für Augenwischerei.
spielverlagerung.de/2013/03/28/...ergeburt-des-gelben-rivalen/
Chronik des BVB's
Grüße